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Nicolaischule auf Verkaufsliste: Schulvertreter empört

Die Nicolaischule steht Schwarz auf Weiß bereits auf der Liste der geplanten Grundstücksverkäufe der Stadt, um die Haushaltssicherung 2015/16 mit zu unterstützen (Rundblick berichtete). Darüber sind Elternvertreter, Lehrer und Schulleitung der kleinsten der drei Innenstadtgrundschulen sehr aufgebracht.

Bei der Vorstellung des Doppelhaushaltes 2015/16 gestern Abend in der Stadthalle kam es, wie Teilnehmer an der Veranstaltung gegenüber Rundblick Unna berichten, noch zu einer empörten Diskussion über die offenbar schon beschlossene Schließung der Grundschule.

„Wieso wird immer wieder die Nicolaischule ins Spiel gebracht, wenn es um Schließungen geht?“, hörte man die erboste Frage. „Wir haben kontinuierlich 100 Kinder. Kinder die ein kleines, überschaubares Umfeld brauchen. Hier wird mehr als gute Arbeit geleistet.“ (Zum Vergleich: die Falkschule hat ca. 200, die Katharinenschule 330 Schüler.)

Es sei nicht nachvollziehbar, eine Innenstadtschule schließen zu wollen, warfen die Schulvertreter Kämmerer Karl-Gustav Mölle vor. Wenn die Schließung immer wieder auf die Tageordnung komme, werde am Ende genau das passieren wie mit der Anne-Frank-Realschule: Die Eltern melden ihre Kinder nicht mehr an, weil sie ihnen keinen Wechsel zumuten wollen.

Auf die sehr verärgerten Statements der Schulvertreter war der sonst so eloquente und schlagfertige Kämmerer offenbar nicht vorbreitet. Er versuchte den Spagat, berichten Sitzungsteilnehmer: Im Haushaltsplanentwurf stehe kein Wort von Schließung der Nicolaischule; es sei lediglich aufgeführt, wo Grundstücke vermarktet werden könnten. Es gehe um das Grundstück und nicht um die Schule…

Zentral am Nordring liegt die Nicolaischule.

Die Nicolaischule am Nordring hat mit 100 Kindern zwar die wenigsten Schüler der drei Innenstadtgrundschulen, doch hält ihre Zahlen konstant, argumentieren Vertreter der Schule, die auf die Grundstücksverkaufspläne der Stadt empört reagieren.

Die Entscheidung trifft nun allerdings tatsächlich nicht die Verwaltung und erst recht nicht Unnas Stadtkämmerer persönlich. Er schreibt in den Haushaltsplanentwurf lediglich Vorschläge hinein. Daher heißt das 400 Seiten dicke und ein Kilo schwere Elaborat „Entwurf“. Beschließen, betonte Mölle denn auch, werde der Rat. Nicht er.

Indes: Die SPD als größte Fraktion stimmt der Zusammenlegung der Nicolai- mit der Falkschule bereits offiziell zu.

Mölle sagte den Nicolaischulvertretern letztlich zu, mit Schule und Schulverwaltung ein gemeinsames Gespräch zu führen.

 

Kommentare (2)

  • Hendrik Buß

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    Jetzt wird – wie in den letzten Jahren schon mehrfach – schon wieder der Verkauf der Nikolaischule diskutiert, ohne dass bisher ein durchdachtes Konzept bekannt ist, wie und wo die aktuellen und zukünftigen Schüler unterrichtet werden sollen. Es ist verständlich, dass die Stadt in diesen Zeiten nach möglichen Geldquellen sucht. Aber wollen wir wirklich zulassen, dass zur kurzfristigen Aufbesserung der Finanzlage Einschnitte bei der Bildung erfolgen? Viele, die jetzt den „schnellen Euro“ sehen, haben sich wahrscheinlich noch keine Gedanken darüber gemacht, wie sie es fänden, wenn Unnas Grundschüler sich zukünftig nach einem für sie extrem langen Fußmarsch zum Beispiel in einen behelfsmäßig aufgestellten Container setzen müssen, um dort unterrichtet zu werden!

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  • Birgit Eller

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    Weg von den kleinen überschaubaren, familiären Grundschulen.
    Hin zu den „Kinderfabriken“ : eine gute Idee…
    In Zeiten der stetigen Zunahme von Kindern mit sozial-emotionalen Defiziten,
    ist das bestimmt der richtige Weg!!??
    Die Nicolaischule arbeitet seit Jahren erfolgreich mit kleinen Klassen, in denen individuell
    gefördert werden kann.Hier lernen Kinder aus unterschiedlichen Kulturen mit,- und voneinander.Sie sind eingebettet in ein Team von Lehrern und Betreuern, dass Hand in Hand arbeitet und den Kindern im Ganztag eine familienähnliche Struktur bietet.
    Kleine Klassen, kurze Wege (waren das nicht mal Wahlslogans?)
    Hier werden Anforderungen an Schule gelebt.
    P.S.Schade, dass die Ratsvertreter einiger Parteien schon vor der interessanten Diskussion
    gegangen sind….

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