Rundblick-Unna » Nachtzuschlag gekürzt – Zeitungsbote verliert vor Gericht: Signalwirkung für Tausende Zusteller

Nachtzuschlag gekürzt – Zeitungsbote verliert vor Gericht: Signalwirkung für Tausende Zusteller

Statt 25 Prozent Nachtzuschlag nur noch 10 Prozent – das wollte ein Dortmunder Zeitungsbote nicht kampflos hinnehmen. Der langjährige Zusteller (61) klagte gegen seinen Verlag, das Medienhaus Lensing-Wolff (das u. a. die einzige Dortmunder Zeitung Ruhr Nachrichten herausgibt). Heute entschied das Arbeitsgericht in erster Instanz zu Gunsten des Arbeitgebers. Die 10 Prozent sind rechtens. 

Nach Einschätzung des Gerichtsreporters des WDR hat das Urteil Signalwirkung – zum Nachteil der Arbeitnehmerseite. Bisher erhalten Zeitungszusteller Nachtzuschläge zwischen 10 Prozent und 25 Prozent; dies kann sogar unterm selben Verlagsdach der Fall sein.  So auch bei Lensing-Wolff. Nun könnten die deutlich niedrigeren Nachtzuschläge für Tausende Zeitungszusteller in NRW sukzessive eingeführt werden.

Der Zusteller, der gegen den Dortmunder RN-Verleger vor Gericht zog, hatte bis 2015 jahrelang 25 Prozent Nachtzuschlag auf seinen Bruttolohn erhalten. Im vorletzten Sommer legte ihm Lensing-Wolff einen geänderten Arbeitsvertrag vor – mit einem etwas höheren Stundenlohn als bisher, 9 Euro. Erst nach seiner (erfreut getätigten) Unterschrift bemerkte der 61Jährige den Pferdefuß: Sein Nachtzuschlag sank um 15 Prozent auf nur noch 10 Prozent des leicht erhöhten Bruttolohns. „Netto bekommt er seitdem  fast 150 Euro weniger. Für ihn eine Menge Geld, denn er verdient insgesamt weniger als 1.000 Euro im Monat“, schildert der WDR.

Zum ausführlichen Bericht mit der Begründung des Arbeitgebers: http://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/zusteller-verklagt-zeitungsverlag-wegen-arbeitsvertrag-100.html

Fotoquelle: Arbeitsgericht Dortmund

Kommentare (43)

  • Karl-Heinz Weller via Facebook

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    STREIKEN soll doch der Verleger selbst seine blatt zustellen!!!

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  • Brigitte Habermann via Facebook

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    Auch noch bei den armen Boten sparen! Geht’s noch! Die gehen sowieso für einen Hungerlohn ARBEITEN!

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  • Markus Berghoff via Facebook

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    Das ist echt ne Frechheit… sich bei Wind und Wetter die Nacht um die Ohren schlagen und das für so einen Hungerlohn… ich wünsche dem Zusteller das er einen besseren Job findet und der Verlag seine L….presse selbst verteilen kann…

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  • Re Gina via Facebook

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    Unverschämtheit !

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  • Ingo Jensch via Facebook

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    Junge junge, da wird wieder mal auf dem Rücken der Ärmsten gespart. Dann soll er doch seine Zeitung selbst austragen dann weiss er mal was Arbeiten bei Wind und Wetter heisst.

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  • Claudia Graul via Facebook

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    Ohh das würde ich auf jeden Fall nochmal prüfen lassen, wegen Täuschung. Auf jeden Fall nicht so hinnehmen

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Claudia Graul, das wird er auch nicht. In dem langen WDR-Bericht heißt es zum Schluss:
      Es ist damit zu rechnen, dass dieser Fall noch durch weitere Instanzen muss. Wolfgang Mölls will sich mit dem heutigen Urteil keinesfalls abfinden und vor das Landesarbeitsgericht in Hamm. Übrigens: Seine Frau Janet ist in der gleichen Situation. Auch sie ist Zustellerin bei Lensing-Wolff. Auch sie hat geklagt und fordert ebenfalls 30 Prozent Nachtzuschlag. Ihr Kammertermin vor dem Arbeitsgericht ist im April. Die beiden wollen also weiterkämpfen, für sich und für mehrere tausend Zeitungszusteller in NRW.

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    • Claudia Graul via Facebook

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      Ich habe diese Frage auch einmal bei G+ in ein Form gestellt und poste hier gleich mal den Link drunter. Es geht halt um Ideen Ansatzpunkte etc. Wenn das durchgeht wäre katastrophal

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Danke, Claudia. Aus mehrfachem eigenen (Mit-) Erleben habe ich den Eindruck gewonnen, dass das Arbeitsgericht Dortmund (eher) arbeitgeberfreundlich urteilt und das LAG Hamm (eher) der Arbeitnehmerseite zuneigt. Diese mehrfachen Fälle können allerdings auch eine reine Zufallshäufung gewesen sein.

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    • Claudia Graul via Facebook

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      Rundblick Unna Verlage sind sowieso sehr sensibel. Bis du gegen sie können sie dich fertig machen. Bei den Gerichten kann ich nicht mitsprechen. Besteht ggf. ein Zusammenhang wer der Richter in den Prozessen in Do ist?

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      • ewaldanus

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        hallo Claudia
        Ich interpretiere das so: Du bist von dem Verlag abhängig, also darfst du nicht gegen den Verlag sein, vielleicht solltest du mit dem Arbeitgeber zusammen arbeiten, dann klappt es auch, als nächstes trete der Gewerkschafft bei , dann erhälst du auch Unterstützung.
        Die nächste Möglichkeit wechsele den Arbeitgeber.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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      Claudia Graul , du hast eine Nachricht.

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  • Silke Krüger via Facebook

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    so wird getrickst, das zum Thema Mindestlohn und Vorteile für die Arbeitnehmer, da werden getürkte Verträge vorgelegt, so das trotz Lohnerhöhung / Mindestlohnerhöhung, dann mal eben die Zuschläge weg gekürzt werden und schon ist der Arbeitnehmer bei Mehrarbeit und weniger Lohn. Da sind die Zeitungszusteller nicht die einzigsten denen das so geht.

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    • Rundblick Unna via Facebook

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    • ewaldanus

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      Diese Trickserei gehört zum neuen leben. Wenn der Gewerkschafft die Mitglieder weglaufen wird ein Streik angezettelt. Der Arbeitnehmer freut dass er 4,1 % mehr lohn, erst später merkt er das er 5 % weniger hat. im neudeutschen heißt das soziale Gerechtigkeit.

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  • Stefanus Maxus via Facebook

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    Vor einigen Jahren konnte man Lensing-Wolf und weitere feist in die Kamera grinsen sehen bei der Verleihung des „Eisernen Reinoldus“. Die Veranstaltung wurde laut der IHK-Gazette sinngemäß „…traditionell mit den drei Glockenschlägen des Anschlägers bei der Seilfahrt im Bergwerk eröffnet“. Da musste ich damals schon kotzen, solche Typen waren nie unter Tage, geschweige denn, das sie vermutlich überhaupt harte Arbeit kennen. Die haben nur reich geerbt und saugen weiter ihre Beschäftigten aus, maximieren ihre Gewinne um im Golfclub mit ihrer Protzmobilsammlung zu prunken. Ich glaube mittlerweile, dieser Staat ist hinreichend verrottet. um ihn im Endstadium dekadenten Untergangs zu verorten.

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  • Markus Antonius

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    Wenn ich das so lese, dann sind alle Erben, egal von was, Halunken, die von großen Vermögen Verbrecher und sämtliche Unternehmer Ausbeuter. Ob diese Ansichten noch von der freiheitlich-demokratischen Grundordnung gedeckt sind und ob es sich hierbei nicht um Hate Speech handelt, Wäre gesondert zu erörtern.
    Fest steht, daß der Zeitungsbote diesen Vertrag unterschrieben hat, ohne ihn zu lesen. Das ist einfach nur dumm.

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    • Silke Krüger via Facebook

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      ja und wenn er nicht unterschrieben hätte wäre er seinen Job los, tolle Alternative wenn man auf das Geld angewiesen ist. Also hat das wenig mit Dummheit zu tun.

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    • Claudia Graul via Facebook

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      Es kommt darauf an wie viel Zeit ihm zum Lesen des Vertrages gelassen wurde? Hat er Zeit gehabt oder wurde der Vertrag im Rahmen eines Gespräches zwischendurch unterschrieben? Das sind wichtige Faktoren wo ich denke das man da ansetzen kann

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      • J.M.

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        Uns wurde der Vertrag vorgelegt und gleichzeitig angedroht, keinen Reparaturkostenzuschuss mehr zu bekommen (wir fahren fast nur für die Firma und brauchen aus diesem Grunde auch ein größeres Auto).
        Wir wurden auch durch die Aussicht auf eine feste Stundenzahl pro Nacht verlockt, diesen Vertrag zu unterschreiben.
        Vorher hat man das gemacht, was anfiel, mal mehr, mal weniger- man wusste nie, was man am Monatsende hat. Den Vertrag prüfen lassen- keine Chance!
        Man hat uns bewusst über den Tisch gezogen, weil der Vertrag auch Klauseln enthält, die nicht da hin gehören, wo sie im Vertrag aufgeführt sind.

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        • Rundblick Unna via Facebook

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          Hallo J.M. Danke für diese Interna. :-/

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          • J.M.

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            Und da die Sitzung öffentlich war, kann ich auch davon berichten, was für mich (uns) der Gipfel der Unfassbarkeit war:
            Der Richter meinte doch tatsächlich, dass die Arbeit, auch für mehr Nachtzuschlag (30%), nicht leichter würde….
            Es ging nur um die Klärung, ob unser Job auch tagsüber ausführbar wäre…
            Um uns als Menschen, ging es überhaupt nicht:
            Dass unser Biorhythmus erheblich beeinträchtigt wird, unsere sozialen Kontakte darunter leiden…
            Man muss sich wirklich auf die Zunge beißen, um im Gerichtssaal nicht zu explodieren!

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            • Silvia Rinke

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              Hallo J.M., ich würde Ihre Schilderungen noch einmal in einem gesonderten Bericht zusammenfassen. Sie sind aber nicht der Kläger…?

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              • J.M.

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                Ich bin die Ehefrau des Klägers.

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                • Silvia Rinke

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                  Vielen Dank!

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                  • J.M.

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                    Gerne.
                    Ich weiß nicht, ob Sie die „Lokalzeit aus Dortmund“ vom 14.02. gesehen haben?
                    Die Äußerungen des Herrn der Gewerkschaft? Dazu hätte ich ja auch noch einiges zu sagen…

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                    • Silvia Rinke

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                      Ich habe Sie angemailt, J.M.

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    • Fabian Saam via Facebook

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      Was soll dieser Bullshit den heißen? Erben seien Halunken? Hören sie sich mal selber zu? Wenn mein Vater hart arbeitet um mir etwas zu vererben damit ich es besser habe ist das kein Untun sondern einfach nur Kinderliebe.

      Bitte gehen Sie nochmal Moralschule, es hört sich nämlich danach an als ob Sie ein Neid-Problem haben.

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    • Stefanus Maxus via Facebook

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      Markus Antonius: ALLE Erben sind nicht Halunken, es gibt solche und solche. Aber auf dem Rücken der Schwächsten, und die Zeitungsbranche ist darin leider ein ganz schlechtes Beispiel, Profite maximieren ist schlicht asozial aus meiner Sicht. Beschäftigen Sie sich doch auch einmal mit der Lage der freien Journalisten….Katastrophal!

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    • Stefanus Maxus via Facebook

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      Fabian Saam Moral heißt, mit dem ererbten Gut (für das man durch glückliche Umstände ja eigentlich vorher nix getan hat) im Sinne der Gesellschaft verantwortungsvoll umzugehen. Ich habe z.B. einen kleinen Bestand an Wohnungen geerbt, die ich vermiete. Das mache ich aber nicht zum maximalen Preis, trotzdem halte ich all das für viel Geld in Schuss. Ich komme finanziell klar, das Finanzamt kriegt auch seinen Anteil ab und meine langjährigen! Mieter sind zufrieden. Klar, ich könnte mehr nehmen und nix an den Liegenschaften tun, so wie manche Vermieter und Wohnungsbaugesellschaften und mir einen Ferrari kaufen und im Golfclub den Obermax spielen. Aber wozu, ich brauch so einen Scheiss nicht. Also, alle zufrieden und gut!

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  • Mohammed Chang via Facebook

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    Miese Masche…aber die Uhr der Totholzmedien tickt und die wollen den Goldesel Print solange es geht bis zum letzten Tropfen ausquetschen…davon ab…sowas wie Lensing, Funke etc. müssten MICH bezahlen um ihr „Produkt“ in meinen Briefkasten werfen zu dürfen…

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  • Markus Antonius

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    Und ohne Totholzmedien gäb es solcheJobs (für Geringqualifizierte) nicht mehr. Aber ist ja egal. Wer bei Amazon bestellt, sollte zum Thema Soziale Verantwortung schweigen.

    Hör ich noch was?

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    • Silke Krüger via Facebook

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      auch wenn sie ansonsten eine Menge Müll( andrer Thread) von sich geben, aber bei dieser Aussage muss ich Ihnen zustimmen. Wer bei Amazon einkauft muss da gewaltig den Mund halten, der fördert die Ausbeutung von Menschen. Aber dumm ist der Arbeitnehmer deshalb noch lange nicht, kein Mensch liest sich das kleingedruckte in allen Einzelheiten durch, wenn es auch ein Fehler ist, es nicht zu tun.

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    • Markus Berghoff via Facebook

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      Und warum sollten Geringqualifizierte keine Nachtzuschläge bekommen?? Jeder der Nachts malocht sollte etwas mehr dafür bekommen… und die Ruhrnachrichten wird man wohl nicht bei Amazon bestellen können oder?? Ist irgendwie wie Äpfel und Birnen vergleichen…

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    • Stefanus Maxus via Facebook

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      Markus Antonius: Immerhin haben die Verleger ja durch gegenseitige Absprachen ihre Gebiete untereinander aufgeteilt, sich Monopolstellungen!!! verschafft und dabei noch jede Menge Personal abgebaut. So groß kann also der Kostendruck gar nicht mehr sein, dass man seine Mitarbeiter mit Vertragstricksereien über den Tisch ziehen muss. Vielleicht ist einfach nur die Qualität des Produktes Zeitung durch diese gemütliche Monopolstellung so abgesunken, dass niemand mehr viel dafür bezahlen möchte. Schon mal daran gedacht???

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    • Mohammed Chang via Facebook

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      ät Antonius: So ist nun mal der Lauf der Dinge, verbunden mit Fortschritt. Auf der einen Seite fallen Arbeitsplätze weg, auf der anderen Seite entstehen welche. Und Printmedien sind ein Auslaufmodell. Mal davon abgesehen das die Arbeit der meisten Medienhäuser nicht einen Pfennig wert ist und es diesen von mir schon lange nicht mehr gibt. Wird Zeit für ein paar Pleiten. Funke und Lensing voraus! http://meedia.de/2016/06/17/springer-ceo-mathias-doepfner-im-sz-magazin-von-den-heutigen-verlagen-werden-nur-wenige-ueberleben/

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