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Rosenkrieg bei Piraten: Partei stellt Ratsherrn Tetzner kalt – Keine Schreibrechte mehr im Internet

Es gleicht dem Rosenkrieg nach einer Scheidung im Unfrieden – und entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Denn ausgerechnet die Piratenpartei, die die Fahne der Transparenz (im Netz) so hoch hält, stellt einen Mitpiraten ohne Absprache im Internet kalt.

Christoph_Tetzner

In allen Piratenblogs kaltgestellt: Christoph Tetzner.

Rats-Pirat Christoph Tetzner wurde jedenfalls eiskalt erwischt: Als er gestern Morgen versuchte, Ergebnisse einer Veranstaltung von Montagabend an die Mitglieder zu posten, stellte er geschockt fest: Klappt nicht mehr. Nichts klappte mehr. Die Partei hatte ihm die Schreibrechte für sämtliche Piraten-Blogs entzogen – einschließlich den Zugang zur Rats-Fraktionshomepage, die Tetzner bis vor einer Woche noch als Fraktionsvorsitzender verantwortet und eifrig mit Meldungen gefüttert hatte.

Da es die Fraktion nicht mehr gibt – Tetzners Mitpiratin Heike Palm hatte sie durch ihren Austritt bekanntlich aufgelöst – könne auch nicht mehr im Namen der Fraktion gepostet werden, erfuhr der völlig fassungslose fraktionslose Ratspirat auf Rückfrage bei den „Verwaltungspiraten“ der Kreis-Partei. Deswegen seien die Schreibrechte auf der Fraktionsseite für alle – sprich beide – ehemaligen Fraktionsmitglieder (Tetzner und Palm) – zurückgesetzt worden.

Auch auf dem AK.Blog der Piraten kann Christoph Tetzner nichts mehr posten. Hier hätten die Sprecher Schreibrechte, bekam er mitgeteilt, über weitere Rechtevergaben müsse der AK entscheiden. Auf der Kreisseite wiederum dürften die „Pressepiraten“ und die „Verwaltungspiraten“ Mitteilungen und Ankündigungen einstellen. Wer Informationen an alle Mitglieder verteilen wolle, könne die entsprechenden Mailinglisten nutzen.

Der völlig aufgebrachte Ratspirat fühlt sich dennoch abrupt kalt gestellt – da er die genannten Schreibrechte bis Montag schließlich besaß. „Dass es mir genommen oder eingeschränkt wurde, hätte kommuniziert werden müssen!“, schimpft Christoph Tetzner.

Der frühere Fraktionschef will dieses „eigenmächtige Vorgehen eines einzelnen Verwaltungspiraten“ jedenfalls nicht hinnehmen. „Ich habe den Landesvorstand eingeschaltet und werde mit ihm reden. Das Landesschiedsgericht wird diesbezüglich ebenfalls eingeschaltet“, erklärt Tetzner entschlossen. Kein Parteimitglied habe das Recht, eigenmächtig die Fraktionsseite abzustellen „noch sonst irgendetwas, was die Fraktion anbetrifft“.

Für Januar/Februar hat Christoph Tetzner öffentlich eine Ortsmitgliederversammlung (OVM) beantragt.

 

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