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Politik darf sich auch künftig im Fässchen treffen – Kolter: Alleecafé „inhaltlich andere Sache“

Unna ist nicht Fröndenberg und das Fässchen nicht das Alleecafé. In der Seniorenbegegnungsstätte an der Hertingerstraße wird es weiterhin freien Zugang auch für Politiker geben. Bürgermeister Werner Kolter sagte gestern Abend im Rat, er habe nicht vor, das zu ändern.

Friedrich-Wilhelm Rebbe

Sein Fröndenberger Amtskollege Friedrich-Wilhelm Rebbe hat wie berichtet politischen Gruppierungen vorerst untersagt, sich im städtischen Allecafé zu treffen, damit die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen nicht überlastet würden. Das Alleecafé, wie das Fässchen eine seit langen Jahren etablierte Begegnungsstätte, zog kürzlich von der Alleestraße in die Stadtmitte um, und dort verhängte der Fröndenberger Bürgermeister plötzlich ein Nutzungsverbot für politische Gruppen.

Was die Politik (vornehmlich die CDU) in Fröndenberg äußerst erzürnte und sogar den Bundestagsabgeordneten Hubert Hüppe in Aktion brachte. Denn die CDU-Frauen-Union trifft sich seit über zehn Jahren zweimal jährlich (!) im Alleecafé zum Frühstück. Nun soll sie das plötzlich nicht mehr dürfen. Denn er müsse dann die Nutzung des Cafés auch anderen politischen Gruppen erlauben, führte Rebbe als Argumentation an, und so viel zusätzliche Gäste überforderten evtl. die ehreamtlichen Café-Damen.

Unnas Freie Wähler-Fraktion verfolgte den Streit sehr interessiert und stellte aufgrund der Aufregung in der Nachbarstadt eine schriftliche Anfrage an ihren eigenen Bürgermeister. Ob er  Derartiges wie sein Kollege Rebbe ebenfalls im Sinn habe? Denn auch der Unnaer Seniorentreff Fässchen werde ja, wenngleich in städtischer Trägerschaft, unter anderem von Ehrenamtlichen betrieben.

Bürgermeister Werner Kolter antwortete auf die Anfrage der Freien Wähler am Donnerstag im Rat: Er habe mit Sicherheit nicht im Sinn, die Politik aus dem Fässchen auszusperren. Dort treffen sich Frauen der SPD ebenso wie der CDU. Völlig selbstverständlich für Kolter, dass sie dies auch weiter gern tun sollen.

Zugleich verteidigte Unnas Stadtoberhaupt aber die Entscheidung seines Bürgermeisterkollegen und Parteifreundes Rebbe: „Ich habe mit Herrn Rebbe über diese Frage telefoniert. Inhaltlich sind die die über diese Frage telefoniert“, sagte er, „inhaltlich ist das eine andere Sache. Das Fässchen ist eine langjährig etablierte Begegnungsstätte, das Alleecafé hingegen ein neu eröffneter Treffpunkt in der Stadtmitte. Die Räume dort sind sehr eng. Herr Rebbes Angebot an die Parteien geht dahin, dass man abwartet und die Nutzung inhaltlich weiterentwickelt.“

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