Rundblick-Unna » Prügel-Video von angeblicher „ausländischer Bahnsecurity“ wurde von Rechtsextremen verfälscht

Prügel-Video von angeblicher „ausländischer Bahnsecurity“ wurde von Rechtsextremen verfälscht

Die kurze Videosequenz einer brutalen Prügelszene auf dem Dortmunder Bahnhofsvorplatz wurde am Sonntag über die sozialen Medien verbreitet. Schlagzeile dazu: „Ausländische Bahnsecurity verprügelt Dortmunder“. Die Verfasser des Online-Mediums „DortmundEcho“ stellen folgenden Text dazu: „Ein unglaublicher Vorfall hat sich in der Nacht auf Samstag (4. April 2015) auf dem Vorplatz des Dortmunder Hauptbahnhofes ereignet: Ohne Anlass prügelten mehr als ein halbes Dutzend Mitarbeiter der Bahnsicherheit („Bahnsecurity“) auf einen jungen Mann ein. Sogar Passanten, die versuchten, durch Zurufe deeskalierend auf die Situation einzuwirken, wurden ebenfalls mit Pfefferspray angegriffen. Dreisterweise versuchten sich die Schläger in DB-Uniform anschließend selbst als Opfer zu verklären – zum Verhängnis dürfte ihnen jetzt ein Beweisvideo werden, welches dem „DortmundEcho“ vorliegt.“

Dieses Beweisvideo hat die Dortmunder Polizei jetzt einkassiert. Sie stellt das Gewaltdelikt in einer Pressemitteilung von heute Mittag wie folgt dar:

„Einem Körperverletzungsdelikt auf dem Bahnhofsvorplatz am vergangenen Wochenende folgte eine Wohnungsdurchsuchung bei einem Zeugen, der eine kurze Videosequenz dieses Vorfalls online stellte. Nach ersten Erkenntnissen, Zeugenaussagen und Vernehmungen ereignete sich der Vorfall wie folgt:

Gegen 0:30 Uhr  hielten sich eine 23-jährige Oberhausenerin und ihr 19-jähriger Begleiter aus Eutin vor dem Hauptbahnhof auf. Zu diesem Zeitpunkt näherte sich aus dem Bahnhof eine Gruppe von vier Männern. Einer dieser Männer, ein 27-jähriger Dortmunder, soll den 19-Jährigen mit „Antifa“ angesprochen und grundlos geschubst haben. Bei Erkennen der sich androhenden Auseinandersetzung schritten Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Deutschen Bahn ein.“

Es folgte eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen der Security und drei Männern der vierköpfigen Gruppe: Einer von ihnen setzte Pfefferspray gegen das Sicherheitspersonal ein. Trotz mehrfacher lauter Aufforderung, das Spray fallen zu lassen, sprühte der 23-Jährige aggressiv weiter – die  Security musste erst den Schlagstock sprechen lassen.

Bei der anschließenden Durchsuchung kassierten die Beamten weitere Pfeffersprays bei zwei jungen Männern aus der Gruppe, 27 und 25 Jahre alt. Letzter trug zudem – etwas bizarr – eine Seenotrettungsfackel mit sich.

Alle Mitarbeiter der Bahn-Security mussten anschließend ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Die ersten Ermittlungen ergaben, dass der 25-jährige Dortmunder den gesamten Vorfall „als Pressevertreter“ mit einem Handy mitgefilmt hatte. Er und seine drei Begleiter sind der Polizei Dortmund als politisch motivierte Straftäter bekannt und / oder dem rechtsextremistischen Spektrum zuzuordnen.

Für die Wohnung dieses wichtigen Zeugen wurde ein Durchsuchungsbeschluss erwirkt. Bei der darauffolgenden Wohnungsdurchsuchung, die der Zeuge bereits erwartet hatte und auf die er dementsprechend vorbereitet war, stellten die Beamten Datenträger sicher.

Die Auswertung der Datenträger dauert ebenso wie die weiteren Ermittlungen des Staatsschutzes an.

Hier der Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=5aH5Llj-M0o

 

Kommentare (14)

  • Juan Carlos García via Facebook

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    Wie zu erwarten. Der Film beginnt auch erst dann, wo die Sicherheitskräfte den jaust zu Boden drücken! Was davor geschehen ist, sieht man mal wieder nicht… Und schon beginnt die Hetzjagd

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Ja, Juan Carlos Garcia, die Videosequenz hatte bis zur Klärung durch die Polizei leider bereits reichlich Zeit, über die sozialen Netzwerke verbreitet zu werden.

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  • Fürst

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    “Ausländische Bahnsecurity……“
    Mal nachdenken, wahrnehmen!

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  • Helmut Brune

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    Das ist dann ein Nachteil der immer Besser werdenden digitalen Möglichkeiten, daß Dinge verfälscht wiedergegeben werden können. Also sind Video’s von Youtube mit Vorsicht zu genießen. Nicht alles ist Wahr, was man sieht.

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  • Stoffl Hapunkt via Facebook

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    Traurig das soviele es direkt geglaubt haben und mit hetzen..
    Aber warum auch hinterfragen, warum der Rest von der schönen brutalen Geschichte nicht zu sehen ist? nein? nur dem Text glauben und sich nicht fragen .. aufallend genug war alleine, dass immer wieder „Migrationshintergrund“ betont wurde, das schreit doch nach Hetzerei … alleine welche Seite es gepostet hatte .. jahaa.. aufwachen MENSCHEN! … -.-

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  • Fürst

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    Ich liebe Menschen mit Menstruationshintergrund.

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  • Mimi Lüger via Facebook

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    Marvin B. Beam Melina Siebert

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  • Heinz Müller via Facebook

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    Bevor hier jeder wieder den mehfach kolportierten Meldungen von Polizei und verschiedener Nachrichtenseiten ohne zu hinterfragen auf den Leim gegangen wird, hier mal die Gegendarstellung in der einige interessante Dinge aus erster Hand geschildert werden. Ich finde man sollte sich zumindest auch diese Quelle anschauen und sich dann seine Meinung bilden. So fair sollte man sein. http://www.dortmundecho.org/2015/04/bahnhofueberfall-so-dreist-luegt-die-dortmunder-polizei/

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  • Stella Maris via Facebook

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    Selbst wenn das Video den Vorfall nicht von Anfang an zeigt: es ist doch recht unverhältnismäßig mit drei Sicherheitskräften auf einen bereits am Boden liegenden Mann einzuprügeln.

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  • Heinz Müller via Facebook

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    Frage: wurde hier schon wieder mein Beitrag gelöscht?! Falls ja, hätte ich gerne eine Begründung diesbezüglich. Danke.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      ?? Hier wird nichts kommentarlos gelöscht, Heinz Müller. In seltenen Fällen verbergen wir Kommentare, die Beleidigungen enthalten, nach Rücksprache mit den betreffenden Usern. Und „schon wieder“…?

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Heinz Müller: Unser Team hat nichts gelöscht, wie erwähnt, das tun wir nicht ohne Rückmeldung. Es kann sein, dass ein User sich bei Facebook über den Kommentar beschwert hat und er von dort gelöscht wurde. Wenn Sie über die Kommentarfunktion unserer Rundblickseite gehen, geschieht das nicht. VG.

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