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Radstation soll dauerhaft angeschoben werden

Der Eingang zur Radstation am Bahnhof Unna. Foto: Silvia Rinke

Der Eingang zur Radstation am Bahnhof Unna. Foto: Silvia Rinke

Soll, darf, muss Unna das Radfahren dauerhaft subventionieren? Aber ja, bekräftigt  SPD-Fraktionschef Michael Hoffmann – und nicht nur, weil er selbst viel und begeistert in die Pedale tritt: „Wenn die Parkhäuser für Autos durch städtische Mittel  bezuschusst werden, kann man da für Fahrräder keine andere Entscheidung treffen“, findet er. Die Rede ist von der Radstation am Bahnhof, die die Stadt im vorigen Jahr mit einem fünfstelligen Betrag –  14 500 Euro – absicherte. Zielvorgabe war dabei eigentlich, dass der DasDies-Service –  Tochter der AWO – die Finanzierung fortan allein stemmt. Nun zeichnet sich aber ab: Das wird nicht funktionieren. Dauerhaft nicht. Die AWO-Tochter setzt erneut auf jeweils 12 500 Euro von der Stadt für dieses Jahr sowie das Folgende.

Als einzige Ratsfraktionen stellt die SPD bereits grundsätzlich ihr Ja zur weiteren Unterstützung der Radstation fest, während CDU, Freie Liste und auch die GAL  zu Wochenbeginn noch etwas Bedenkzeit brauchten. Grundsätzlich sehen sie aber wie die SPD das öffentliche Interesse der Radstation, die schließlich nicht nur ihren 309 radelnden Nutzern diene, sondern indirekt zugleich den Autofahrern – da jeder, der aufs Rad steige, am Bahnhof keinen Pkw-Parkplatz benötige und außerdem den Verkehrslärm nebst Verschmutzung dezimiere. Diskussionsbedarf besteht indes noch in der Höhe der (ständigen) Beifinanzierung. Einzig die FDP („Wir waren vor einem Jahr schon dagegen“) fordert nach Offenbarwerdung der dauerhaften Finanzierungslücke eine Grundsatzdiskussion. Die SPD vertritt hingegen vehement die Überzeugung: Wer tatsächlich mehr Bürger aufs Fahrrad bringen will, der muss auch entsprechende Angebote vorhalten – und sich diese Angebote notfalls auch etwas kosten lassen, zumal nicht wenige Kommunen im Umkreis neidvoll auf die Radstation blicken.

Und die Sozialdemokraten sehen sich frisch in ihrer Ansicht bestätigt: Nach erfolgreich durchlaufenem „Bypad“-Prozess ist Unna in den Kreis erfolgreicher europäischer Fahrradstädte aufgenommen worden. Bei Bypad handelt es sich um ein Qualitätsmanagement-Audit, bei dem die Radverkehrsförderung unter die Lupe kommt – und zwar nicht von externen Gutachtern, sondern von Menschen vor Ort. Eine 16-köpfige Arbeitsgruppe – Ratspolitiker, Verwaltungsfachleute, Kreispolizei, Kreis Unna, ADFC und Fahrradtourismus – untersuchte Unnas Radverkehrspolitik auf ihre Schwächen und Stärken. Ergebnis dieser detaillierten Analyse: Unna ist auf einem guten Weg. Inzwischen besteht das Bypad aus über 130 Städten und Regionen:  Neben Unna wurde Bypad in Deutschland bisher in Troisdorf, Marl, Köln, Bünde, Ettlingen, Kiel, Lüneburg, Rostock, Karlsruhe und Münster eingesetzt.

 

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