Rundblick-Unna » „Ruhrgebietender“ Künstler trägt Eulen nach Fröndenberg

„Ruhrgebietender“ Künstler trägt Eulen nach Fröndenberg

Diese Besessenheit, Kunst zu schaffen von Jugend an. „Ich wollte nichts anderes. Ich hab´ nachts im Bett gezeichnet.“ Günter Rückerts erste Ausstellung in einer Kneipe – „ich hab´ zehn Bilder verkauft, yeah!“ Bei seiner äußerst aufgeräumten Vernissage heute Vormittag beim Kunstverein Fröndenberg (Alleestraße) unterstrich der Dortmunder Künstler seine Leidenschaft derart lebhaft mit Händen und Füßen, dass die ihn umringenden Besucher aus dem Lachen kaum herauskamen; zumal auch Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe bei seiner Begrüßungsrede zu erstaunlicher Höchstform auflief.

44 Rückert-Werke, viele aktuell aus diesem Jahr, zur Ausstellung zusammengefasst unter dem inhaltsschwangeren Titel „ruhrgebietend“. Was ist das für ein Wort?, rief Rebbe in den Raum, „Was hat sich der Künstler dabei gedacht? Hat er sich überhaupt etwas gedacht?! Es gab dieses Wort gar nicht, bis es diese Ausstellung gab! Es wurde eigens für diese Ausstellung neu geschaffen, eine neue Kreation! Das ist großartig, das ist fantastisch!“

Günter Rückert Frö (13)

Günter Rückert Frö (9)

Fantastisch findet es Kunstvereins-Vorsitzender Peter Trautner (oben, li.) nun selbstverständlich sowieso, dass mit dem bekennenden Dortmunder Günter Rückert wieder ein ruhrgebietsweit bedeutender Künstler in Fröndenberg ausstellt.

„Er kam mit ein paar Bildern unterm Arm hier an und war ganz überrascht, wieviel hier reinpasst“, witzelte Trautner in der ihm eigenen flapsigen Art und schob gleich noch eine passende Frage plus Feststellung hinerher: „Ist es noch Kunst, wenn es so dicht hängt?“ sowie: „Bei Kunst denkt man ja zunächst an Picasso und nackte Frauen.“

Günter Rückert Frö (5)

Das wird zu Hause noch ausdiskutiert, scherzte Trautners anwesende Ehefrau, doch Witz beiseite: Ja, Günter Rückerts Bilder hängen im Kunstladen an der Allee ziemlich dicht nebeneinander. Sie wirken aber dennoch (vielleicht gerade deshalb?) sehr schön passig und harmonisch, da vor allem auch eine Reihe Bilder extra für diese Ausstellung gefertigt wurden: Und dazu trug Günter Rückert auch die sprichwörtlichen Eulen nach Athen bzw. nach Fröndenberg, denn sieben allerliebste Eulenbilder hat er mit Farbstift und Tusche auf Karton gezeichnet.

Günter Rückert Frö (4)

Ruhrgrenzbaumeule.

Günter Rückert Frö (3)

Eule vor Rapsfeld.

Günter Rückert Trichtereulen

Trichtereulenhockung.

„Trichtereulenhockung“ (drei Eulchen gemütlich auf dem Ran des Himmelmanntrichters), „Eulen vor Rapsfeld“ (Eulenpärchen innig auf der Bank am Krausen Baum) – oder der „Stiftskircheneulengang“: Hier hatte Fotograf Manfred Scharfenberg (der Rückert zusammen mit seiner Frau Ulla die Fröndenberg-Motive lieferte) ein witziges Erlebnis: „Als ich das Stiftsgebäude fotografierte, standen gerade zwei Gästeführer in historischen Gewändern davor.“ Ja, und diese zwei finden sich nun – als niedliche Eulen verewigt – auf einem echten Günter Rückert wieder.

Stiftseulengang

Stiftskircheneulengang.

Die Ausstellung im Kunstladen an der Alleestraße 15 ist noch bis zum 28. Juni zu sehen. Infos zum Künstler und seinen Werken unter www.guenter-rueckert.de


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