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Oktoberfest bis zum Abwinken: Unna feiert den Kult in Weißblau

90-prozentige Dirndldichte und 2400 westfälische Baziburn und -maderln außer Rand und Band – auf den Tischen tanzend (siehe Donnerstag), Schuhplattler vollführend (gleichfalls siehe Donnerstag), gefühlte Hektorliter König Ludwig Kaltenberger in sich hineinfüllend (abermals siehe Donnerstag). Und nach diesem Auftakt nach Maß und mit der Maß (Kalauer…) folgten zwei weitere genauso tolle Wiesn-Tage im Bayernzelt am Bahnhof. Sakra, entführe es dem Bayern staunend.

Denn derart tolle drei Tage waren es beim zweiten Oktoberfest nach 2013, dass man zweifelsfrei feststellen darf: Aus der Nummer kommt Unna nicht mehr raus. „Das wird in den nächsten Jahren der Kult hier“, stellte ein Besucher, eine frisch gezapfte schäumende Maß vor sich, hochzufrieden fest – es war übrigens einer der wenigen versprenkelten Mannsbilder im Zelt, die für diesen weißblauen Samstagabend weder in Lederhosn gesprungen waren noch Hosenträger angelegt hatten noch – das Mindeste an standesgemäßer Oktoberfestgardeorobe 2014 für den Unnaer Herrn – noch ein Kurzarmhemd im praktischen Küchentuch-Karo aus dem (Wäsche-)Schrank gekramt hatten.

Die Herren überraschten in erstaunlicher Masse stilecht bayrisch in vollem Trachtenornat – und das, wo der BVB gerade einmal zwei Stunden vorher (wieder mal) verloren hatte, aber gottlob zumindest nicht gegen die Bayern. Die Damen: Flächendeckend eine Augenweide. Wunderschöne Dirndlkleider, tief ausgeschnitten, ließen der Fantasie der (männlichen) Dekolletee-Späher kaum etwas zu wünschen übrig; so ein fesches Dirndl, kokett präsentiert und ansprechend ausgefüllt, ist überhaupt das urtypisch weibliche Kleidungsstück überhaupt und darf zum Oktoberfest in Unna endlich einmal hemmungslos auch jenseits des Weißwurstäquators spazierengeführt werden. Zur Stimmung wurde bereits alles gesagt – hervorragend, kaum geht´s besser; die Band: Notenhobler nennen sie sich und verstehen sich in der Kunst, ein normalerweise eher nicht der Ekstase zuneigendes sehr westfälisch-bodenständigs Publikum schon mit wenigen gehobelten Noten auf die Holztische zu jagen und zur hemmungslosen Polonäse kreuz und quer durch den Saal. Wirklich toll war der wilde Publikumsmix quer durch sämtliche Altersstufen, wie man es sonst vielleicht von Schützenfesten im (Hoch-)Sauerland oder vom Kölner Karneval kennt. Kurz zusammengefasst: Wer an diesen drei tollen Wiesn-Tagen im Unnaer Oktoberfestzelt nicht in Stimmung kam, dem wäre vermutlich auch anderweitig kaum noch zu helfen. Freuen wir also alle schon auf nächstes Jahr – und den Skeptikern (auch die Schreiberin dieser Zeilen gehörte übrigens bis vor wenigen Stunden dazu) sei ans Herz gelegt: einfach mal mit Anlauf reinschmeißen in die weißblaue Seligkeit. Man wird sich wundern, was in Unna alles möglich ist.

Noch eine kleine Lehrstunde zum Dirndl:

Wie die Maß, das halbe Hendl oder die Brezn gehört das duftige Kleidungsstück einfach zum Oktoberfest dazu. Aber aufgepasst, liebe Damen – mit der Schleife ist es wie mit der sprichwörtlichen schwarzen Katze: Schleife links, Glück bringt´s! Denn wenn die Dirndl-Trägerin ihre Schürze auf der linken Seite bindet, ist sie ledig und noch zu haben.
Schleife rechts – ist schlecht! Die Dame ist mit einem Mannsbild liiert oder gar verheiratet.
Schleife vorne mittig gebunden: Die Tradition besagt, dass die Trägerin noch Jungfrau ist.
Schleife hinten gebunden schließlich hat zweierlei Bedeutung. Entweder verwitwet – oder Kellnerin. Also im nächsten Jahr Obacht geben, Maderl und Buarn!

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Kommentare (2)

  • Oliver Mendyk

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    Vielen Dank für die schöne Bericht Erstattung!
    Die Festwirte

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    • Silvia Rinke

      |

      Gern geschehen! Die Redaktion.

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