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Nach Rücken-OP querschnittsgelähmt – 400.000 Euro Schmerzensgeld

400.000 Euro Schmerzensgeld stehen einer Patientin zu, die nach einer „grob behandlungsfehlerhaften“ Wirbelsäulenoperation querschnittsgelähmt ist. Betroffen von dieser Tragik war vor 8 Jahren eine Patientin des Marien-Krankenhauses Wickede-Wimbern (das Ende 2011 geschlossen wurde). Das Oberlandesgericht Hamm betätigte jetzt die Entscheidung des Landgerichts Arnsberg vom 11. November vorigen Jahres.
Die heute 57jährige Krankenschweter litt über Jahre hinweg unter Rückenschmerzen, vorwiegend im Bereich der Lendenwirbelsäule. Ende 2008 ließ sie sich in dem Wickeder Krankenhaus untesuchen. Man empfahl ihr eine OP im Bereich der Halswirbelsäule durch die Implantation einer Bandscheibenprothese und die Versteifung mehrerer Wirbel.
Doch direkt nach der Operation im März 2009 litt die Patientin an einer zunehmenden Schwäche ihrer Arme und Beine, die sich zu einer irreversiblen Querschnittslähmung unterhalb des 3. Halswirbels entwickelte. Seit der OP ist die Frau auf einen Rollstuhl und fremde Hilfe angewiesen.
Sowohl das Landgericht wie auch das OLG sahen 400.000 Euro Schmerzensgeld als angemessen an: Die Operation sei nicht angezeigt gewesen und zudem fehlerhaft ausgeführt worden. So hätte z. B. eine MRT-Untersuchung erfolgen müssen (was nicht geschah), und die gesamte Operationsplanung und -durchführung sei mit groben Fehlern behaftet gewesen. Daher ist die Patientin jetzt für den Rest ihres Lebens auf den Rollstuhl angewiesen.

 

Kommentare (3)

  • Silvia Rinke

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    Lisa Hauptmann Oh wie schrecklich! Egal, wieviel Geld sie bekommen würde, es würde diesen Fehler nicht wieder wettmachen. Ich wünsche der Dame trotzdem alles Gute für die Zukunft und hoffe, dass sie trotz der neuen Situation weiterhin ein erfülltes und glückliches Leben hat!

    Rundblick Unna Vielen Dank auch dir, Lisa Hauptmann. Was für ein Schicksal… :-/

    Doreen Brandner Einfach nur furchtbar! Kein Geld der Welt kann diesen Einschnitt in sein Leben und diese schwerwiegende Körperverletzung aufwiegen!
    So etwas tut mir für die Frau, deren Angehörigen und allen anderen Menschen, denen so etwas zustößt unendlich leid!
    Vielleicht kann der finanzielle Beitrag das neue Leben zumindest erleichtern und wieder lebensfähig gestalten lassen…..
    Fehler können passieren, ist eigentlich menschlich. Dennoch gibt es Bereiche in denen keine unterlaufen dürfen! Gerade bei der Arbeit mit und an Menschen! Traurigerweise ist das auch genau der Bereich an dem an qualifizierten Personal gespart wird! Traurig!

    Rundblick Unna Danke für diesen engagierten Kommentar, Doreen Brandner! Ja, eine ganz furchtbare Sache. In diesem Alter. :-(

    Steffi Stein ich würde mich nie am Rücken operieren lassen, hab schon aktivierte Arthrose L5S1, versteifung würde mir auch nicht die Schmerzen nehmen, was für Ärzte operieren so oberflächlich? Der Frau alles erdenklich Gute, sie soll den Mut nicht aufgeben, es geschehen auch Wunder! (=

    Rundblick Unna Danke, Steffi! Bei dieser OP scheint so ziemlich alles schiefgelaufen zu sein, was schieflaufen kann…

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  • Nadine

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    Interessanter Beitrag.

    Im Falle des Medizinrechts, würde ich mich auf jeden Fall an einen Fachanwalt wenden.

    LG
    Nadine

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    • Redaktion Rundblick-Unna.de

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      Danke für deinen späten Kommentar, Nadine!

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