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Polizei entsetzt: Gaffer filmten Bergung nach Lkw-Unfall auf A 1 mit Smartphones – 14 Anzeigen

Eine derartig abartige Ausuferung von Neugier verschlägt einem glatt die Sprache. Während sich die Rettungskräfte nach dem schweren Lkw-Unfall auf der A 1 gestern mit höchstem Einsatz darum bemühten, die beiden verletzten Lorryfahrer zu versorgen und das Chaos aus Blech zu beseitigen – das dauerte wie berichtet bis in die Abendstunden – verfielen zahlreiche Autofahrer auf der Gegenspur in Kriechtempo – um die Bergungsmaßnahmen aus ihren geöffneten Seitenfenstern vollkommen ungerührt mit ihren Smartphones zu filmen.

Die Autobahnpolizei zeigte sich heute Morgen entsetzt über dieses Verhalten. Beamte führten zwischen 16 und 17 Uhr auf der Gegenseite der A 1 bei Hamm-Bergkamen – in Fahrtrichtung Köln – Spurensicherungsmaßnahmen durch, da es dort am Vortag ebenfalls einen schweren Unfall gegeben hatte (Rundblick berichtete). Für diese Arbeiten mussten die Einsatzkräfte einen der beiden Fahrstreifen vorübergehend für den Verkehr sperren.

Die Polizeikollegen, die zu diesem Zeitpunkt in Fahrtrichtung Bremen bei der Bergung der beiden Lkw eingesetzt waren, mussten nun zu ihrem Entsetzen beobachten, dass eine erschreckende Zahl von Fahrzeugführern exakt in Höhe der Unfallstelle in Schleichtempo verfiel – und ihrer zweifelhaften Tätigkeit als Hobby-Katastrophenfilmer frönte. „Selbst auf Ansprache durch die Beamten ließen sich viele nicht von ihrem unverantwortlichen Verhalten abhalten“, kritisiert das Polizeipräsidium Dortmund am heutigen Morgen scharf.

Die Beamten schrieben 12 Ordnungswidrigkeits-Anzeigen gegen Lkw-Fahrer und weitere zwei Anzeigen gegen Pkw-Führer. Ihnen allen steht ein Bußgeld von mindestens 60 Euro und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg ins Haus. „Die Autobahnpolizei wird auch zukünftig gegen dieses unverantwortliche Verhalten konsequent vorgehen“, kündigt das Präsidium allen Smartphone-Gaffern deutlich an. „Diese Fahrzeugführer gefährden nicht nur sich selber, sondern vor allem andere Verkehrsteilnehmer.“ Von der moralischen Verwerflichkeit, sich derart an anderer Leute Unglück zu ergötzen, einmal ganz abgesehen – findet die Redaktion.

Kommentare (6)

  • Jama To via Facebook

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    So was von Geschmacklosigkeit! Gaffen, können die meisten, aber helfen nur die wenigsten!

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    • Chrissy

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      Stimmt – diese Handlung ist finde ich total „saumäßig“. Hilfe anzubieten – auf diese Idee kommen heutzutage nicht Viele. Finde es korrekt – wenn diese abartiges Vergehen mit BußGeld sowie mit einer PunktZahl in die Kartei Flensburg geahntet wird.

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  • Marko Stawarz via Facebook

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    Ekelhaft ….

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  • Heike HaHe via Facebook

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    60 € und 1 Punkt in Flensburg sind definitiv noch zu wenig.

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  • Monika Koimene via Facebook

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    Die Strafe für solch ignorantes Verhalten sollte definitive höher ausfallen. Leider lernen viele Menschen erst, wenn es ihnen selber an den Kragen geht.

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  • Tim Böckenkröger via Facebook

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    Endlich passiert was. Wenn jetzt noch Anzeigen für Nichteinhaltung der Rettungsgasse gefertigt werden, sind wir auf einem guten Weg! Weiter so.

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