Rundblick-Unna » Politik in Soest beschließt: Zirkus im Stadtgebiet nur noch ohne Wildtiere

Politik in Soest beschließt: Zirkus im Stadtgebiet nur noch ohne Wildtiere

Zirkusvorstellungen auf städtischen Flächen sollen künftig nur dann noch genehmigt werden, wenn in dem Programm keine Wildtiere auftreten. Diese – überraschende – Entscheidung hat in dieser Woche der Stadtrat Soest gefällt. Mit hauchdünner Mehrheit von einer einzigen Stimme wurde der zuvor heftig diskutierte Antrag der Grünen mehrheitlich angenommen. Der Antrag kam nur durch, weil (so der Soester Anzeiger) eine CDU-Ratsfrau gegen die Fraktionsmeinung ebenfalls für ein Verbot stimmte.

Die Gegner (CDU, FDP, BG und AfD) kritisierten, dass die derzeitige Rechtsprechung solche kommunalen Verbote gar nicht zulasse. Sie befürchten Klagen von Zirkussen und juristische Niederlagen für die Stadt. Diese hatte sich bisher an der geltenden Rechtsprechung orientiert. Die Stadt Hameln erlitt am 2. März eine Niederlage vor dem Niedersächsischen Verwaltungsgericht: Er entschied (Az. 10 ME 4/17), dass sich Zirkus auf seine Genehmigung für das Halten der Tiere berufen könne. Ein Auftrittsverbot durch die Stadt sei damit nicht möglich.

Inzwischen haben sich aber den Grünen zufolge bereits 80 Kommunen bundesweit für ein Verbot von Zirkusvorstellungen mit Wildtieren ausgesprochen. Raubtiere, Bären, Affen oder Elefanten gehörten schlicht nicht in einen Zirkus, da artgerechte Haltung dort unmöglich wäre.

Erst vor wenigen Wochen hatte noch ein Zirkus mit Wildtieren (Charles Knie) in Soest Station gemacht. Tierschützer hatten dagegen protestiert-

Kommentare (1)

  • Helmut Brune

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    Wenn man sieht, unter welchen erbärmlichen Umständen die Wildtiere in den Wagen hausen müssen, kann man sich vorstellen, daß man das Abschaffen will.

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