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Mutmaßlicher Raub an Frau: Mutiger Zeuge stellt Flüchtenden in UN-City – Gewahrsam

Ein Mann reißt einer Frau einer Handtasche aus der Hand und rennt damit weg –  die junge Frau bleibt weinend und völlig fertig zurück. Alles sieht nach einem unvermittelten Raubüberfall aus. Das dachte sich auch ein 30 jähriger Unna-Besucher aus Dortmund-Wickede, der gestern Abend beherzt einer aufgelösten jungen Frau zur Hilfe sprang. Und dafür sorgte, dass ein offensichtlich Polizeibekannter zunächst mal von der Polizei mitgenommen wurde.
(UPDATE Dienstagmorgen:  Der Raubverdächtige sitzt in Untersuchungshaft.)
Der junge Dortmunder schlendert am Sonntag gegen 18 Uhr nach einem Kinobesuch gemeinsam mit seiner Freundin die Fußgängerzone hinunter, die zwei gehen über die Schäferstraße in Richtung Volksbank. Plötzlich sieht das Paar, wie ein Mann bei einer Frau steht und ihr brutal die Handtasche aus der Hand reißt – so heftig, dass die Frau auf ihren Koffer stürzt, der vor ihr liegt.
Der Mann rennt los, die Tasche in der Hand. Völlig aufgelöst, weinend: die Frau.
Der junge Dortmunder zögert keine Sekunde. Eilig fragt er bei der jungen Frau nach, ob dieser Mann da ihr gerade ihre Tasche geklaut hat…? Sie nickt unter Tränen „Ja!“, und sofort heftet sic der 30Jährige an die Fersen des Flüchtenden.
Nach einem kurzen Spurt bekommt er den Wegrennenden an der Sparkasse auf dem Weg zum Ostring hinunter zu fassen, nimmt ihm die Handtasche ab und zwingt ihn, wieder mit zurück zur Volksbank zu kommen.
Auf dem Weg dorthin ruft er direkt die Polizei an. Der vermeintliche Räuber wird daraufhin sehr aggressiv, doch wenige Minuten später ist bereits eine Streifenwagenbesatzung vor Ort.
Während die Polizeibeamten den Mann überprüften, wiederholt die junge Frau ständig: „Der soll mich nicht anfassen! Der soll mich nicht anfassen!“ Sie ist völlig außer sich. Auf die Zeugen wirkt es sehr befremdlich und „krass“, dass sich der Mann, der eben mit der Handtasche der Frau noch das Weite suchte, sich jetzt andauernd der Frau nähern will, sich neben sie setzt, den Arm um sie legt, sie sogar umarmt.
„Der soll mich in Ruhe lassen!“, ruft die junge Frau schluchzend aus, und da der Mann nicht freiwillig von ihr lässt, wird er von den Beamten schließlich zu Boden gedrückt und in Handschellen gelegt.
Die Polizisten nehmen den ca. 35- 45Jährigen mit zur Wache. Das Paar aus Dortmund macht später dort noch seine Aussage. Nach bisher unbestätigten Informationen soll es sich bei dem vorläufig in Gewahrsam Verbrachten um einen Mann syrischer Herkunft handeln, der für die Polizei kein Unbekannter sei. (Kleine Korrektur: Der Mann ist irakischer Abstimmung,  gleichwohl ein Polizeibekannter.)
In der Leitstelle der Polizei in Unna hat man uns heute Abend auf Nachfrage den Einsatz an der Volksbank am Sonntagabend bestätigt. Die Ermittlungen laufen noch. Doch soll es sich nach bisher Bekanntem um eine Beziehungstat handeln.
Thomas Röwekamp Portrait
UPDATE am Dienstagmorgen:
Polizeisprecher Thomas Röwekamp drückt zunächst dem mutigen Zeugen  großes Lob aus: „So entschlossen hätte nicht jeder gehandelt. Es ist auch immer eine zweischneidige Sache, man soll sich nicht selbst in Gefahr bringen. Sehr gut war, dass der Zeuge sofort die Polizei angerufen hat.“
 
Zum Ablauf kann Röwekamp die Schilderung der Zeugen vor Ort bestätigen. Es stimmt, dass der festgenommene Mann – es ist ein 37 Jähriger mit irakischer Abstammung, gemeldet im Kreis Unna – der Polizei bereits bekannt war. Nicht ohne Grund schickte ihn der Haftrichter sofort in Untersuchungshaft, er sitzt bis auf Weiteres in Dortmund ein.
„Wir ermitteln wegen Verdacht eines Raubdelikts“, sagt Thomas Röwekamp explizit.  Einerlei, ob der 37Jährige die 34 Jahre alte Dortmunderin (polnischer Abstammung) vorher schon kannte. „Die beiden scheinen sich tatsächlich zu kennen“, bestätigt Röwekamp, der Beziehungsstatus sei aber noch unklar,  da die junge Frau am Sonntagabend nicht vernehmungsfähig war; sie hatte einiges getrunken und war, wie auch der Zeuge es richtig wahrnahm, völlig außer sich. Ob nun aber bekannt oder nicht: Taschenraub bleibt Taschenraub.
 
(Foto: Polizei NRW)

Kommentare (7)

  • Helmut Brune

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    Unglaublich, was so alles in Unna passiert.

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  • Willy

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    Und wieder dürfen wir nicht verallgemeinern.

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  • fürst

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    So etwas gab es doch immer schon.
    Also sicher nichts erst, seit wir die bunte Vielfalt durch nette Kulturbereicherer genießen dürfen.

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  • Charly H.

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    sind doch nur Ausnahmen . . . . , da wird einem doch echt langsam Angst und Bange! Am Sonntag Nachmittag wurde übrigens bei einer Freundin *Im Rutental* eingebrochen , vorher waren wohl auch südländisch aussehende Typen fußläufig in der Nähe gesichtet worden. Langsam sollten wir in unserem Unna vielleicht wirklich mal über eine Art Bürgerwehr nachdenken.

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  • ca79

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    Warum verschweigt der Hellweger die Herkunft des Täters? Ach ja, da ist ein Muster zu erkennen. Leute, lasst euch nicht für dumm verkaufen.

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