Rundblick-Unna » Schnelles Internet bereits ab Sommer – sofern Frömern in zwei Wochen die 40 %-Hürde knackt

Schnelles Internet bereits ab Sommer – sofern Frömern in zwei Wochen die 40 %-Hürde knackt

Da kann man als Internetnutzer – oder besser -leidender – aus Billmerich oder Massen-Nord schon mal neidisch gen Süden blicken: Während Billmerich – trotz lebhaft erklärten Bedarfs – noch bis 2016 auf zeitgemäßes Internet durch die Stadtwerke warten soll, kriegen Fröndenbergs Dörfer den digitalen Quantensprung in drei bis sechs Monaten gebacken. Gesetzt den Fall, dass in einer festgesetzten Frist ausreichend Verträge mit dem Privatanbieter Muenet abgeschlossen sind.

Dieser ist schon für die Ostbürener und Hohenheider auf die Datenautobahn gesprungen und harrt nun gespannt des Ausgangs von „Projekt 40″ in Frömern. Im an Kessebüren angrenzenden Dorf müssen bis Ende Januar 40 Prozent der Bewohner Vorverträge mit Muenet unterschrieben haben. Bis Freitag waren 12 Prozent erreicht – , die Zeit drängt. Daher boten die Multiplikatoren am Samstagvormittag zusammen mit der Muenet-Geschäftsführung geballte Informationen vor der Holzofenbäckerei Klems an der Twiete.

Die Evangelische Jugend, die an zeitgemäßem Internetzugang in ihrem Jugendheim dringend interessiert ist, kochte Kaffee und warb emsig mit für Vertragsabschlüsse.

Heizpilze wären an diesem frostigen Morgen zwar von Vorteil gewesen; „doch die Ersten standen schon um fünf vor neun hier und haben direkt vor Ort unterschrieben“, freut sich Gerald Herrmann. Schnelles Internet für Frömern – ein Traum würde wahr. „Dafür werden wir bis zum 31. Januar noch von Tür zu Tür gehen“, meinen die Organisatoren um Gerald Hermann, Thilo Kampe und Heiner Sigmann. Schon jetzt bitten sie alle Frömerner, die bereits Verträge abgeschlossen haben: „Sprecht eure Nachbarn an und überzeugt sie davon, wie wichtig es ist, mitzumachen.“ Eine Riesenchance würde vertan: „Bis sich die Telekom mal hier im Dorf engagiert, können fünf bis zehn Jahre vergehen. Eventuell wird nie etwas daraus.“

Im Gegensatz zum Telekommunikationsriesen in Magentarot konzentriert sich Muenet bewusst auf außenliegende Stadtteile und Dörfer, erklärt Geschäftsführe Patrick Nettels. „Ca. 30 Dörfer versorgen wir inzwischen, in Fröndenberg bisher zwei: Ostbüren und Hohenheide.“ Nettels zeigte sich heute bester Dinge, dass auch Frömern seine 40 Prozent schaffen wird.

„In Ostbüren lagen wir 14 Tage vorher auch noch deutlich unter 20 Prozent“, erinnert er an die erste Aktion für schnelles Internet auf Fröndenberger Stadtgebiet im Sommer. „Wenige Tage vor Ablauf der Frist hatten 40 Prozent unterschrieben – und drei Tage danach auf einmal 58 Prozent.“

Der Umstieg von Schneckenlahm auf Glasfaser bedeutet einen Quantensprung, verheißt Nettels. „Momentan bekommen wir in Frömern 0,3 bis 1 Mbit. Nach dem Ausbau: 75 Mbit.“ Damit entfallen nicht nur die müßigen Minuten vor dem Bildschirm, bis sich die aufgerufene Seite überhaupt aufgebaut hat, sondern auch die nervtötenden Augenblicke, in denen das Internet kurzerhand zusammenbricht, unterstreicht Gerald Hermann dieses hochgradige Ärgernis. „Ist der Zugang nur langsam, aber zuverlässig, lässt sich damit noch leben. Das Hauptproblem ist die Instabilität.“ Für Home Office eine Zumutung, wissen die Muenet-Verfechter, und auch die Privatnutzung des World Wide Web ist bei lächerlichem 1 Mbit alles andere als ein reines Vergnügen: „Youtube geht – aber nicht vernünftig“, weiß Patrick Nettels, „und angesagte Angebote wie Video on demand können Sie vergessen.“

Sollte das Projekt 40 in Frömern klappen, wird das Dorf spätestens im Sommer in die digitale Neuzeit gebeamt, kündigt der Muenet-Chef an: „Für den Ausbau brauchen wir drei bis höchstens sechs Monate.“

Der Stand am Samstagabend: 26 Prozent.

Frömern wäre nach Ostbüren und Hohenheide der dritte Fröndenberger Stadtteil, der durch das Unternehmen Muenet mit zeitgemäßen Internetanschlüssen versorgt würde. Die Bewohner von Ostbürenen und der Hohenheide mobilisierten im vergangenen Sommer und Herbst erfolgreich die erforderliche Mindestzahl an Bürgern, die in einer Frist Vorverträge mit Muenet abschlossen. Ohne diese vertragliche und damit finanzielle Absicherung kann das Unternehmen aus betriebswirtschaftlichen Erwägungen nicht an den Ausbau gehen.

Alle Informationen unter http://www.muenet.net/glaskabel/standort/froemern/ und https://www.facebook.com/breitbrand.froemern?fref=photo

 

Kommentieren