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Giftiges Gas: Großalarm im Aluwerk

Warum kam es am Donnerstag zu dem Großalarm im Aluminiumwerk Unna? Diese Frage können die Experten am Tag des Großeinsatzes noch nicht beantworten. Denn das Unglück im Alu-Werk löste ein Prozess aus, den die Mitarbeiter seit Jahren ohne Probleme durchführen. Das Unglück kann mit einer neuen Anlage zusammenhängen, die erst seit einer Woche im Einsatz ist.  „Die genaue Ursachenermittlung kann unter Umständen einige Tage dauern“, heißt es in der Pressemitteilung von Stadt und Aluwerk.

Der Feuerwehreinsatz begann am Donnerstag gegen 9.35 Uhr, als sich in einer Beizanlage eine ungeplante chemische Reaktion ereignete. Dabei wurden Nitrosegase freigesetzt. Das Gemisch aus Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2) wirkt beim Einatmen giftig. Beim Beizvorgang von Aluminium-Probestücken kam es zu einer unvorhergesehenen Reaktion mit der zum Beizen genutzten verdünnten Salpetersäure, die dann letztlich zur Freisetzung der Gase führte.

Nitrosegase können eine Ätz- und Reizwirkung auf die Atemorgane haben. Ein spezielles Erkundungsfahrzeug der Feuerwehr hat daher unmittelbar nach dem Vorfall Luftmessungen rund um das Werk durchgeführt. Dabei wurden keine erhöhten Schadstoffwerte außerhalb des Werksgeländes festgestellt, so dass keine Gefährdung für die Bevölkerung bestand.

14 Mitarbeiter des Aluwerks im Krankenhaus

Alle in der Nähe der Anlage befindlichen Mitarbeiter wurden detailliert über mögliche Gesundheitsrisiken informiert. Darüber hinaus wurden 14 Mitarbeiter vorsorglich zur Beobachtung in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Die Feuerwehr Unna war mit 70 Feuerwehrleuten und 21 Fahrzeugen im Einsatz, dazu kamen zahlreiche Helfer der Rettungsdienste, des DRK und des Fernmeldedienstes. Der Einsatz war gegen 16.30 Uhr beendet. 

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