Rundblick-Unna » Nachhaltiger Weckruf eines SPD´lers. Pack bleibt Pack! Extremismus bleibt Extremismus! Egal ob rechts oder links!

Nachhaltiger Weckruf eines SPD´lers. Pack bleibt Pack! Extremismus bleibt Extremismus! Egal ob rechts oder links!

Plünderungen, Brandschatzung, hemmungslose Brutalität gegen Polizisten und völlig unbeteiligte Bürger. Hamburg versinkt an diesem Wochenende des G20-Gipfels in einer Orgie der Gewalt von Linksextremen.

Jenseits aller Relativierungsversuche aus dem Linken und Grünen Lager – selbst noch nach 200 verletzten Polizeibeamten und einer Anklage wegen Mordversuchs (ein Polizeihubschrauberpilot wurde mit einem Laserpointer geblendet) – kommt hier ein nachhaltiges Statement ebenfalls aus der „linken“ politischen Richtung – eines überzeugten Sozialdemokraten aus Bad Segeberg, Björn Uhde, der vor 2 Jahren schon mit einem Offenen Brief an Sigmar Gabriel Schlagzeilen machte.

Björn Uhde

Björn Uhdes Weckruf zu den aktuellen Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel geben wir hier im Wortlaut wieder.

Das Bitterste an all dem sind die Bürger, deren Mazdas, Renaults und Kias in Altona abgefackelt wurden, die Geschäftsleute, deren Läden zerstört und verwüstet wurden.

Nicht EINE dieser Aktionen hat es „dem Kapital“ oder „dem Schweinesystem“ gezeigt. Menschen wie du und ich wurden getroffen, die jetzt ihren Job, ihr Leben deutlich erschwert fortführen müssen. Und, nein: ein Auto anzuzünden, da kommt der nette Herr Kaiser von der Versicherung nicht am nächsten Tag mit nem Bündel Geldscheinen. Es ist keine „zu vernachlässigende Kleinigkeit angesichts der weltweiten Ungerechtigkeit.“ Es ist schlicht völlig hirnverbrannt und unverantwortlich.

Es wird sich bemerkbar machen: hemmungslose Gewalt (oder deren Anschein!) wird zukünftig noch konsequenter, härter und unnachgiebiger verfolgt werden. Es wird weniger Freiheiten bei Demonstrationen geben, kürzere Geduldsfäden. Das Auflösen der Protestcamps war im Nachhinein wohl richtig (und ja: ich fand es zuerst auch übertrieben).

Für „Kulturzentren“ wie die Rote Flora, wie die Rigaer Straße, wird es eng. Wenn Stimmen aus der Politik die Schließung dieser Etablissements fordern – wer soll sich diesem Ansinnen nach dieser Nacht noch verschließen?

Das Wort vom „Nichtdulden egal welcher Parallelgesellschaften – Nazis, arabische Clans oder eben Linksextreme“ erhält Durchschlagskraft, und das völlig zurecht.

Ergebnisse des Gipfels interessieren jetzt schon niemanden mehr, durchaus berechtigter Protest dringt nicht mehr durch – und wird wohl gedanklich oft mit den Extremisten und ihrem Bürgerkrieg im Schanzenviertel in Verbindung gebracht. Auch das muss Protest erst mal schaffen: den eigenen Protest abzusägen und dessen Berechtigung zu vernichten.

Ein Bärendienst für all jene, die sich friedlich äußern wollten, beste Munition für CDU, CSU und AfD: Wer mag widersprechen, wenn von „schlimmster linksextremer Gewalt“ gesprochen wird? Der deutlich massivere Anstieg rechtsextremer Straftaten, das Gift des Hasses, das von Rechtsaußen die Gesellschaft hinterhältig zersetzt, all das wird durch den Bürgerkrieg in einigen Hamburger Straßen völlig relativiert – und verblasst. Schwer zu glauben, daß das so gewollt war.

Pack bleibt Pack, egal ob es in Heidenau Straßen in Schutt und Asche legt und Ausländer jagt oder in Hamburg Straßen in Schutt und Asche legt, Bürgerkrieg auf dem Rücken tausender Anwohner probt und sinnlose Gewalt zelebriert. Sicherheit ist nicht links oder rechts, Sicherheit ist menschliches Grundbedürfnis.

Das jetzt seitens der Roten Flora zur Schau gestellte Entsetzen ist meines Erachtens verlogen: Es gibt kein „bisschen Gewalt“, das dann „gesellschaftlich vertretbar“ ist. Entweder friedlich – oder gar nicht. Wer Öffentlichkeit will, vermummt sich nicht. Hinweise auf die „Hamburger Härte“ bei der Auflösung der „Welcome to hell“-Demonstration ist billiges „Blame-Game“:

„Ja, wir haben Stadtteile von Hamburg tagelang verwüstet, aber hätte uns die Polizei nicht provoziert…“ Wer so argumentiert, sollte sich in keine (politische) Debatte mehr einmischen. Nie mehr. Kommt dann als Nächstes: „Ja, ich habe den IKEA verwüstet, aber hätte mich die Farbe des Billy-Regals nicht provoziert…?“

Die eigene Freiheit endet dort, wo die des anderen beginnt: Wer sich glücklich schätzt, nicht in einem autokratischen Regime zu leben, sollte nicht davon ausgehen, er hätte hier die Freiheit, seine Kritik in Form von lokal begrenzten Bürgerkriegen frei zu äußern. Wer das tut, hat Freiheit nicht verstanden. Man hat sich trotzdem an Regeln zu halten.

Freiheit ist nicht, sich die Freiheit zu nehmen, Anordnungen der Polizei keine Folge zu leisten um sich dann im Anschluss die Freiheit zu nehmen, die nächste Drogerie oder den nächsten Supermarkt in Schutt und Asche zu legen. Um schlussendlich das Fazit „Damit kritisiere ich die menschenverachtenden Auswüchse des globalisierten Kapitalismus.“ zu ziehen. Das ist eine derart mental dürre Slapstick-Nummer, die von eng begrenztem kognitiven Horizont des Debattierenden kündet. Kurz gesagt: es ist völlig hirnverbrannt.

Ich denke an die über 200 verletzten Polizisten und gerade deren Familien, für die die Bilder der rauchenden Trümmer mitten in einer der wohlhabendsten Städte Europas völlig verstörend sein müssen, an deren Angst – und kann es den Beamten in dieser Ausnahmesituation auch nicht übelnehmen, wenn sie nach Ansage einer Räumung auch wirklich im Zweifelsfall jeden, egal ob Bürger oder Journalist, aus dem Weg räumen, der vielleicht just in diesem Moment eine Debatte über Pressefreiheit führen will.

G20 in Hamburg wird die öffentliche Debatte über den Tag hinaus bestimmen. Es ist zu hoffen, daß sich diese blinde Zerstörungswut zukünftig nicht wiederholt – und man in der Stadt die richtigen Schlüsse zieht.

Im Moment, so kurz danach und eigentlich noch mittendrin, bleibt mir Entsetzen, Erschütterung und Fassungslosigkeit.

 

 

Kommentare (2)

  • Dagobert

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    Ich hoffe mal dringend, dass eine öffentliche Diskussion geführt wird, die aktuelle Resolution der Stadt Dortmund lässt mich leider (mal wieder!) daran zweifeln.
    In den USA ist die „Antifa“ inzwischen vollkommen zu Recht als „terroristische Vereinigung“ klassifiziert.
    In Deutschland wird die Antifa von Politik und Medien unterstützt, der Sohn von Ralf Stegner (SPD-Vize) ist aktives Mitglied der Antifa !
    Sorry, Herr Uhde.
    Ich glaube einem Politiker erst wieder, wenn aktiv gegen die terroristische Vereinigung „Antifa“ auch in Deutschland vorgegangen wird und ein Verbot konsequent umgesetzt wird.
    Jetzt ist es Zeit für Taten, nicht für schöne Worte und Resolutionen.

    Stellen Sie sich doch bitte mal vor, der Terrorismus von Hamburg wäre von vermeintlich „Rechten“ ausgegangen. Wie groß wäre Ihr Entsetzen und das Entsetzen Ihrer Politiker- Kollegen wohl gewesen ? Welche Konsequenzen hätte man wohl gefordert, um gewalttätige Aktionen von „Rechten“ in Zukunft zu verhindern ?

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  • Willy

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    Ich sehe es ähnlich, die Bösen sind alle gleich und müssen gleich bekämpft werden, egal wo sie sich sehen, Rechts, Links oder Mitte.
    Die Demos und Veranstaltungen gegen Rechts sind für mich inzwischen komplett unglaubwürdig und nur Ablenkung von anderen, viel zahlreicheren Gewalttätern, egal welcher Herkunft.

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