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Nach Feierabend entspannt über Unnas Wochenmarkt bummeln?

Nach Arbeitsschluss entspannt über den Wochenmarkt bummeln: Immer mehr Städte und Gemeinden, vom kleinen Holzwickede bis zum großen Dortmund, versuchen sich an so genannten „Feierabendmärkten“. Wieso nicht auch mal in Unna einen ausprobieren?

Weil die Idee bisher vom Stadtmarketing noch nicht diskutiert wurde (wir fragen im Mai einmal an), hat der fraktionslose Ratsherr Christoph Tetzner nun einen Antrag beim Bürgermeister eingereicht. Ihm sei aufgefallen, dass das Publikum an den Unnaer Markttagen dienstags und freitags „zunehmend im fortgeschrittenem Alter“ sei.

Junge Menschen sind meist verhindert aus beruflichen Gründen“, schildert Tetzner das Ergebnis seiner Recherchen vor Ort. „Auf Nachfragen bei einigen jungen Menschen auf dem Wochenmarkt fiel auf, dass die meisten einen Tag frei hatten oder aber im Schichtdienst tätig waren und erst spät zum Dienst mussten. Auf weitere Nachfragen bestätigte man mir das Interesse, häufiger den Wochenmarkt zu besuchen; durchaus auch abends.“

Deshalb soll der Rat die Verwaltung beauftragen, das Angebot eines Feierabendmarktes zusammen mit dem City-Werbering, den Markthändlern und dem Stadtmarketing zu prüfen.

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Andere Städte haben es ebenfalls schon versucht, mit allerdings sehr unterschiedlichen Erfolgen.

„Bombastisch“ verlief der „Streetfoodmarkt“ im Sommer in Holzwickede, der allerdings in Form von einzelnen Highlights und nicht turnusmäßig jeden Freitag angeboten wurde. So belegten Mitte Juli 23 Stände  ab 16 Uhr den Marktplatz und öffneten bis zum späten Abend. Fisch gab es, ein Eiswagen war mit dabei und ein Holzofenbäcker, Flammkuchen gab es ebenfalls alss Benefiz-Leckerei für den Verein „Kinderlachen“. Dazu genossen die Besucher ein sommerliches Rahmenprogramm aus Musik und Jonglage.

Zum Rohrkrepierer entwickelte sich hingegen ausgerechnet der mit riesigen Erwartungen begonnene Feierabendmarkt auf dem Dortmunder Hansaplatz, der im Mai furios startete, aber im August schon wieder beendet war. Immer freitags  sollte es von 15 bis 19 Uhr so richtig gemütlich werden, mit Wein- und Imbissständen, Sitzgelegenheiten und saisonalen Angeboten. Doch was sich bis mindestens Ende September hatte etablieren sollen, wurde nach 12 Wochen wieder eingestampft. Die genannten Gründe waren unterschiedlich: Konzept nicht durchdacht, mangelnde Deko, falscher Standort oder Händler, die trotz Zusage doch nicht kamen.

Auch in Hamm verlief der Feierabendmarkt erfolglos: An dem Markttreiben, das ebenfalls zwischen 15 und 19 Uhr am Freitag angeboten wurde, hatten zu wenig Händler Interesse – den meisten war dieser Zusatztermin zu belastend. Deshalb war auch für diesen Markt nach einem Dreivierteljahr wieder Schluss.

Im Münsterland geht das Konzept hingegen schon seit Längerem auf, die münsterlandnahe Stadt Werne stieß im September mit einem einzelnen – als Sonderevent gestlteten –  Feierabendmarkt auf große Publikums- und Händlerbegeisterung. In Bochum läuft der Feierabendmarkt ebenfalls erfolgreich schon seit anderthalb Jahren. Das Unnaer Stadtmarketing verlängerte die Dienstags- und Freitags-Marktzeiten vor einigen Jahren von zuvor 13 bis 14 Uhr; daran werde man auch festhalten, sagte uns Danni Guidara im Mai zu einem Feierabendmarkt befrgt. Erneute zeitliche Ausweitungen seien momentan nicht geplant.

 

Kommentare (7)

  • Helmut Brune

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    Auf jeden Fall ein Gedanke, für den es sich lohnt, sich mal zusammen zu setzen und durch zu diskutieren. Dabei kann man dann auch aus den positiven- und negativen Erfahrungen aus der Umgebung lernen. Vielleicht kann das ja ein erfolgreiches Untenehmen werden.

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  • Burkhard

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    Hört sich gut an und wäre einen Versuch wert. ich würde auch gerne mal wieder auf dem Markt einkaufen, aber als Berufstätiger fehlt mir vormittags dazu die Gelegenheit. In der warmen Jahreszeit, könnte ich mir vorstellen wäre ein Feierabendmarkt ein tolles Erlebnis mit ordentlich Zuspruch. Jetzt in der dunklen und nasskalten Jahreszeit wäre das für viele sicher nicht so attraktiv.

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    • Silvia Rinke

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      Danke, Burkhard! Ich kopiere gleich einmal die Kommentare von unserer Facebookseite hierher.

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  • Silvia Rinke

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    Kommentierungen auf Facebook:

    Stephan Assmus Eigentlich eine schöne Idee. Würde die Innenstadt evt. etwas beleben. Testen und schauen ob dieses angenommen wird kann ja nicht schaden.

    Helmut Brune Auf jeden Fall ein Gedanke, für den es sich lohnt, sich mal zusammen zu setzen und durch zu diskutieren. Dabei kann man dann auch aus den positiven- und negativen Erfahrungen aus der Umgebung lernen. Vielleicht kann das ja ein erfolgreiches Untenehmen werden.

    Claudia Hartwig Denkt ihr auch mal an die Markthändler? Die Nachts um 3 schon unterwegs sind und auch teilweise von weiter her kommen,dass die auch mal Feierabend machen möchten,aber darüber denkt keiner mal nach :(

    Martina Tsatsoulis Ich denke nicht das die Händler dazu gezwungen werden.
    Bleibt doch jedem selber überlassen ob er sich Nachmittags oder Abends dahin stellen möchte.
    Vorab stellt sich doch auch erstmal die Frage ob dafür eine Nachfrage besteht.

    Stephan Assmus Denke das gerade die Händler dieses gerne mal ausprobieren möchten, wenn dadurch die Möglichkeit besteht das auch die arbeitene Bevölkerung die Möglichkeit hat sich mit frischen Produkten aus der Umgebung einzudecken und dadurch die Kasse klingelt. Und ist ja jedem selber überlassen dieses Angebot zu nutzen.

    Rundblick Unna (sia) Na ja, Claudia Hartwig hat so unrecht nicht mit ihrer Anmerkung. In Hamm scheiterte der Feierabendmarkt nach kurzer Zeit in der Tat (auch) daran, dass es den Händlern zu viel wurde.

    Rundblick Unna … der mit riesigen Erwartungen gestartete Feierabendmarkt auf dem Hansaplatz in Dortmund entwickelte sich gänzlich überraschend ja ebenfalls schon nach wenigen Wochen zum Rohrkrepierer, und auch hier soll zumindest mit verantwortlich gewesen sein, dass Händler, die zugesagt hatten, einfach nicht kamen oder kurzfristig abgsagten. Sowas muss sehr gut geplant und durchkonzipiert werden.

    Ines Petzold Idee gefällt mir super!!! Würde ich auch gern nutzen! :)

    Silke Krüger wäre eine super Idee

    Martina Tsatsoulis Gute Idee, sollte man tatsächlich drüber nachdenken und diskutieren!

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  • Hans Bergmann

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    Ich glaube nicht, dass die drei Rüben oder Salatköpfe mehr im Verkauf bis abends, die Händler zufriedenstellt bzw. dem Aufwand entsprechend ausreichend Mehreinnahmen bringt.
    Die genannten Beispiele anderer Kommunen dienen da doch als abschreckendes Beispiel….

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    • Silvia Rinke

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      Hallo Hans Bergmann, eine Antwort an dich über Facebook:

      Martina Tsatsoulis: Nun, vielleicht kann es Unna etwas besser… Die Events sind in unserer Stadt immer top und wenn es Händler gäbe die es ausprobieren wollen: Warum nicht? Probieren geht über studieren!

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  • Christoph Tetzner

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    Hallo!
    Bei diesem Antrag geht es ja genau darum die Möglichkeiten zu ermitteln. Es wäre schön, wenn eine Umsetzung rentabel wäre für die Stadt, die Marktleute und die Bürger. Quasi Winwin ….
    lasst es prüfen und dann schauen wir….
    😀

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