Rundblick-Unna » Schließung der Nicolaischule wäre nicht unproblematisch: Drei Perspektiven für Unnas Innenstadtgrundschulen –

Schließung der Nicolaischule wäre nicht unproblematisch: Drei Perspektiven für Unnas Innenstadtgrundschulen –

Die Kinderzahlen sind gesunken und sinken weiter – was bedeutet das für Unnas Grundschulangebot? Schulgutachter Dr. Ernst Rösner hat dazu für die Stadt ein Bedarfsgutachten erstellt. Betrachtet wurde der Zeitraum bis zum Schuljahr 2020/21.

Als Ausgangspunkt: Es gibt derzeit drei Grundschulen in der Stadtmitte: die katholische Katharinenschule (ca. 300 Schüler), die Falkschule (rund 200 Schüler) und die Nicolaischule (stabil um die 100 Schüler). Nicolai- und Falkschule haben seit dem Schuljahr 2000/01 jeweils ein Drittel ihrer Schüler verloren. Bei der Katharinenschule ist diese Tendenz nicht festzustellen.

 


 

Perspektive 1: Beibehaltung aller drei Standorte

Damit nähme die Stadt laut Gutachter Dr. Rösner in Kauf, dass es einen „problematischen Schulraumüberhang“ an Falk- wie Nicolaischule gibt – denn beide Schulen werden stetig weniger Anmeldungen bekommen und sind dann einfach zu groß. In der Nicolaischule müssten evtl. extrem kleine Klassen gebildet werden. Bei Unterschreitung der Mindestschülerzahlen (jetzt 15) droht die Schließung der Schule.

Fazit: Eine Zukunft mit Ungewissheiten.

Falkschule

Die Falkschule.

Perspektive 2: Umwandlung der Nicolaischule in einen Teilstandort der Falkschule

Diese Variante ist landesweit stark verbreitet. Sie hält das Angebot einer (zu) kleinen Grundschule zumindest übergangsweise aufrecht. Die Erreichbarkeit von zwei Grundschulen sichert recht kurze Schulwege, und durch die räumliche Nähe beider Schulen ergeben sich gute Voraussetzungen für eine gemeinsame Schulleitung und einen optimierten Lehrereinsatz (etwa in Vertretungsfällen). Es bleibt das Problem zweier überdimensionierter Schulgebäude.

Fazit: Eine Option mit Schönheitsfehlern.

Perspektive 3: Schließung der Nicolaischule

Aus Gutachter Dr. Rösners Sicht nicht unproblematisch. Der Schulraumbestand der Falkschule allein wäre für dann drei Züge zu knapp bemessen; es fehlen mindestens zwei Unterrichtsräume und ein Mehrzweckraum. Zudem sind zwei Unterrichtsräume in Pavillons untergebracht sind, allenfalls eine suboptimale Lösung. Bei der starken Nachfrage nach OGS-Plätzen muss auch hinreichend Raum geboten werden; dazu reicht aber vor allem die Mensa an der Falkschule nicht aus. Und: Die künftige Schule muss ihrem Inklusionsauftrag gerecht werden – mit barrierefreien Zugängen und Krrsräumen für Differenzierung. Auf die Sadt kämen also erhebliche Ausbaukosten zu. Vorteil: die Grundstücksreserven. Zudem könne evtl. die Mensa des Ev. Krankenhauses wieder mitgenutzt werden.

Fazit: Aus Kostengründen nicht das Optimum.

Perspektive 4: Neubau einer Grundschule

Diese Möglichkeit hat der Rat mit dem Beschluss des Spar-Haushalts  2015/16 verworfen: zu teuer.

 

Das Gutachten steht als pdf-Download auf der Homepage der Stadt Unna:

http://www.unna.de/kreisstadt+unna/kreisstadt-unna/startseite/aktuelle-meldungen/kurzgutachten-zum-schulraumbedarf-der-grundschulen-in-unna-mitte-liegt-vor.html

Kommentare (1)

  • Christel

    |

    Wieso jetzt eigentlich wieder Perspektiven ? Im Dezember war es noch so dringend, ganz schnell Geld über Grundstücksvermarktung mit der Schließung der Nicolaischule reinzuholen.
    Und auf einmal ist wie von Zauberhand ein Plus im Kulturhaushalt entstanden.
    Fällt Euch was auf ??
    Ja, der Bürgermeister verzögert alle Entscheidungen- er möchte ja wiedergewählt werden.
    Und dann….wird er sich mit unangenehmen Entscheidungen aus dem Amt verabschieden und dies einem Parteikollegen vererben.
    Aussitzen von unangenehmen Entscheidungen ist geübte Praxis. Das Vorbild liefert die Groko. Und weil in diesem Land ständig irgendwo Landtagswahlen sind, wird alles verschleppt. Und als Erklärung für die ganze Misere sind es dann wieder fehlende Steuereinnahmen, die Wirtschaftslage oder sonstwas.

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