Rundblick-Unna » Nur dem nassen Wetter verdankt der größte Unnaer Kreisverkehr immer noch seine volle Breite

Nur dem nassen Wetter verdankt der größte Unnaer Kreisverkehr immer noch seine volle Breite

Seit Montag Regen, Regen – Dauerregen… mit Blick auf die angekündigte – oder sollten wir besser sagen: angedrohte? – Schrumpfung des Kreishaus-Kreisels wünscht sich mancher Pendler zwischen Königsborn und Unna innig: Bitte, bitte, Petrus, lass es bis zum Spätherbst durchregnen und dann übergangslos den Tiefschnee über Unna hereinbrechen. Ganz punktuell vielleicht nur zwischen Kreishaus, Kantstraße, Platanenallee und Viktoriastraße. Denn allein „schlechter Witterung“ ist es zu verdanken, dass die Stadt den größten Unnaer Kreisverkehr immer noch nicht verkleinern konnte: Das geht nur bei trockenem Wetter. Sofern das Bauamt nicht noch am morgigen Freitag zu allem entschlossen die Sperrmarkierungen aufbringt, wäre eine weitere Woche ohne heilloses Stauchaos überstanden.

Die Hoffnung, dass sich die Stadt doch noch rückbesinnt und an dem Kreisel – wenngleich unfallträchtig – nicht noch Verschlimmbesserungen veranstaltet, hegen auch die Beobachter auf facebook. „Es wäre so einfach!“, schreibt Markus Hainer, der sich als Geschäftsführer von „Move“ in Verkehrsfragen auskennt: „Die Insel verkleinern und schwups eine Leitlinie auf die Fahrbahn. Schon haben wir zwei Fahrstreifen. Und nun die Fußgängerüberwege ein paar Meter zurück mit Radwegen, die geändert werden müssen. Und schon sind die Probleme gelöst!“ Tatsächlich ist die Verkehrsinsel äußerst großzügig bemessen. Wieso das damals geschah, vermag sich nicht zu erschließen: Denn im Zuge der Halbierung der Einfahrspuren von zwei auf nur noch eine (!) wird auch der Radius der Insel um zwei Meter gekappt. Das geht irgendwie offenbar, einfach so.

Jens Kampe spricht auf facebook vielen aus der Seele: „Wegen der Unkenntnis einiger wird hier tatsächlich dringend benötigter Verkehrsraum gesperrt. Ein Lacher für unsere westlichen Nachbarn, bei denen alle Formen von Kreisverkehr bestens funktionieren!“ Tommy Schwenzfeger spöttelt: „Tja, manche Autofahrer fahren Dir bald in die Karre, weil die Kreisverkehr nicht hatten im Fahrunterricht. Die blinken sogar bei der Einfahrt in ein Kreisverkehr.“ Und Kevin Pütz teilt die düstere Befürchtung zahlreicher Pendler – und übrigens auch der Unnaer SPD, die den Testlauf umgehend stoppen will, sobald stautechnisch das Chaos ausbricht: „Das zweispurige Einfahren in den einspurigen Kreisverkehr verhindert momentan kilometerlangen Stau“, so Pütz´ Meinung. „Unfälle gibt´s deshalb, weil dieses System keiner versteht. Die sogenannte zweite Spur nutze ich, um einmal rum zu fahren und nicht um direkt die nächste Abfahrt zu nehmen.“ Das tun viele, mehr oder minder geschickt. Jedenfalls sieht nicht nur die Facebookgemeinde „… in ca. zehn Jahren da schon ne Ampel stehen.“ (sia)

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