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Schick, vernünftig, trotzdem flott

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Flachgelegte PS-Protze ohne Sinn und Verstand (bis auf den Sinn des Herumprotzen eben) – mit Null Rücksicht auf die Umwelt und die Mitmenschen: das war (hoffentlich – bald) endgültig einmal. „Hybrid ist im Kommen“, weiß ein Händler wie Matthias Muermann, „und zwar ganz stark und deutlich.“

Schon jeder zweite Neuwagen ist beim Unna-Kamener Toyotahändler die Hybridversion, quer durch alle Modelle vom Prius und dem Auris bis bis zum Yaris, dem Baby-Toyota. Wobei selbst dieser Mini beachtliche 100 PS unter der kleinen Haube birgt – „es ist heute ein Irrglaube, zu denken, man wäre in einem Kleinwagen automatisch untermotorisiert“, erklärt Matthias Muermann. Im Gegenteil, die kleinen Flotten gehen quer durch alle Marken ab wie Schmidts Katze.

Autoherbst 2013 in der Unnaer City: Wieder einmal strahlt die Sonne wie unverschämt, und Hans-Peter Wigger, Ehrenvorsitzender des City-Werberings, bestätigt mit blinzelndem Bierernst die entschieden erfreuliche Lage: „Man muss dazu wissen, dass Walter Kratz und ich jedes Jahr genau einen Tag vor dem Autoherbst zum Wetteramt nach Essen fahren und dort die best möglichen Konditionen aushandeln.“

Innovative Neuheiten und erstaunlich flotte Kleinwagen

Hat auch diesmal funktioniert, und so flutet das autoschaulustige Publikum bereits am frühen Samstagvormittag die Innenstadt. Dort reihen sich blitzende Stoßstangen dicht an dicht und stellen die örtlichen Autohändler vom Rathausplatz bis zum Alten Markt ihre innovativen Neuheiten, vernünftigen (und doch erstaunlich flotten) Kleinwagen sowie blank polierte Vorzeigemodelle aus.

Schauen möchten alle Generationen gerne, vom Rentnerpaar („Hat der Allradantrieb?“, „Der Einstieg ist schön hoch, das ist für uns die Hauptsache“) bis zur jungen Familie, die fachkundig das Kofferraumvolumen eines dunkelblauen Kombis inspiziert und sich ebenfalls stark mit der Hybridfrage stark beschäftigt. Kostenmäßig, wissen die Händler, liegen Hybrid, Diesel und Benziner inzwischen nah beieinander bzw. sind schon fast deckungsgleich.

Sportboliden für Siebenjährige

Auch schnelle Sportflitzer gab es beim Autoherbst 2013 in Unna.

Leider nicht schnell genug. Foto: Silvia Rinke

Emotionsgesteuertes Publikum wie Linus (7) interessiert sich für die ökologische Frage herzlich wenig. Der Knirps versinkt mit leuchtenden Augen im Polster eines tellerflachen silbernen Sportboliden und erklärt seinem amüsierten Vater in cooler Lässigkeit seine Präferenzen – kann dabei kaum übers Lenkrad gucken: „Nee, der ist nicht schnell genug, ich will ´nen richtigen Sportwagen!“

Ein anderer Steppke rüttelt auf dem Alten Markt ungeduldig an einer verschlossenen braun-metallicfarbenen Autotür: „Ich will mich hier reinsetzen, Papa!“ – „… äh, ich glaube, das Auto gehört hier irgendwem“, schiebt der Vater seinen Spross eilig weiter und deutet auf das Nummernschild: Darauf steht nicht der Modellname wie bei allen anderen ausgestellten Autos, sondern UN- und dann eine Ziffern- und eine Nummernfolge. „Man muss an diesem Wochenende höllisch aufpassen, wenn man irgendwo parkt“, witzelt ein älterer Herr im Vorübergehen: „Plötzlich setzt sich irgendwer hinters Steuer, und weg ist der Wagen!“ Nein – solche Auswüchse sind beim Unnaer Autoherbst bislang dem Vernehmen nach noch nicht vorgekommen…

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