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Rats-Pirat Tetzner beharrt: Lindenbrauerei braucht kaufmännischen Sachverstand statt höherer Zuschüsse

Der Verdacht, dass die Stadt die Lindenbrauerei-Gastronomie von Steuergeldern subventioniert (Rundblick berichtete), wird am 27. Januar eingehend hinterfragt werden. Dann trifft sich der interfraktionelle Arbeitskreis Kultur zur Beratung über den Wirtschaftsplan des Kulturzentrums – und darüber, ob die Finanzlage einen dauerhaft höheren Zuschuss aus dem Stadtsäckel rechtfertigt.

Christoph Tetzner, fraktionsloser Ratspirat, veröffentlichte heute in seinem „Piratenblog“ die Forderung: Stellt der Lindenbrauerei einen Kaufmann zur Seite. Denn die Auflistung der Finanzen sei mehr als undurchsichtig und extrem fragwürdig.

Tetzner hatte zu Wochenbeginn die verwirrende Einnahmen- und Ausgabenaufstellung im Wirtschaftsplan der Lindenbrauerei massiv hinterfragt. Personalkosten von 310 000 Euro, kritisierte er, tauchten z. B. unter „Allgemeines“ auf – statt im Gastro-Bereich, wo sie offensichtlich hingehörten. Die Gastronomie sei daher – natürlich – als gewinnbringend ausgewiesen.

„Sollten aber die Ausgaben für die Mitarbeiter tatsächlich schon im Kostenblock der Gastronomie eingerechnet sein – wie Geschäftsführerin Regina Ranft behauptet: Wieso dann noch diese zusätzlichen 310 000 Euro für Personal in allgemeine Ausgaben für Verwaltung? Wer in der Verwaltung der Lindenbrauerei bekommt denn ein derart fürstliches Gehalt?“, hakt der betriebswirtschaftlich erfahrene Ratsherr nach. So oder so: „Es bleibt verwirrend und kommt nicht hin.“

In den Übersichten der Kulturzentrums-Geschäftsführung wurde nach Tetzners Einschätzung der Versuch gestartet, zwischen „Wirtschaftsbetrieben“ (Gastronomie und Disco) und Kulturellen Zweckbetriebe (Konzerte, Kabarett/Comedy, Kooperationen/Vermietungen, sonstige Veranstaltungen) zu unterscheiden. Für beide Bereiche wurden jeweils Einnahmen und Kosten aufgelistet. „Auf der Kostenseite jedoch wurden Gemeinkosten aufgeführt, die nicht einer der beiden Sparten zugeordnet wurden. Ich finde es schon bedenklich, wenn beide Einzelsparten einen Einnahmenüberschuss ausweisen ohne diese Gemeinkosten von immerhin 1,1 Mio. Euro“, moniert Tetzner.

Angesichts eines städtischen Zuschusses von künftig 270 000 Euro im Jahr müsse man sich schon mal Fragen gefallen lassen, „auch die nach einer möglichen Subventionierung eines Gastronomiebetriebes mit Steuermitteln. Wir Ratsmitglieder sollten eine Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen fällen und nicht weiter im Dunkeln tappen müssen.“

Bei keinem der vielzähligen Vereine, die die Stadt unterstütze, sei die Informationslage über die Finanzen so undurchsichtig wie bei der Lindenbrauerei. Wofür gebe das Kulturzentrum eigentlich 52 000 Euro Ausgaben für Buchhaltung und Verwaltung aus – wie angegeben? „Vielleicht wäre es unter den Umständen sinnvoller, dem Verein und der Geschäftsführung einen Kaufmann zur Seite zu stellen, anstelle den Etat von bereits 199 000 Euro weiter aufzustocken“, schlägt Christoph Tetzner vor.

 

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