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Sieben Prozent plus für Hauseigentümer und Mieter

Um sieben Prozent soll die Grundsteuer B im kommenden Jahr erneut angehoben werden. So gestaltet sich der Beitrag von Unnaer Hauseigentümern und Mietern zum Spardiktat der Stadt. Als Rechenbeispiel: Wer aktuell für seine Zweizimmerwohnung 150 Euro jährlich zahlt, ist ab Januar mit 160 Euro dabei. Pro Monat macht die Erhöhung damit unter einem Euro aus.

Dabei ist es allerdings einerlei, ob sie wie im Foto in einer Gründerzeitvilla in Königsborn residieren oder an der Ahornstraße in einem Mehrparteienhaus zur Miete wohnen. Da der Vermieter die Grundsteuer über die Betriebskosten vollständig an seine Mieter weiterreichen darf, gilt das natürlich auch für jeden Aufschlag.

Das Haushaltssicherungskonzept, das für die Jahre 2015 und 2016 aufgrund der alarmierenden Lage des städtischen Haushalts notwendig wird, liegt derzeit in den politischen Beratungen. Außer der SPD haben alle sechs Ratsfraktionen ihre Haushaltsklausuren noch vor sich. Für die CDU geht es in der ersten Novemberwoche in die Beratungen.

Der Vorschlag des Kämmerers, die Grundsteuer maßvoll anzuheben, trifft genauso wie alle seine weiteren Sparvorschläge (Rundblick berichtete) auf Zustimmung der SPD. Sie erinnert daran, dass die Grundsteuer B beim letzten Mal (2013) nicht um 7, auch nicht um 17 Prozent stieg – sondern um 70. Das entsprach fast einer Verdoppelung. Die mäßige einstellige Anhebung könne die SPD mit gutem Gewissen mittragen.

Unna schnellte durch die massive Grundsteuererhöhung vor zwei Jahren unter die Top 5 der teuersten Städte Deutschlands. Deshalb steigt die Abgabe 2015 trotz des Haushaltssicherungskonzepts „nur“ einstellig. In vielen Städten, die ähnlich rigide an der Grundsteuerschraube drehten – Hagen erhöhte z. B. um 52 Prozent – wurde diese Entscheidung heftig als unsozial kritisiert, da eben bei vermieteten Immobilien die gesamte Bürde der Mieter trägt.

Kommentare (1)

  • Thorsten

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    Keine Ahnung wie man sich das als junger Hauseigentümer und Familienvater noch leisten soll. Schon die Kosten für die Kinderbetreuung bricht einen finanziell fast das Genick, und dann kommt zum Zweiten mal die Erhöhung der Grundsteuer.
    Eigentlich müssten man weg ziehen in eine Gemeinde, die (junge) Familien besser unterstützen.
    Das tun ja auch schon einige, wenn ich mich richtig an einige Nachrichten der letzten Monate erinnere.
    Aber was soll ich meckern. Die Politik macht eh was sie will, egal wen man gewählt hat! Armes Deutschland!

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