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"Nicht nur isoliert aufs Kulturzentrum starren"

Gruselige Stimmung an Halloween, aber ansonsten mit Optimismus in die Zukunft: Regina Ranft (l.) und Gruselgestalten. Foto: Silvia Rinke

Gruselige Stimmung an Halloween, aber mit Optimismus in die Zukunft: Regina Ranft (l.) und Gruselgestalten. Foto: Silvia Rinke

Die Spannung – Anspannung – wächst bei Mitarbeitern und Freunden der Lindenbrauerei Tag für Tag: In sechs Wochen liegt für die finale Ratssitzung dieses Jahres das Gutachterergebnis für das Unnaer Kulturzentrum vor – und die Politik muss daraus ihr Fazit ableiten. Geschäftsführerin Regina Ranft sprach am Rande des Halloween-Benefizkonzerts fürs Kulturzentrum am 31. Oktober über die Zusammenarbeit mit dem Gutachter sowie ihre Hoffnungen für eine „Lindenbrauerei der Zukunft“.

Hier beim Benefizabend heute im Schalander spielen Pegasus, Sonic und Chuck ohne Gage: Sind diese drei Bands dem Kulturzentrum in besonderer Weise verbunden?
Regina Ranft: Das gilt für diese Bands, ja, das gilt aber genauso für ganz viele weitere Künstler und Musikgruppen, die schon seit Jahrzehnten regelmäßig bei uns auftreten. Pegasus hat den 35. Bandgeburtstag bei uns gefeiert, bei Chuck spielen zwei unserer Mitarbeiter, Lukas und Yannik: Klar wächst daraus eine besondere Solidarität. Ich freue mich sehr, dass die drei Bands gerade auf dem aktuellen Hintergrund unentgeltlich für spielen. Sie zeigen dadurch, dass ihnen die Zukunft des Kulturzentrums am Herzen liegt. Das ist mir persönlich noch wichtiger als die Einnahmen heute Abend, obgleich uns die natürlich auch freuen und weiterhelfen.

Wie ist die momentane Stimmung unter den Mitarbeitern?
Regina Ranft: Sie ist angespannt; schließlich geht es um die Zukunft der gesamten Unnaer Kultur. Ich wünsche mir, dass dieser Gesamtzusammenhang von Politik und der Stadt wahrgenommen wird. Es geht hier nicht nur ums Kulturzentrum, sondern auch zum Beispiel um die Stadthalle.

„Der Gutachter ist kein Insolvenzverwalter“

Chuck spielten ohne Gage in der Lindenbrauerei Unna. Foto: Silvia Rinkr

Chuck spielten ohne Gage, um die Lindenbrauerei zu unterstützen.

Der Gutachter, der die Strukturen der Lindenbrauerei im Auftrag der Stadt derzeit intensiv unter die Lupe nimmt: Wie erleben Sie ihn?
Regina Ranft: Nicht als Sanierer, auch nicht als Insolvenzverwalter (sie lacht): Die „Richter Beratung Osnabrück“ verfügt über exzellent erfahrene Leute aus der praktischen Arbeit in soziokulturellen Zentren. Die „Lagerhalle“ Osnabrück ist zum Beispiel unserem Kulturzentrum sehr vergleichbar. Der für uns zuständige Gutachter Klaus Thorwesten hat viel Erfahrung als Kulturberater. Er war zusammen mit Reinhard Richter bei mir, wir hatten ein sehr schönes und produktives Gespräch.

Über konkrete Inhalte möchten Sie vermutlich nichts verraten…?
Regina Ranft: Nein, ich will und darf den Ergebnissen nicht vorgreifen. In dieser Woche, am Montag und Freitag, werden jedenfalls unsere kompetenten Mitarbeiter befragt; jeder einzeln, im persönlichen Vier-Augen-Gespräch. Ich denke, es wird daraus ersichtlich, dass sich das Beraterteam ein wirklich umfassendes Bild machen möchte, bevor daraus Vorschläge für Veränderungen entwickelt werden.

„Kulturarbeit muss in Unna gesichert sein – egal wie“

Sollten diese Vorschläge Kürzungen im Kulturprogramm bedeuten: Könnten sie sich auch damit anfreunden?
Regina Ranft: Ich kann mich letzten Endes mit allem anfreunden, was die Kulturarbeit in Unna sichert. Doch, wie gesagt: Dazu muss das Gesamtangebot betrachtet werden, nicht nur wie als Kulturzentrum isoliert.

Was wünschen Sie sich persönlich von der Stadt, Frau Ranft?
Regina Ranft: Dass wieder Ruhe einkehrt. Dass wir wieder echte Projektarbeit, Konzertarbeit, soziokulturelle Arbeit machen können.

Mit Regina Ranft sprach Silvia Rinke.

Drei gruselige Gäste auf der Halloweenparty in der Lindenbrauerei Unna.

…aber doch beliebt

Drei gruselige Gäste auf der Halloweenparty in der Lindenbrauerei Unna.

Verkleidungen waren eigentlich nicht nötig…

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