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Polizei warnt vor Pauschalisierungen: Kriminalität im Bereich der Flüchtlingsunterkünfte nicht gestiegen

Die momentane Häufung von Einbrüchen (Berichte dazu hier auf Rundblick) steht ursächlich in keinem Zusammenhang mit dem Zuzug von Flüchtlingen. Dies betont Kreispolizeisprecherin Ute Hellmann aus aktuellem Anlass auf Rundblick-Anfrage und warnt eindringlich vor Vorverurteilung. Speziell davor,  sämtliche „Ausländer“ pauschal in einen Topf zu werfen und das Etikett „kriminell“ draufzukleben.

„Wir beobachten keinerlei Anstieg der Kriminalität, weder im Umfeld der früheren Landesstelle Massen noch an der Dortmunder Allee„, unterstreicht Ute Hellmann. In dem früheren Polizeigebäude in Südkamenn sind inzwischen 300 Menschen untergebracht, in Massen an der Buderusstraße rund 800. Dies sorgt in Massen ohnehin schon für Diskussionen, vor allem aber da sich viele Bürger über den wachsenden Zuzug von Menschen so vieler unterschiedlicher Nationalitäten ungenügend informiert fühlten.

Für erneute Debatten sorgt jetzt ein weiteres neues „Containerdorf“ im angrenzenden Dortmunder Stadtteil Wickede, knapp zweieinhalb Kilometer von Massen entfernt, wo ab Januar 120 Flüchtlinge einziehen werden.

Mit der aktuell kaum noch einen Tag abreißenden Einbruchserie lässt sich die wachsende Zahl von Flüchtlingen aber nicht in Zusammenhang bringen, erklärt die Polizeisprecherin. Für die Wohnungseinbrüche, von denen im Besonderem Königsborn betroffen ist, seien zum Großteil eben jene organisierten Banden verantwortlich, die Kriminaldirektor Peter Andres im Gespräch mit Rundblick explizit beschrieb: Zu zweit oder zu dritt aus Großstädten anreisend, in alten Autos, professionell dort zuschlagend, wo sie schnell hin- und schnell wieder weggkommen. Sprich nah an Autobahnen, an Bundessstraßen etc., eben exemplarisch wie in Königsborn.

Hingegen zählt Massen nicht einmal zu den fünf Einbruchsschwerpunkten in Unna, erinnert Hellmann an die Statistik des Kripochefs. „Straftaten allgemein betrachtet, ist dieser Stadtteil völlig unauffällig.“

landesstelle

Die Wohnungen der früheren Landesstelle Massen dienen wieder für die Flüchtlingsunterbringung. Das sorgt für kontroverse Diskussionen.

Asylanten und Flüchtlinge begingen nach der Statistik ohnehin selten Wohnungseinbrüche. Hingegen eher Delikte wie Ladendiebstähle. „Aber auch hier zeigt sich keine Steigerung, weder an der Dortmunder Allee noch in Massen“, betont Hellmann. Die Polizeistatistik erfasst – naheliegend . natürlich nur das, was auch zur Anzeige kommt.

 

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