Rundblick-Unna » Nach Brandserie im Kreis Soest brennt jetzt das erste Feld in Fröndenberg

Nach Brandserie im Kreis Soest brennt jetzt das erste Feld in Fröndenberg

IMG_2935Noch bis zum Nachmittag dauerten die Löscharbeiten auf dem inzwischen schwarz verkohlten Feld: Mehrere hundert Strohballen brannten am frühen Freitagmorgen im Palzdorf Bentrop (Fröndenberg) buchstäblich bis auf den letzten Halm nieder.

Als gegen drei Uhr am Morgen die Einsatztrupps der Löschgruppen Bentrop, Warmen und Mitte eintrafen, stand das Feld bereits weitläufig in Flammen, berichten Augenzeugen. Diese wurden gleich in der Brandnacht auch von der Polizei vernommen, denn mit großer Wahrscheinlichkeit wurde dieses Brand absichtlich gelegt. Und die Bauern der umliegenden Dörfer fürchten nun einen Zusammenhang mit der Brandserie im Kreis Soest, die seit Monaten Feuerwehr und Polizei in Atem hält: Erst vorige Woche brannten auf einem Feld in Schlückingen (nahe Wickede und Unna-Hemmerde) über 1000 Strohballen nieder, in Welver ging eine Reithalle in Flammen auf. Die Kripo im Kreis Unna ermittelt parallel mit den Kollegen im Nachbarkreis „weitläufig nach allen Richtungen“.

Der Besitzer des in Bentrop abgefackelten Feldes ist Landwirt Norbert Neuhaus. Er bekam von der weitläufigen Zerstörung seines Eigentums zunächst gar nichts mit, da er gerade in München Oktoberfest feiert. Bei seiner Rückkehr wird er einem verkohlten Feld gegenüberstehen.

Der Schaden dürfte in die Tausende gehen, fürchtet Neuhaus´ Kollege Landwirt Georg Ostermann aus Fröndenberg-Warmen. Für ihn steht „zu 100 Prozent“ fest: Brandstifter waren hier am Werk. „250 Strohballen brennen nicht einfach eben mal so runter. Da ist an vielen Stellen rundherum gezündelt worden“, vermutet Ostermann.

Gemeinsam mit den anderen Landwirten der Palzdörfer blickt der Warmener Bauer mit größter Sorge in den benachbarten Kreis Soest, wo vermutliche Feuerteufel erst in der vergangenen Woche gleich 1000 Strohballen zündelnd den Garaus machten. „Im Kreis Soest geht ganz massiv der Feuerteufel um – seit einem Jahr schon“, tut Georg Ostermann seine Befürchtung kund, dass der – oder die – Brandstifter jetzt auch die grenznahen Fröndenberger Gemeinden für ihr übles Werk entdeckt haben könnten. Praktisch direkt hinter dem Ortsausgangsschild Bentrop verläuft die Kreisgrenze zwischen Unna und Soest. „Natürlich kümmern sich diese Täter nicht um Kreisgrenzen“, weiß auch Georg Ostermann. „Aber die räumliche Nähe ist es, was uns Sorgen bereitet.“

„Einfach ein bisschen Stroh gebrannt“ habe da am Freitag auf dem Neuhaus-Feld ohnehin nicht, macht der Berufskollege des geschädigten Landwirts deutlich. „Hier werden ganz massiv Werte vernichtet. Wegen des nassen Sommers haben wir den halben Weizen erst im September gedroschen. Stoh ist in diesem Jahr sehr knapp und entsprechend teuer. Ein einziger Ballen zwischen 15 und 20 Euro.“ Auf dem Neuhaus-Feld verbrannten mindestens 250, möglicherweise sogar bis zu 500 Strohballen – exakt beziffern kann erst der Besitzer selbst das Ausmaß der Vernichtung, wenn er vom Oktoberfest zurückkehrt. Das zerstörte Stroh muss er vor dem Winter jetzt teuer nachkaufen.

 

Kommentare (2)

Kommentieren