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Schon am ersten Wochenende ein Viertel Unterschriften gegen großes Gewerbegebiet in Fröndenbergs Westen

1100 Unterschriften müssen bis Ende März zusammengekommen – und über 300 wurden bereits nach zwei Tagen gesammelt. „Also ich sage mal: Das schaffen wir“, zeigt sich sich Andreas Hennemann, Initiator des frisch gegründeten organsierten Widerstands gegen das Gewerbegebiet Schürenfeld, äußerst zuversichtlich, die umstrittene Erschließung nahe der B233 in Strickherdicke zu stoppen.

Am Samstag lagen die Unterschriftenlisten der frisch am Vorabend gegründeten Bürgerinitiative (BI) an den Ständen des Dellwiger Weihnachtsmarkts aus. Das sorgte für Diskussionen – durchaus auch für kritische Stimmen, da die Befürworter des Gewerbegebiets – die es ja nun auch gibt, in nicht unerheblicher Zahl – den rappelvollen Budenzauber für die Interessen der Schürenfeldgegner zweckentfremdet sahen.

Andreas Hennemann Tus Jahn

Am Stand des TuS Jahn Dellwig auf dem Weihnachtsmarkt Dellwig legte Vereinschef Andreas Hennemann (li, mit Geschäftsführer Paul Kahlisch) gestern die Unterschriftenlisten gegen die Schürenfeld-Erschließung aus. Sie liefen zügig voll, ähnlich wie an den anderen Ständen.

Für Hennemann und seine Mitstreiter ist es von höchster Wichtigkeit, einer Gewerbeerschließung jener weitläufigen Freifläche im Fröndenberger Westen ein für alle Mal und endlich dauerhaft den Riegel vorzuschieben. Für und Wider werden seit Jahren hitzig politisch debattiert. Bei der Haushaltsverabschiedung einigte sich der Rat vorige Woche mehrheitlich auf ein  Ja zum Schürenfeld. Die CDU, zuvor Gegnerin, stimmte jetzt ebenfalls zhu. „Die CDU ist umgefallen“, stellt dazu Andreas Hennenmann fest.

Die Gründungsversammlung der BI am Freitagabend in der Dellwiger Mehrzweckhalle zeitigte auf Anhieb 67 Mitglieder, freut er sich. Zum Motor der Bewegung zählen neben ihm selbst seine Frau Frauke Hennenmann, die sich aktiv im Naturschutzbund BUND einsetzt, Herbert Dettmer-Prause und Landwirt Friedhelm Westhelle, dem das riesige Feld an der B 233 gehört. „Er will nicht verkaufen“, glaubt Andreas Hennemann ziemlich sicher zu wissen. Für Frauke Hennemann ist die Ansiedlung aus Sicht des Umweltschutzes ein No-Go: Direkt angrenzend beginne mit dem Strickherdicker Bachtal ein Naturschutzgebiet mit seltenen Tierarten.

Die Hauptargumentation der Gegner: Es gebe gar nicht genügend interessierte Firmen für diese riesige Fläche. „Wir sind keine Arbeitsplatzverhinderer“, tritt Andreas Hennemann dem Hauptvorwurf der Befürworter entgegen. „Es gibt dort am Schürenfeld keine Arbeitsplätze zu verhindern, da die Stadt kein einziges ansiedlungswilliges Unternehmen hat. Wo sollen denn diese vielen Firmen mit ihren vielen Arbeitsplätzen noch herkommen? Die Rede ist von 100 000 Quadratmetern.“

Der Vorsitzende des TuS Jahn Dellwig hat bereits vor einem Jahr eine Facebook-Initiative gegen das Schürenfeld gestartet, die jetzt durch die BI-Gründung frischen Input erhält. Überzeugende Befürworterin des Gewerbegebiets ist zusammen mit der SPD (und nun auch der CDU) die Freie Wählergemeinschaft (FWG). Ihr Hauptargument: Fröndenbergs Westen brauche Arbeitsplätze. Ohne Zuzüge könne man um die westlichen Stadtteile alsbald einen Zaun ziehen und „Altersheim“ dranschreiben.

 

 

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