Rundblick-Unna » Osterfeuerreste zu spät weggeräumt: Stadt Fröndenberg bringt mit Bußgeld Freiwilligenwehr gegen sich auf

Osterfeuerreste zu spät weggeräumt: Stadt Fröndenberg bringt mit Bußgeld Freiwilligenwehr gegen sich auf

Ein Bußgeld für die Feuerwehr – also fürs Ehrenamt – bringt die Löschgruppe in Fröndenberg-Altendorf in Aufruhr: Weil die Freiwilligen nach dem letzten Osterfeuer den abgebrannten Holzstapel länger als verordnet liegen ließen, verpasste die Stadt dem Löschgruppenleiter zuerst ein Bußgeld und dann noch eine Pfändung. Dies bestätigte uns Matthias Büscher, Ratsherr der Freien Wählergemeinschaft (FWG) und selbst Feuerwehrmitglied. Die Wehrkameraden im Westen sollen über das Vorgehen der Stadt derart aufgebracht sein, dass Austritte ziemlich wahrscheinlich sind. In welchem Umfang, ist vollkommen unabsehbar.

Das Vergehen der Löschgruppe: Sie verstieß nach dem jüngsten Osterfeuer, das sie traditionell auf der Wiese hinter dem Gerätehaus in Altendorf abbrannte, gegen die „Ordnungsbehördliche Verordnung“ der Stadt Fröndenberg. Darin steht, dass der abgebrannte Holzstapel zügig wegzuräumen sei, da umweltschädliche Substanzen ins Erdreich und ins Grundwasser gelangen können. Die Altendorfer Wehrkameraden hatten die abgebrannten Rückstände hingegen immer 2 Wochen liegen lassen, damit bis zum Wegräumen auch mit Sicherheit sämtliche Glutnester erloschen waren.

Feuerwehrauto Frö

Immer im Einsatz, um zu retten, zu löschen und zu bergen: Die Frewillige Feuerwehr der Stadt Fröndenberg (hier ein Einsatzfahrzeug mit Drehleiter auf dem Marktplatz).


 

Die Stadtspitze zeigte sich jedoch nicht gewillt, einzulenken, sondern reagierte streng nach Recht und Verordnung mit besagtem Bußgeld nebst Pfändung. FWG-Ratsherr Büscher berichtete über dieses Vorgehen in der Stadtratssitzung vorige Woche – er ewähnte dabei auch, was die Verwaltung auf die Anfrage der Wehr geantwortet habe: Sinngemäß mit „.. es kann ja jeder austreten, wann und wo er will“.

Matthias Büscher macht das Vorgehen der Stadt einigermaßen fassungslos: Müsse man nicht froh und dankbar sein, wenn Bürger sich noch ehrenamtlich für andere engagierten und wie bei der Feuerwehr buchstäblich ihre Knochen für die Gemeinschaft hinhielten? Mit der österlichen Brauchtumspflege dürfe es das in Altendorf jedenfalls gewesen sein.

Die Stadt wiederum in Person ihres Beigeordneten Günther Freck beruft sich darauf, dass es „keinen rechtsfreien Raum“ geben könne, auch fürs Ehrenamt nicht, welches vom Rathaus gleichwohl hoch geschätzt und gewertschätzt werde, gerade auch die Freiwillige Feuerwehr. Dass jemand dieses Ehrenamt an den Nagel hängen wolle, nur weil die Stadt nach Recht und Ordnung handle – das sei für ihn nicht nachvollziehbar.

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Lob und Dank fürs Ehrenamt in Fröndenberg hat Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe just  im Stadtinformationsmagazin „Ausblick“ ausgiebig gespendet: „Engagierte Menschen setzen sich unermüdlich für das Wohl anderer ein, und zwar zum Teil ehrenamtlich und schon im fortgeschrittenen Alter“, lobt Rebbe im Editorial des Dezember-„Ausblicks“.

Folgebericht: http://rundblick-unna.de/bussgeld-fuer-froendenberger-feuerwehr-mix-aus-skandal-und-kleinstadt-provinzposse/

Kommentare (18)

  • Mike

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    Wenn eine Stadtspitze so reagiert sollten alle Kameraden geschlossen austreten und bei der nächsten Wahl das Kreuz richtig setzen !

    Asche von normalem Holz ist jetzt auch schon eine Umweltgefahr ? Entweder es rollen im Rathaus Köpfe oder die Kameraden sollten geschlossen austreten. Unglaublich was sich die Stadtspitze da rausnimmt und sowas wird mit unseren Steuergeldern bezahlt…

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  • Wierumer

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    Solche Entscheidungen machen wieder nur fassungslos und wütend. Wenn denn einem MA der Stadt aufgefallen ist dass nicht der vorgegeben Zeitraum eingehalten wurde warum hat man dann nicht ein klärendes Gespräch gesucht? Aber das zeigt mal wieder die Mentalität unserer städtischen Bediensteten, egal wo. Mit Scheuklappen durch die Gegend rennen, nicht links oder rechts schauend sondern nur nach den Gesetzesbuchstaben handelnd. Und die Politiker setzen noch oben einen drauf. Offensichtlich geht es ihnen am Ars.. vorbei ob sie Ehrenamtliche, die ihre freie Zeit dem Gemeinwohl opfern, vergraulen bzw. zeigt wie weit sie überhaupt vom Bürger entfernt „regieren“. Denn auch mit Augenmaß statt Bußgeld lässt sich mancher Konflikt lösen.

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  • Willy

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    Geschlossen austreten ist der richtige Weg. Das Geschwafel vom rechtsfreien Raum bei einem Osterfeuer ist doch albern bei dem, was hin im Land in den letzten Jahren gelaufen ist.
    Ja und dann halt bei der nächsten Wahl. Mir drängt sich immer mehr der Verdacht auf, die wollen gar nicht mehr gewählt werden.

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  • Luenne

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    Das nenne ich doch mal Fingerspitzengefühl…

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  • Wierumer

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    Die Infrastruktur in den Dörfern bricht weg. Lebensmittel- Tante Emmaläden schließen ebenso wie Postfilialen und Bankfilialen. Ein wesentlicher Faktor der dörflichen Gemeinschaft zum Austausch der Neuigkeiten oder der Tratsch über Nachbarn entfällt. Übrig bleiben noch Traditionen wie Schützenfest oder Osterfeuer oder je nach Gemeinde Aktionen von Landfrauen oder kirchlichen Institutionen die das Landleben, das Miteinander und das Gemeinschaftserlebnis vor allem auch an unsere Kinder weiter geben. Insofern frage ich mich welch Geistes Kind der Verantwortliche ist der einen Bußgeldbescheid bei diesem nichtigen Grund auf die Reise schickte.

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  • Wierumer

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    „Die Stadt wiederum in Person ihres Beigeordneten Günther Freck beruft sich darauf, dass jemand dieses Ehrenamt an den Nagel hängen wolle, nur weil die Stadt nach Recht und Ordnung handle – das sei für ihn nicht nachvollziehbar..“
    Wer bitte von den Fröndenbergern hat den gewählt!!

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    • Wierumer

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      hab da mal ein wenig gegogelt. Sorry Fröndenberger Bürger, sie haben da keinen Anteil dran sonder eher der bekannte Filz

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      • Silvia Rinke

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        Ich wollte gerade einschreiten, Wierumer, wir Fröndenberger können da nix zu… allerdings hat Fröndenberg natürlich mehrheitlich Herrn Frecks Chef, den Bürgermeister, gewählt, das ist schon so.

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  • Basti

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    Wenn die das als Feuerwehr betrieben haben und das als Brauchtumspflege betrieben wurde, so haben sie das als Einrichtung der Gemeinde getan. Daher hätte der Bußgeldbescheid an die übergeordnete Behörde also das Ordnungsamt gesendet werden müssen.

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    • Silvia Rinke

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      :-) das hieße dann, die Behörde stellt sich selbst einen Bußgeldbescheid aus? Das ist ja mal eine ganz originelle Wendung dieser Geschichte…

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    • Mike

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      Ja, Feuerwehr ist Stadt, Stadt war wohl somit Veranstalter, Bauhof ist auch Stadt, hätte sich bestimmt eine Lösung gefunden, das der Bauhof hilft.
      Denn wer ist oberster Dienstherr der Feuerwehr und Ordnungsamt usw. ? Finde den Fehler !

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  • Daniel F.

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    Die Vorgehensweise gleich ein Bußgeld aufzuerlegen finde ich schon dreist. Ein kurzes Gespräch oder eine Nachfrage wäre hier sicherlich angebracht gewesen.
    Allerdings kann ich absolut nicht verstehen, wie man sich immer auf das Ehrenamt beruft und dies als gerechtfertigten Grund vorbringt. Ja wir begleiten ein Ehrenamt…und die Stadt kann froh sein, dass es noch solche Leute gibt die dies in der Art und Weiße ausüben. Aber auch für uns im Ehrenamt gelten die allgemeinen Regeln und Gesetze…das man dann immer gleich rumheult und beleidigt ist, ist mir ein Rätsel?!?!
    Wie soll die Stadt gegenüber den Einwohnern argumentieren…oh lasst die mal lieber, die opfern so viel Zeit für uns und sind immer da, die dürfen das?!?! Von dieser Mentalität sollten wir so langsam mal weg kommen!

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    • Wierumer

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      @Daniel:
      geheult wird hier nicht. Es soll auch kein Ehrenamtlicher anders gestellt sein als ein „Normalbürger“. Vor Gesetz sollten ja alle gleich sein (obwohl ein anderes Thema das momentan ad absurdum führt. ) Es gibt immer weniger Ehrenamtliche die sich wo auch immer (Sport, Feuerwehr, etc.) für das Gemeinwohl engagieren. Und so ein Osterfeuer ist eben halt ein dörfliches und traditionelles Treffen der Bürger. Veranstaltet und durchgeführt in diesem Fall von der freiwilligen Feuerwehr, aber es könnte auch andere Institution sein. Wenn es dann Auflagen für diese gemeinnützige Veranstaltung gibt und so ein Sesssefurz… feststellt dass die nicht eingehalten werden dann kann man das in einem kurzem klären Gespräch aus der Welt schaffen. Alles Andere führt nur dazu dass auch der letzte engagierte Bürger sich mit „Leck mich wo auch immer“ verabschiedet.

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  • luenne

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    wie hoch war eigentlich das Bußgeld ?

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    • Silvia Rinke

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      Diese und weitere Infos werden noch geliefert.

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      • luenne

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        DANKE :-)

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    • Mike

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      Und das Bußgeld dann mal bitte mit dem was die Stadt für die Ausbildung der Person ausgegeben hat mal gegenrechnen, da macht die Stadt so oder so ein richtig dickes Minus, denn wenn die Person austritt / ausgetreten ist, ist deren ganzen in die Ausbildung gestecktes Geld verloren und jemand neues muss weitergebildetet werden was auch wieder richtig Geld kostet…

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  • Cordt Klaus

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    Wenn Ihr jetzt nicht geschlossen austretet und denen mal zeigt wer sich was erlauben
    kann dann habt Ihr verloren und die werden Euch demütigen bis zum geht nicht
    mehr. Deutlicher kann man wohl den Fehdehandschuh nicht werfen!!
    Ich ließ mich nicht so demütigen!

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