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Morgenthal (CDU) hält Bürgermeister-Spekulationen wach

Mit einem fröhlichen „Ich beteilige mich nicht an Spekulationen“ nährt CDU-Ratsherr Carsten Morgenthal ohne weitere Worte weitere Spekulationen um sein Comeback als Hoffnungsträger der Unnaer CDU – konkret: um seine Kandidatur als Bürgermeister.

Der 47-jährige Jurist bestätigte auf Anfrage freundlich nichts, dementierte aber auch nichts. Bekanntlich strebt Werner Kolter (SPD) im September 2015 eine dritte Amtszeit an und sieht sich bisher noch frei von Konkurrenz – das könnte sich aber ändern, da die CDU als zweitstärkste Kraft im Rat ihre „K-Frage“ gerade intensiv in ihren Ortsunionen berät. Möglicherweise wird sie sogar per Mitgliedervotum entscheiden lassen: Wollen wir einen eigenen Kandidaten gegen Kolter aufstellen? Und wenn – wer soll das sein, könnte es sein?

Es könnte rein von der nüchternen Betrachtung her durchaus ein Carsten Morgenthal sein. Der Volljurist verfügt als Pressesprecher der Stadtverwaltung Schwerte unter CDU-Bürgermeister Heinrich Böckelühr seit 14 Jahren über einschlägige Verwaltungserfahrung. Zusätzlich leitet er seit einigen Jahren die Rechtsabteilung. Für Irritationen (und Spekulationen um seinen möglichen Ruckzug) hatte Morgenthal im Wahlkampf gesorgt, als er ziemlich urplötzlich abgetaucht war. Nichts mehr zu hören und zu sehen von dem vermeintlichen „Hoffnungsträger“.

Der Eindruck sei richtig gewesen, bestätigt Morgenthal gegenüber Rundblick Unna. „Ich war wegen eines Todesfalls in der Familie drei Wochen vor dem Wahlsonntag nicht mehr präsent im Wahlkampf, das stimmt. Für mich hatten in dieser Zeit andere Dinge Priorität.“

Als einer der 15 Ratsmitglieder der Unnaer CDU, als Mitglied im Kulturausschuss und stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr (ASBV) nehme er jedoch regelmäßig an den Sitzungen teil und bringe sich aktiv ein, unterstreicht Morgenthal. „Der Entscheidung des Stadtverbandes über die Bürgermeisterfrage werde ich natürlich nicht vorgreifen“, erinnert er an die von Parteichef Gerhard Meyer ausgegebene Marschroute: Beratung und Meinungsfindung in den Ortsunionen – dann Stadtverbandsversammlung – eventuell Mitgliederentscheid von der Basis aus.

„Uns hetzt niemand. Wir haben alle Zeit der Welt“, erklärt Morgenthal als Rechtsexperte demonstrativ entspannt. „Wir können uns mit der Nominierung bis genau 48 Tage vor der Wahl Zeit lassen.“

Bis zum Juli 2015 wird sich die Verkündigung des CDU-Beschlusses wohl eher nicht mehr hinziehen. Für dieses Jahr noch ist sie aber auch nicht sehr wahrscheinlich, da neben der Haushaltssicherung viele wichtige Themen auf der lokalpolitischen Agenda stehen, Themem wie Lindenbrauerei, Eishalle, Schulentwicklung, Attraktivierung der Fußgängerzone.

Könnte die CDU als zweitstärkste Ratsfraktion auch einen sozialdemokratischen Bürgermeisterkandidaten namens Werner Kolter mittragen? Schwierig vorstellbar. Denn wenngleich Kolter auch in der CDU fachlich wie persönlich Anerkennung und Respekt genießt, steht er als Sozialdemokrat doch für die Politik „seiner“ SPD Unna. Und mit der liegt die CDU gerade in den großen, oben genannten Themen vollständig über Kreuz.  Trüge sie trotzdem diese – bis dato entschieden abgelehnte – Politik indirekt mit, indem sie für den SPD-Bürgermeister wirbt, wäre das wohl vielen Wählern – und Parteimitgliedern – kaum zu vermitteln.

 

Kommentare (1)

  • Hanno

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    Alle Zeit der Welt ! Stimmt ! Wenn es um den Ausgang der Wahl zwischen Kolter und Morgenthal geht, könnte die CDU getrost mit der Nominierung warten, so lange sie will. Morgenthal ist eh chancenlos ! Ob er sich das antun will ?

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