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Sanierung Fußgängerzone: CDU schwenkt auf „Jein“ ein

„Irgendwann wird die Neugestaltung kommen“ – das klingt doch schon ganz anders als als „eine Neugestaltung der Fußgängerzone ist purer Luxus“. „Die Front der Sanierungsgegner bröckelt“, frohlockte denn auch FLU-Fraktionschef Klaus Göldner händereibend im Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag, doch die CDU meldete sogleich Protest an. Man habe nie!, behauptete Fraktionsvorsitzender Gerd Heckmann, einen Sanierungsbedarf generell bestritten. Man habe bloß immer mahnend (und verantwortungsbewusst) auf Unnas leere Kassen verwiesen.

„Nicht jetzt, vielleicht später – vielleicht kommt später nie“, so lässt sichs grob die bisherige CDU-Haltung zur Bummelzonensanierung beschreiben. Im Hauptausschuss gestand sie nun offen ein,  dass „eine Neugestaltung irgendwann kommen wird“. Weil: „…vor allem Menschen mit Berhinderungen Schwierigkeiten haben“ auf dem holprigen Pflaster. Als Resultat aus dieser Erkenntnis legten die Christdemokraten einen eher skurril wirkenden Antrag vor: Als Übergangslösung (bis das Geld für eine Totalsanierung irgendwann da ist) soll die Stadt das Gehen und Stellen in der Bummelzone neu regeln. Passanten sollen nicht mehr auf den historischen Holpersteinen in der Mitte herumstolpern, sondern auf den Seitenstreifen flanieren. Die sind fugenlos gepflastert und topfeben.

Dummerweise werden diese Seitenstreifen lebhaft von den Geschäftsleuten genutzt, besonders eifrig an der Massener Straße. Sie präsentieren Waren dort – die meisten maßvoll, einzelne auch ausufernd -, stellen Werbeständer vor ihren Geschäften auf oder nutzen die Seitenstreifen für Außengastronomie. Dies alles sollen sie künftig (stark) einschränken, schlägt die CDU vor – sprich weg mit den Warenständern vom topfebenen Pflaster und freie Bahn für die Passanten. Die Stadt soll „im Einvernehmen mit den Geschäftsleuten“ ein Nutzungskonzept entwickeln und verbindlich in einer Satzung festschreiben, schreiben die Christdemokraten in ihrem Antrag. Gerd Heckmann versprach: „Wir werden die Geschäftsleute davon überzeugen. Wir haben noch heute Abend“ (am Donnerstag, d. Red.)“ein Gespräch mit dem City-Werbering.“ Na, auf dieses Einvernehmen sei er jetzt schon gespannt, kommentierte Klaus Göldner gallig.

Fußgängerzone Bahnhofstraße

Pirat Christoph Tetzner pflichtet ihm trocken bei, er finde den CDU-Antrag „auch sehr lustig“, da inzwischen ein Blinder sehe, dass vor allem die Fußgängerzone im Bereich der Massener Straße „einfach zum Schandfleck“ verkommen sei. „Mal hier ein Loch zu, mal dort, mal Warenstände von A nach B schieben. Warum machen wir es nicht einmal aufwändiger, aber dafür richtig? Flickschusterei wird im Endeffekt teurer.“

Volker König, SPD-Stadtverbandsvorsitzender, verwies salamonisch auf den Hinweis des Bürgermeisters: Ein-, zweimal im Jahr finde ohnehin eine Begehung der Fußgängerzone statt. Am Ergebnis könne man ja sehen, ob man die Waren und Tische in irgendeine Richtung umrücken könne und ob / wo freier Durchgang für Passsanten möglich wäre. „Wir sollten dazu das Statement der Stadt im Ausschuss für Feuerschutz, Sicherheit und Ordnung abwarten“, empfahl König.

Und auch die auf ein Fraktionsduett geschrumpfte FDP tat noch ihre Meinung kund: Es sei zwar „alles gesagt, aber noch nicht von jedem“, witzelte Fraktionschef Martin Bick: Also sagte er: „Die Fußgängerzone ist unser Wohnzimmer, das, was der Bürger als erstes sieht, wenn er aus dem Bahnhof kommt.“ Und zweifelsfrei sei dieses Wohnzimmers zumindest in Teilbereichen renovierungsbedürftig. „Insgesamt muss was passieren!“ Was aber nun, wollte auch den bzw. dem Liberalen partout nicht einfallen.

 

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