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Nach Sex mit Pony erwartet Täter höchstens ein hohes Bußgeld

Mit einem Bußgeld von im Höchstfall 25.000 Euro muss der 33jährige Mann rechnen, der sich im Juli auf einer Weide in Lünen an einer Ponystute vergangen hat (Bericht hier auf Rundblick). Der Täter war durch DNA-Spuren überführt worden. Eine Freiheitsstrafe hat er nicht zu befürchten. Denn Sodomie – oder auch Zoophilie – gilt in Deutschland lediglich als Ordnungswidrigkeit und nicht als Straftatbestand.

Dass der Missbrauch von Tieren überhaupt wieder gesetzlich verfolgt wird, ist aus Tierschutzsicht bereits als Erfolg zu verbuchen. Denn 33 Jahre lang war Sodomie in unserem Land tatsächlich erlaubt. Es sei denn, das Tier musste dabei nachgewiesen Schmerzen erleiden. Erst vor anderthalb Jahren, im Juli 2013, zog der Gesetzgeber wieder die Zügel an und stufte Sodomie zumindest als Ordnungswidrigkeit ein. Wie bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung gelten seither die entsprechenden Bußgeldkataloge.

Bis 1969 war der Missbrauch von Tieren in Deutschland ein Straftatbestand, der somit auch mit Freiheitsstrafe geahndet werden konnte. Im Zuge der damaligen großen Strafrechtsreform wurde die Strafbarkeit von Zoophilie jedoch vollständig aufgehoben. Und dabei blieb es – 33 Jahre lang.

Die Einstufung als Ordnungswidrigkeit geht dem Deutschen Tierschutzbund naheliegend nicht weit genug. Immerhin begrüßt er, dass von nun an nicht mehr Verletzungen oder Verhaltensstörungen als Folge des Missbrauchs an Tieren nachgewiesen werden müssen.

In Deutschland ist es mit der Gesetzesänderung vom 13. Juli 2013 nun grundsätzlich verboten, „ein Tier für eigene sexuelle Handlungen zu nutzen oder für sexuelle Handlungen Dritter abzurichten oder zur Verfügung zu stellen und dadurch zu artwidrigem Verhalten zu zwingen.“ (§ 3 S. 1 Nr. 13 TierSchG) und wird als Ordnungswidrigkeit verfolgt.

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