Rundblick-Unna » Nein zu einem gewissen Zaun, Ja zu mehr Geld für die Lindenbrauerei: Wie sich ein roter Bürgermeister(kandidat) für die Grünen empfiehlt

Nein zu einem gewissen Zaun, Ja zu mehr Geld für die Lindenbrauerei: Wie sich ein roter Bürgermeister(kandidat) für die Grünen empfiehlt

Das verhieß doch mal Spannung – oder vielleicht auch nicht, denn Werner Kolters rhetorisches Talent ist sprichwörtlich.  Als roter (SPD-)Bürgermeister durfte / sollte er sich beim Neujahrsempfang der Grünen an diesem Sonntag jedenfalls erstmals als Redner präsentieren und sich dabei als „für Grün unterstützungswürdigen Bürgermeisterkandidaten“ empfehlen.

Neujahrsempfang Grüne

Diese Herausforderung meisterte Unnas Stadtoberhaupt in seiner (wenngleich überlangen, wie Grünen-Chefin Kunert im Anschluss freundlich anmerkte) am Mittag in der Kulturzentrumskneipe Schalander glänzend; nichts anderes hatte man erwartet. Kolter kennt die Herzensanliegen der Grünen und weiß, zu welchen Themen von ihm Position erwartet wird.

Position bezog er also zur Landesstelle – er kündigte eine andere Lösung als den Trennwall an, der mit den Grünen entschieden nicht zu machen sein wird. (Siehe unseren separaten Bericht dazu.)

Neujahrsempfang Grüne

Und dann war sich Kolter natürlich bewusst, wo er sich bei dieser Werberede in eigener Sache befand: In der Kneipe des Kulturzentrums Lindenbrauerei. Also sagte er auch zu diesem Thema etwas  – und zwar das Folgende: „Jawohl, ich finde, dass auch die Lindenbrauerei“ (also „nicht nur“ das Lichtkunstzentrum) „ein wichtiger Bestandteil der Kultur ist. Vor allem für uns in Unna. Ein Platz der Begegnung!“ Lauter Zwischenapplaus. „Jawohl!“-Rufe.

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„Ich glaube, ich kann nicht offen und fair diskutieren, wenn ich nur zu Hause am PC sitze, ich brauche dazu die reale Begegnung“, führte der Bürgermeister seine Gedanken weiter aus, die in folgende Ankündigung mündeten: Da die Lindenbrauerei ein Herzstück der Unnaer Kultur sei,  „müssen wir dem Trägerverein Zeit geben, den notwendigen Veränderungsprozess einzuleiten und diesen Weg der Veränderung einzuschlagen“. Konkret plädierte Kolter für folgende finanzielle Marschroute: Fürs Jahr 2015 soll die Lindenbrauerei nochmals 75 000 Euro extra bekommen wie schon im Jahr 2014; also zusätzlich zur regulären Jahressubvention von 199 000 Euro.

Danach müsse man anhand der finanziellen- und der Besucherentwicklung beraten, welcher Zuschussbedarf dauerhaft nötig werde.

Neujahrsempfang Grüne

Massiv wandte sich Kolter (unter lautstarkem Applaus und Fußgetrampel) „gegen Pegida, Legida und so weiter“, zeigte entschieden jedweder Form von Fremdenfeindlichkeit, Fremdenhass und Intoleranz die dunkelrote Karte: „Wenn irgendwelche verirrten Rechtsradikalen mal meinten, durch Unna laufen zu müssen, waren es immer unzählige mehr, die sich mit aller Entschiedenheit dagegen wandten“, rief Kolter in den Raum, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft erst vor zwei Monaten der Festakt „Unna ohne Rassismus – Unna mit Courage“ vollzogen wurde.

Dass Flüchtlinge – viele Flüchtlinge – weiterhin nach Unna kommen werden, werde sich nicht ändern, machte er klar. Miteinander reden und einander zuzuhören sei gerade für ein vielfältiges interkulturelles Miteinander das Entscheidende überhaupt. „Wer nicht zuhören kann, für den ist Demokratie eine echte Herausforderung.“

 

DIE 47. UND 48. EHRUNG INITIATIVER BÜRGERINNEN UND BÜRGER:

Neujahrsempfang Grüne

Diese Auszeichnungen verliehen die Grünen bei ihrem Neujahrsempfang diesmal an Helmut Scherer – Unnas erklärtem und verdienten Ober-Karnevalisten, der vor wenigen Wochen seinen 80. Geburtstag feierte und gerade wieder eifrig den Kinderkarneval 2015 vorbereitet. Und Frauke und Dietmar Nowodworski bekamen den Titel – „die mit ihrem Atelier Arthaus Nowodworski auf der Massener Straße bereits seit über zehn Jahren ein Aushängeschild für Unnas Kunst- und Kulturszene sind“, würdigte Wilhelm Sommer das Künstlerpaar in seiner (ersten derartigen) Anerkennungsrede.

Die Laudatio auf Helmut Scherer hielt, gewohnt launig und verbalakrobatisch, Unnas Alt-GALier bzw. jetzt der Alt-Bündnisgrüne Hermann Strahl.


 

Kommentare (2)

  • Jessika

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    Arbeitskreis überflüssig ? Alles klar Frau Strathoff ?!? Herr Kolter hat eine Stimme ! Er ist nicht der Alleinherrscher von Unna ! Und wenn seine Bürger anderer Meinung sind, fällt er schnell um. Wegen der Wählerstimmen.

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  • Markus

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    Schön, dass die Lichtkunst und die Lindenbrauerei zur Kultur von Unna gehören.
    Was ist mit der Eishalle Unna- Königsborn?
    Keine „Kultur“ von Unna?

    Und ein Geschmäckle hat es auch, von einer roten Karte bei Pegida & Co zu sprechen aber einen 2m hohen Zaun in der Landesstelle Unna- Massen planen.

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