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Radler geben Unna nur eine 3 minus – ADFC wirft der Kreisstadt Stillstand in Sachen Fahrradfreundlichkeit vor

Prima Fahrradklima? Na ja. In der Schule gilt ein Abiturschnitt von 3,3 heute eher als grenzwertig. „Befriedigend“ mit einem kleinen Minus dahinter: Mehr ist momentan auch für Unna, die fahrradfreundliche Stadt, aus Radlersicht nicht drin.

Der Radclub ADFC bemängelt „Stillstand“ in der Kreisstadt. Besonders schlecht schneiden Reinigung und Winterdienst auf Radwegen ab. Es gibt dicke Bretter zu bohren, lautet die Schlussfolgerung aus dem neu veröffentlichten  Fahrradklima-Test des ADFC. Einzig in einem Bereich erhält Unna Spitzenwerte: bei der Durchlässigkeit der Einbahnstraßen in Gegenrichtung.

radfahren einbahnstraße

Mit befriedigenden bis mäßig befriedigenden Noten bewerten die Radler das Fahrradklima allgemein im Kreis Unna. In Selm gibt es die größte Zufriedenheit (die Stadt an der Grenze zum Münsterland freut sich als einzige über eine 2 vor dem Komma – 2,9). Dahinter – jawohl – schließt Bergkamen auf (2,96), gefolgt von Unna mit einigem Abstand (3,31).

Kamen erreicht die Note 3,37 und liegt damit vor Werne (3,48) und Lünen (3,68). In Schwerte wird das Fahrradklima mit 3,82 am schlechtesten bewertet. Im Jahr 2012 gab es den letzten bundesweiten Fahrradklimatest. Den größten Sprung nach vorn hat Selm gemacht, aber auch Bergkamen konnte sich verbessern. In Unna bemängeln die Tester hingegen einen Stillstand – ebenso wie in Schwerte und Werne. Und Lünen hat sich sogar verschlechtert. Bönen, Holzwickede und Fröndenberg kamen nicht ins Ranking, da sich weniger als 50 Teilnehmer an der Klimatestumfrage beteiligt hatten. In Selm und Unna konnten die meisten Radler bezogen auf die Einwohnerzahl zur Teilnahme an der Klimatestumfrage aktiviert werden.

Sowohl in Unna wie in den meisten anderen Städten des Kreisgebietes fallen drei Aspekte besonders negativ auf. 1. Die Reinigung und der Winterdienst auf Radwegen – kaum ausreichend, höchstens 4- also. 2.: Die Ausschilderung an Baustellen – häufig grenzwertig bzw. erst gar nicht vorhanden. 3.: die Ampelschaltungen für den Radverkehr: verbesserungswürdig.  Gelobt wurde überall die gute Erreichbarkeit der Stadtzentren sowie die lebhafte Werbung fürs Radfahren.

Bundesweit belegen die Städte Reken (Note 1,94), Bocholt (Note 2,04) und Ketzin (Note 2,20) die ersten drei Plätze im Fahrradklimatest. Unter den Großstädten rangiert Münster mit der Note 2,50 auf dem ersten Platz.

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