Rundblick-Unna » Streik bei der AWO – und zugleich demonstriert der Stadtrat

Streik bei der AWO – und zugleich demonstriert der Stadtrat

Protest an allen Fronten. Während heute Mittag ca. zwei Dutzend Mitglieder des Unnaer Stadtrates vor dem Düsseldorfer Landtag aufmarschieren – sie protestieren unter Federführung der Piratenpartei gegen die erdrückenden Abgabelasten der Kommunen – , treten gleichzeitig auch die AWO-Bediensteten wieder in den Streik. Die Gewerkschaft Verdi hat wie berichtet in dieser Woche zum „Staffelstreik“ aufgerufen, und heute kommt der Staffelstab im Unterbezirk Unna/Hamm und Warendorf an.

„Wir hoffen wieder auf eine so gute Beteiligung wie am 10. Oktober“, erklärte Verdi-Sekretär Björn Paul Lucht am Mittag gegenüber Rundblick Unna. An jenem Freitag zogen 170 AWO-Beschäftigte aus Kitas, Pflegeheimen und anderen AWO-Einrichtungen mit einem beeindruckenden Trillerpfeifenkonzert durch Unna und legten in vielen Einrichtungen den Betrieb zumindest teilweise lahm. Auch diesmal, schätzt Lucht, werde es wieder zu Schließungen oder Notdiensten kommen.

Die Protest-Demo wird diesmal in Hamm stattfinden. Um 10 Uhr treffen sich die Streikenden dort am Bahnhof und ziehen nach einer kurzen Kundgebung an der AWO-Geschäftsstelle vorbei zum Cineplex-Kino. Hier gibt´s eine Filmvorführung – thematisch natürlich passend ausgewält: über die streikenden Arbeiterinnen beim Autohersteller Ford.

Den Staffelstab – „einen richtig großen Stab“, wie Lucht betont – reichen die Streikenden der Unterbezirke Unna/Hamm und Warendorf am Donnerstag nach Abschluss der Protestkundgebung an die Kolleginnen und Kollegen des Bezirks Emscher-Lippe weiter. Wie die Auseinandersetzung mit der AWO weiter geht, wird sich Ende nächster Woche zeigen, meint der Verdi-Sekretär: Die Tarifkommission trifft erneut sich am 30. Oktober. Die Forderungen der Arbeitnehmer und ihrer Gewerkschaft sind unverändert: Erhöhung der Monatsentgelte um zunächst 100 Euro Sockelbetrag, dann weitere 3,5 Prozent, monatlich 150 Euro Zulage für pädagogische Fachkräfte (Entgeltgruppe 6), 100 Euro mehr im Monat für Auszubildende, 30 Tage Jahresurlaub und drei zusätzliche freie Tage für Gewerkschaftsmitglieder.

Am Wichtigsten ist es den Beschäftigten jedoch, dass die Schere geschlossen wird zwischen ihren eigenen Löhnen und denen von Kollegen, die bei anderen Trägern arbeiten – sei es bei den Kirchen, der Caritas oder im öffentlichen Dienst: Nirgendwo verdienten z. B. Kita-Erzieherinnen so wenig wie bei der AWO – monatlich mehr als 150 Euro weniger als Erzieherinnen in städtischen oder kirchlichen Kindergärten.

Am Düsseldorfer Landtag will Pirat Tetzner mit gleichgesinnten Lokalpolitikern aus Unna am 23. Oktober vor der Ratssitzung demonstrieren.

Am Düsseldorfer Landtag wollen heute ca. zwei Dutzend Mitglieder des Unnaer Stadtrats gegen die erdrückenden Kosten und Abgabenlasten der Kommunen protestieren. Auch einige CDU-Vertreter fahren mit.

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