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Platanenallee wird keine Fahrradstraße – Grüne: Mit Antrag auf Sperrung zu weit gesprungen

Mit einer Sperrung der Kreishauskreisel-Ausfahrt Richtung Platanenallee für alles, was einen Motor hat, sind die Grünen „zu weit gesprungen“. Das räumte am Abend im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr Björn Merkord für die Grünen-Fraktion ein.

Zugleich aber warb er erneut für den Antrag seiner Partei, für den sich bisher leider keine andere Partei erwärmen kann: die Platanenallee sowie den oberen Teil der Friedrich-Ebert-Straße zur Fahrradstraße umzuwidmen. „Es gibt keine Begründung gegen eine reine Fahrradstraße, wenn dort Schulen sind, wenn dort Wohnbebauung ist…“ Fahrradstraße bedeutet in dem Antrag, dass Anlieger durchaus noch mit ihrem motorisierten Untersatz in die Straße einfahren können, doch Durchfahrtsverkehr wird ausgesperrt.

Björn Merkord

Hartnäckig für eine Fahrrad-Platanenallee: Björn Merkord (Grüne).

Das Ansinnen war, wie berichtet, im ersten Aufschlag vor ca. einem Monat auf allgemeines Augenbrauenhochziehen gestoßen und sogar im Gremium der Pedalritter – dem Fahrrad-Beirat –  Bausch und Bogen durchgefallen. Planungsamtsleiter Michael Ott, selbst regelmäßiger Fahrradfahrer, erinnerte Merkord denn auch vorsichtig an genau diesen Punkt: „Selbst der Fahrradbeirat sagt, dass wir diesem Antrag nicht folgen werden.“

Im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung wird das Thema zwar nochmals aufs Tapet kommen, doch die Erfolgsaussichten scheinen dürftig.

Andreas Tracz (FDP) gab sich gegenüber dem hartnäckigen Grünen auf Krawall gebürstet, zumal er sich mit Merkord noch spät in der Nacht eine hitzige Verkehrsdebatte auf Facebook geliefert hatte. „Splitterndes Glas und brechende Knochen“ hatte Björn Merkord in diesem Disput beschworen, falls der Kreishaus-Kreisel – nach der probeweisen Verengung, die momentan hohe Wogen schlägt – wieder zur Zweispurigkeit verbreitert wird.

Andreas Tracz

Andreas Tracz (FDP): „Sie verstehen es nicht!“

„Sie verstehen es nicht“, hielt ihm Tracz jetzt in puncto Fahrrad-Platanenallee entgegen. „Sie schreiben jungen Leuten, die zu den Berufsschulen gehen, vor, dass sie alle mit dem Fahrrad kommen sollen, obwohl an den Berufsschulen riesige Parkplätze zur Verfügung stehen. Sie vergleichen Unna mit Münster – einer Studentenstadt, in der Fahrradfahren ganz anders priorisiert ist.“

Der besonnene Paul Raupach (SPD) versuchte sich versöhnlich als Salomon: Über eine Fahrradstraße mal nachzudenken sei ja in Ordnung. Doch es müsse doch nicht ausgerechnet die Platanenallee sein. Und Carsten Morgenthal gab für die CDU ebenfalls den Diplomaten: Wenn es der Verwaltung bei all ihren Prüfaufträgen noch zuzumuten sei, solle sie doch auch bitte dies noch prüfen: Ob es in Unna irgendeine andere fahrradstraßentaugliche Straße gibt. Eben nur nicht die Platanenallee oder die obere Friedrich-Ebert-Straße.

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