Rundblick-Unna » Nach Raub in Unna in U-Haft – und vorher schon in Messerstecherei in Howi verwickelt

Nach Raub in Unna in U-Haft – und vorher schon in Messerstecherei in Howi verwickelt

Überraschende Zusatzinformation zum Straßenraub am 4. Dezember abends in Höhe der  Unnaer Volksbank. Der 37 Jahre alte Iraker, der an jenem Sonntagabend einer 34jährigen Polin die Handtasche raubte, von einem beherzten Zeugen gefangen wurde und am nächsten Tag in Untersuchungshaft kam, war bereits zwei Wochen zuvor in den blutigen Streit unter Flüchtlingen in Holzwickede involviert. Wir berichteten über beide Fälle:

http://rundblick-unna.de/mutmasslicher-raub-an-frau-mutiger-zeuge-stellt-fluechtenden-in-un-city-gewahrsam/

http://rundblick-unna.de/blutiger-streit-unter-fluechtlingen-in-holzwickede/

Die Dortmunder Staatsanwältin Sandra Lücke berichtete uns diesen Zusammenhang in einem Gespräch am heutigen Mittag eher am Rande, nachdem wir sie noch einmal nach dem Stand der Ermittlungen bezüglich der Messerstecherei am 19. 11. in Holzwickede befragt hatten.

Jener Vorfall, in den 3 Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft im Norden der Gemeinde verwickelt waren, hatte eine unserer Leserinnen aus Holzwickede sehr aufgebracht und beunruhigt. Die junge Frau schrieb uns, dass die Staatsanwaltschaft den Polizeieinsatz in unserem Bericht verharmlost hätte; der 15Jährige, der bei dem Streit mit den beiden erwachsenen Mitbewohnern mit einem Messer attackiert wurde, sei erheblich schwerer verletzt worden als behauptet, und der Messerstecher sei schon vorher durch einen Angriff auf Jugendliche aufgefallen. Dennoch sei er weiterhin frei im Ort herumspaziert.

Die mit dem Fall betraute Staatsanwältin wies den Verharmlosungsvorwurf heute zurück. „Ich gehe davon aus, dass sich Augenzeugen mit ihren Beobachtungen an die Polizei gewandt haben. Wenn nicht, sollten sie das dringend tun“, fügte sie nachdrücklich hinzu.

Dass Staatsanwaltschaft und Polizei nicht von sich aus über den Einsatz an der Flüchtlingsunterkunft informierten, sondern ihn erst auf Nachfrage unserer Redaktion 2 Tage später bestätigten, habe nichts mit Vertuschung zu tun, sagt Sandra Lücke. „Wir machen nicht jeden einzelnen Vorfall mit einer Pressemitteilung bekannt. Nicht, weil wir etwas verschweigen wollen, sondern weil wir immer in jedem Einzelfall das öffentliche Interesse abwägen.“ Es sei immer eine individuelle Entscheidung in jedem einzelnen Fall, bei der häufig auch noch laufende Ermittlungen eine Rolle spielten.

Die Frage, ob die Kreispolizeibehörde Unna an dem Wochenende eine kurze Initiativmeldung hätte herausgeben sollen oder können (nachdem der Einsatz nebst Straßensperrung durchaus für Aufsehen im kleinen Holzwickede gesorgt hatte), möchte die Staatsanwältin nicht kommentieren.

Gegen den seit dem 5. Dezember wegen Raubes inhaftierten Iraker laufen jedenfalls weiter auch die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung an dem 15Jährigen in Holzwickede.

 

Kommentare (14)

  • Dagobert

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    Für die Staatsanwältin: Bei Mordversuchen besteht immer öffentliches Interesse.
    Ebenso besteht öffentliches Interesse, wie hoch die Staatsanwältin die Wahrscheinlichkeit einer so genannten „Abschiebung“( vermutlich ist der Begriff unbekannt) in den Irak einschätzt?

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    • Silvia Rinke

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      Hallo Dagobert, du weißt gewiss selbst, dass für Abschiebung eine Haftstrafe von mindestens 3 Jahren ohne Bewährung erforderlich ist. Zu den noch laufenden Ermittlungen wollte sich die Staatsanwältin generell nicht äußern.

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    • Dagobert

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      Hallo Frau Rinke,
      ja, dass weiß ich. Und ich halte diese Regelung (3Jahre Haft !) für absolut falsch, weil somit nur in sehr, sehr seltenen Fällen abgeschoben wird. Wenn sich nichts ändert, wird dieser Iraker bis zum Rentenalter in NRW bleiben. Auch bin ich mir sicher, dass die Staatsanwältin diese absolut falsche Regelung kennt und sich deswegen klugerweise einen Kommentar verkneift.

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      • wunderlich

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        Mordversuch??
        Wo hab ich den verpasst, Dagobert?

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        • Silvia Rinke

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          Richtig, Wunderlich, ermittelt wird wegen gefährlicher Körperverletzung.

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          • Wunderlich

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            Also die übliche Übertreibung.
            Wird der fehlenden Kenntnis geschuldet sein.

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            • Wierumer

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              kommt mir irgendwie bekannt vor der Disput zu „gefährlicher Körperverletzung., Totschlag oder Mordversuch.“ Wird doch gerne derzeit von Linken und Grünen zur Ablenkung der realen Fakten genutzt. Ich kenne kein europäisches Land in dem Messerstecher die einen Tod eines Anderen billigend in Kauf nehmen weiterhin frei herum laufen und weitere Straftaten begehen können.. Das ist nur in Deutschland mit ihrer offensichtlich 68er durchsetzten oder verblendeten Justiz möglich.
              Insofern vermute ich stark dass „Wunderlich“ wohl die Silvestertage bei Simone Peter verbracht hat.

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              • wunderlich

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                Saubere Interpretation, Wierumer.
                Soweit ich sehe, ALLES falsch.

                Man muss mit der aktuellen Gesetzeslage nicht einverstanden sein, Fakt ist aber, sie gilt.
                Wenn keine Tötungsabsicht vorliegt, dann ist auch keine Voraussetzung für Mord oder Totschlag gegeben.
                Eigentlich ganz einfach.
                Das „Tatwerkzeug“ allein kann die Sache nicht ausmachen, töten kann man auch mit harmlos wirkenden Gegenständen … wenn man das will.

                Haben sie ein Beispiel, wo die Abgrenzung der Straftatbestände derzeit von Linken oder Grünen zur Ablenkung der realen Fakten genutzt wird?
                Rein aus Interesse.

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        • Silvia Rinke

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          Weitere Antworten über Facebook:

          Christiane Kramer
          Also wenn ich in einer Auseinandersetzung auf meinen Gegner mit einem Messer los gehe, muss ich davon ausgehen diesen zu verletzen- leicht, schwer oder sogar tödlich! Warum benutze ich sonst das Messer ?! Selbst wenn keine direkte Tötungsabsicht besteht, kann ein unglücklicher Umstand jedoch zur tödlichen Verletzung führen! Dies nehme ich in Kauf wenn ich mein Gegenüber mit dem Messer attackiere!!! Und derartiges ist für mich auf jeden Fall von öffentlichem Interesse!!! Erst recht, wenn so einer noch weiter frei durchs Dorf läuft !!! 😡

          Rundblick Unna
          Wenn ich in einer Auseinandersetzung meinen Gegner ohne Absicht tödlich verletze, kann ich einer Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung rechnen. Mord setzt Planung voraus. Die tödliche Waffe kann – wie ein aktuelles Beispiel zeigt – z. B. auch ein Auto sein. Dieses Urteil hier regt mich persönlich z. B. RICHTIG auf: http://www.aachener-zeitung.de/…/raser-toetete…
          Raser tötete Radfahrer: Mehrjährige Haft für 27-Jährigen
          aachener-zeitung.de

          Rundblick Unna Christiane Kramer , was das öffentliche Interesse an diesem Fall angeht, bin ich deiner Meinung und habe das der Staatsanwältin auch so gesagt.

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      • Silvia Rinke

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        ARNDT SCHULTE kommentiert dazu Folgendes auf Facebook:

        Arndt Schulte Wollten die das nicht jetzt auf 1 Jahr reduzieren?

        Rundblick Unna (sia) Hallo Arndt Schulte. Nicht generell. Folgenden Bericht habe ich dazu gefunden: „Während bisher eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren dazu führen kann, dass die Anerkennung verweigert wird, soll dies künftig schon für Flüchtlinge gelten, die zu mindestens einem Jahr Gefängnis verurteilt sind. Voraussetzung ist – wie auch bei Ausländern –, dass schwere Delikte gegen Personen oder die Staatsmacht begangen worden sind.
        Die Minister sagten, die Verschärfungen sollten so schnell wie möglich umgesetzt werden.“ Quelle WELT.de . Ob diese Absicht bereits umgesetzt wird, kann ich nicht beantworten, vielleicht findet sich hier noch ein Wissender. https://www.welt.de/…/Bei-diesen-Straftaten-muessen…
        CDU & SPD: Koalition einig über schnellere Ausweisung krimineller…
        welt.de

        Antworten

  • Helmut Brune

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    Da wir alle ja keine Augenzeugen waren und unsere Kenntnisse nur der Presse entnehmen, können wir auch nur Vermutungen anstellen und Vorurteile aussprechen. Natürlich finde auch ich, daß veraltete Gesetze an die heutige Zeit angepasst werden müssen aber das ist die Aufgabe der Bundesregierung. Getan werden muß aber was.

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  • Silvia Rinke

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    Kommentare über Facebook:

    Matthias Polzin Mach das mal als Deutscher dann bist bei einem vergehen schon im Knast

    Rundblick Unna (sia) Kannst du für diese Behauptung Beispiele nennen, Matthias Polzin?

    Matthias Polzin Gibt Beispiele genug wenn man mal Zeitung liest

    Rundblick Unna (sia) Dann nenn doch bitte konkret einige oder auch nur eines. Mir ist tatsächlich keins bekannt, und ich lese sehr viel und alle möglichen Medien.

    Matthias Polzin Und was kommt im Endeffekt wieder dabei raus, ne Bewährungs Strafe. Finde wer sich in hier nicht anpassen möchte oder kann darf gern abgeschoben werden.

    Rundblick Unna (sia) Das Gesetz sieht das trotzdem nicht vor.

    Matthias Polzin Das sollte langsam mal angepasst werden auf die neue Situation

    Heike Petruschke Was soll. Das schiebt ihn ganz schnell ab
    So was hat hier nichts zu suchen

    Rundblick Unna Das geht nicht. Immer wieder.

    Arndt Schulte Moment mal habe ich das gerade richtig gelesen? Vollendeter Angriff mit einem Messer und die klagen wegen gefährlicher Körperverletzung an? Das muss n Witz sein ein Faustschlag ist schon gefährliche Körperverletzung aber das erfüllt doch eher den Tatbestand des versuchten Totschlags. Also bei der Sache sollte man echt mal die Staatsanwältin und ihr vorgehen mal echt in Frage stellen. 👎

    Rundblick Unna (sia) Es gibt noch keine Anklage, ruhig Blut, Arndt Schulte. Die Ermittlungen laufen noch.

    Arndt Schulte Ja aber schon richtig, aaaber normalerweise wird bei den Ermittlungen der höchst mögliche Tatbestand zur Grundlage genommen da ja dann dahingehend ermittelt werden muss. Es ist also eher unwahrscheinlich das er dann höher angeklagt wird 😉

    Rundblick Unna Das stimmt allerdings. Bisher liegen lt. Staatsanwältin keine Hinweise auf eine GEPLANTE Tat (sprich Mordversuch) vor.

    Arndt Schulte
    Totschlag ist ja kein Mordversuch. 😉 Da es sich ja augenscheinlich um eine Affekt Tat handelt, wenn ich aber jemanden mit einem Messer angreife und verletzte nehme ich auch seinen Tot in Kauf, also versuchter Totschlag.

    Rundblick Unna (sia) Ich persönlich maße mir solche Beurteilungen nicht an, weil ich weder Juristin noch in die Ermittlungen involviert bi

    Ha Bi Gesetzte kann man ändern.
    Ab in Haft (Drei Jahre), dort Arbeit verrichten lassen um somit den Haftplatz mit zu finanzieren und nach der Haftstrafe raus aus unserem Land.
    … und wenn das Heimatland nicht sicher ist…
    Das wusste er vorher!
    Wer nicht will (Integration), der muss auch nicht hier bleiben.

    Freddy Vogt
    Das ganze LAMENTIEREN ist doch sinnlos. Diese Regierung wird die 3 Jahresgrenze nie kippen. Dafür sorgt schon Maas. Dieser Amateurpolitiker scheint ein reges Interesse daran zu haben das unsere Neubürger immer gut aus der Affaire kommen. Wichter ist ihm ja sein „Wahrheitsministerium“. Wer einen Wandel will muß halt dementsprechend wählen. Egal ob im Bund, im Land oder in der Komune. Mit unseren Altparteien ist ein Wandel nicht machbar.

    Antworten

  • fürst

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    Freddy Vogt, ich teile Deine Sicht der Dinge.
    Freddy Vogt Das ganze LAMENTIEREN ist doch sinnlos. Diese Regierung wird die 3 Jahresgrenze nie kippen. Dafür sorgt schon Maas. Dieser Amateurpolitiker scheint ein reges Interesse daran zu haben das unsere Neubürger immer gut aus der Affaire kommen. Wichter ist ihm ja sein „Wahrheitsministerium“. Wer einen Wandel will muß halt dementsprechend wählen. Egal ob im Bund, im Land oder in der Komune. Mit unseren Altparteien ist ein Wandel nicht machbar.

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  • Mike

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    Öffentliches Interesse ist somit ein sehr dehnbarer Begriff geworden :-(

    Wäre es in einem Hotel passiert würde berichtet, passiert es in einem Flüchtlingsheim ist es häusliche Gewalt. Beiden gemein ist, die Leute leben auf Zeit unter einem Dach, es sind aber im Regelfall aber keine Taten innerhalb einer Familie, somit fällt in allen Fällen der besondere Schutz der Familie weg und ist somit keine häusliche Gewalt.

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