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Religionen gemeinsam gegen Krieg, Terror und Tod

Eineinhalb Stunden auf harten Holzbänken damit zuzubringen, gemeinsam zu beten. Christliche, muslimische, jüdische, hinduistische, buddhistische Mitbürger. Das Gebet der Religionen in der Bürgerhalle am Montagabend in der Bürgerhalle bewies: Unna kann es.


Und Unna will es. Das bewiesen die vielen Menschen unterschiedlicher Glaubens- und Religionsrichtungen, die sich auf Initiative der Caritas zu diesem intensiven Abend zusammengefunden hatten und neben vielen anderen meditativen, nachdenklich machenden Texten auch ein gemeinsames afrikanisches Gebet sprachen. Nachhaltigen Eindruck hinterließ ein Vater dreier Kinder – gläubiger alevitischer Muslim –, als er sich vorn hinstellte und einfach mit erschütternder Offenheit zu sprechen begann: „Ich kann nicht mehr beten, wenn ich sehe, was im Namen Allahs in der Welt geschieht. Ich kann nicht mehr essen, wenn ich das Elend der Kinder auf der Flucht sehe. Ich kann nicht mehr schlafen mit dem Wissen, wie viele Menschen sich in den Bergen verstecken und um ihr Leben bangen müssen. Das alles geschieht nicht im Namen Allahs.“
Für die drei Kinder dieses Vaters wurden im Anschluss drei Kerzen angezündet, stellvertretend für Hunderte und Tausende anderer Kinder: die erste Kerze entflammte für das hungernde Kind, die zweite für das Kind auf der Flucht, die dritte für das getötete Kind. Zum Abschluss schwebten still Luftballons mit Gebetskarten in den Abendhimmel. Unna kann es.

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