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Schulbegleiter als Kostenfaktor, Langzeitarbeitslose als „moderne Sklaven“

Als Integrationshelfer und Schulbegleiter nur noch ein reiner Kostenfaktor für die Kommune – und aussortiert, mit über 50 Jahren. Zusammen mit 24 weiteren ehemaligen Langzeitarbeitslosen kämpft der 53 jährige Detlef Damm weiter um eine Weiterbeschäftigung. Wie berichtet, hatte der ehemalige Hartz IV-Empfänger 2 Jahre in befristeten Verträgen als Schulbegleiter und Integrationshelfer für einen großen Träger in Dortmund gearbeitet.  Die Stadt möchte jetzt jedoch einen preiswerteren Träger beschäftigen.

Hier Detlef Damms Erfahrungen, die er uns vor einigen Wochen schilderte.

Jetzt berichtet uns der 53 Jährige den Stand der Dinge. Ein Ratsmitglied aus Dortmund bleibe am Ball und versuche, einige Dinge anzuschieben. Nach einem ersten erfolglosen Versuch, die prekäre Situation für die 25 ehemaligen (und möglicherweise bald wieder) Arbeitslosen in der Dortmunder Tagespresse publik zu machen, verfasste Damm für sich und seine Mitbetroffenen nun eine weitere Stellungnahme in der Hoffnung, dass ein Umdenken stattfindet.

In dem Statement der Betroffenen heißt es:

25 Schulbegleiter (ehemalige Langzeitarbeitslose) eines großen öffentlichen Trägers hier in DO erfuhren, dass ihre Verträge nach 2 Jahren nicht entfristet werden. Nicht weil sie schlecht gearbeitet haben, sondern weil sie nach Tarif bezahlt werden und die Bezuschussung der ARGE für sie wegfällt. Die Pauschale der Stadt Dortmund für Schulbegleitung ist so gering, dass der Träger im Bereich Schulbegleitung defizitär arbeiten würde.

Neben den 25 Mitarbeitern bleiben vor allem auch 25 betreute Schüler auf der Strecke. Denn sie verlieren eine sehr wichtige Bezugsperson, die ihnen täglich hilft, in der Schule klarzukommen und konzentriert am Unterricht teilzunehmen. Diese muss nach 2 Jahren einfach mal so ersetzt werden.

Das nur, weil Schulbegleiter, die einen Tariflohn bekommen, einfach nur zu teuer bzw. ein KOSTENFAKTOR sind. Aber wenn wir Glück haben, können wir ja für einen anderen Träger für Mindestlohn arbeiten, um dann aufzustocken und zum Hartz IV-Tarif arbeiten gehen zu dürfen.

Diese leider gängige Praxis macht Langzeitarbeitslosen zu so einer Art moderner Sklaven. Arm trotz Arbeit.

Eigentlich sollten diese Unternehmen sich schämen. Genau wie die Kommunen die eine so niedrige Pauschale für Schulbegleitung erstatten, dass man bei der Zahlung eines Tariflohns unrentabel wird. Eine Schande für Deutschland. Sind Kinder nichts mehr wert? Warum dann Inklusion?

Aber bei meinem Träger könnten dann ja für die nächsten 2 Jahre andere Langzeitarbeitslose mit Bezuschussung nachrücken.

So etwas ist einfach nur eine Schande und menschenverachtend.“

Kommentare (2)

  • Luenne

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    Zuschuss durch die Stadt oder Aufstockung durch das Arbeitsamt klingt für mich nach gleichen Kosten für die Steuerzahler oder verstehe ich was falsch?

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    • Redaktion Rundblick-Unna.de

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      Den Zuschuss müsste die Stadt aus ihrem städtischen Haushalt bezahlen, natürlich ist das ein Unterschied für eine klamme Kommune.

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