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Sicher, komfortabel, eher klein – und weiß: Autoherbst setzt Autotrends

Eher klein soll er sein, sparsam soll er sein, sicher muss er sein – und komfortable Ausstattung ist ein „must have“, also gern immer her mit den Ledersitzen. Und, ach ja: Er darf nicht nur, sein: Er soll sogar weiß sein. Die Lieblingsfarbe der deutschen Autokäufer im Autoherbst 2014, der seit elf Uhr an diesem freundlichen Herbstsamstag die Innenstadt mit trubeligem Leben füllt.

So ein Vehikel in Mattweiß, Cremeweiß oder gar Polarweiß galt bis vor wenigen Jahren noch als absolutes „No go!“, war irgendwie als Vertreterauto verschrien (ohne diesen Berufsstand abwerten zu wollen). Allein dieser Pflegeaufwand: Fährste einmal mit nem weißen Wagen durch ´ne Pfütze, kannste sofort zur nächsten Waschanlage weiterfahren. So ändern sich die Zeiten. „Weiß ist die derzeit beliebteste Autofarbe“, bestätigt Matthias Muermann vom Toyotahaus Kamen diesen erstaunlichen Trend, wobei, schwarz und silbern gehen auch immer.

Vorwiegend schwarz und vorwiegend groß sind denn auch die blitzenden Karossen, die an diesem sonnig-herbstlichen Autowochenende die Massener Straße säumen und den Alten Markt pflastern. Ab Bahnhofstraße geht es bunter zu, und vor der Sparkasse ballen sich denn auch endlich kleine, wendige, parkplatzsuchfreundliche Cityflitzer – vom Smart über den Suzuki Splash und Opels Adam bis zum Baby-Toyota, dem Aygo. Und diese Minis dürfen dann auch eher mal in Leuchtkeksfarben und strahlend bonbonbunt auffahren.

Was mit Blick auf die Fahrzeugdaten leicht irritiert: Wieso braucht so ein putziges Kleinteil wie der Splash stolze 94 PS unter seiner himmelblauen Haube? Kein Kleinwagen unter 70 PS in Sicht. Matthias Muermann erklärt am Beispiel seines quietschorangen Aygo-Spaßmobils (Werbeslogan: „Go fun yourself!“), wieso das so ist und sein muss. Selbst die Kleinen schleppen heute derart viel Sicherheitsausstattung mit sich herum – ESP, Airbags, Seitenaufprallschutz und pipapo – dass schon ein Winzling wie der Aygo nur mit einer schlanken Fahrerin am Steuer bereits stolze 1000 Kilo wiegt. „Entsprechend braucht das Auto natürlich eine höhere Motorleistung“, erklärt Muermann diesen Zusammenhang einleuchtend. Die Zeiten des 45-PS-Kleinwagens sind nach seiner Einschätzung also unwiderbringlich vorbei; vergleichende Blicke auf die Fahrzeugdaten anderer Händler bestätigen das.

Auffälliger als andere Händler setzt Toyota beim Unnaer Autoherbst 2014 auf Hybrid. Das Schmuckkennzeichen „I love Hybrid“ (mit rotem Herzchen garniert) tragen vom Cityflitzer bis zum schweren Geländewagen sämtliche Modelle des Japaners zwischen Post und Bürgerhalle. „Hybrid liegt voll im Trend, und wir haben den Vorteil, dass wir sämtliche Modelle als Hybridautos anbieten können“, erklärt Muermann. Hybridautos verfügen über einen Benzin- und einen Elektromotor: Auf der Autobahn kommt der Benzinmotor zum Einsatz, da er ausreichend Power bietet; durch die überschüssige Energie wird der Elektromotor aufgeladen, der dann seinerseits m Stadtverkehr benutzt wird. „Man darf sich aber nichts vormachen“, schränkt Fachmann Matthias Muermann ein: „Wer meint, er könnte mit einem V6-Motor und 300 PS sparsam durch die Stadt fahren…“ er lacht und spricht es deutlich aus: „Dieser Trend zu schweren Geländewagen hat nichts mit Vernunft zu tun. Bei einem Jäger oder Förster auf Waldwegen mag ein Jeep vernünftig sein. Aber nicht bei einer Hausfrau mit zwei Kindern, die damit in der Stadt herumfährt. Und bei Schnee sind die Dinger unfahrbar. Sie haben Allrad, aber diese überbreiten Reifen rutschen einfach durch.“ Spätestens bei der Parkplatzsuche wird aus dem Fahrspaß im XL-Geländeprotz ohnehin oft purer Stress. Während die Minis hier ganz groß auftrumpfen: Mit häufig noch unter 3,50 Metern Länge passt so ein Winzling in Parklücken – von denen wusste man vorher gar nicht, dass es sie überhaupt gibt.

Der Autoherbst breitet sich morgen noch bis 18 Uhr flankierend zum verkaufsoffenen Sonntag in der gesamten Innenstadt aus. Probesitzer und „Luftgasgeber“ sind allen Händlern willkommen.

 

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