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Mord in Hamm: „Opa muss weg!“

Es ist eine schreckliche Familientragödie, die einem den Atem stocken lässt.

Am Rosenmontag vergangenen Jahres fanden Nachbarn die Leiche des ehemaligen Schulleiters Hans Hellendahl, der Rundblick berichtete. Schnell geriet sein Enkel unter Verdacht – und gestand. Nun steht er wegen Mordes vor Gericht, er soll seinen eigenen Großvater mit einem Brecheisen erschlagen haben.

Hellendahl scheint kein einfacher Mensch gewesen zu sein. Druck und Streit um Geld schienen fast schon an der Tagesordnung. Als das Familienunternehmen der Eltern des Angeklagten in die Insolvenz geriet, eskalierte der Streit. Die finanzielle Situation der Familie war schon länger Streitthema in der Familie – das Erschlagen des Großvaters war nun der Gipfel im traurigen Schauspiel.

Der Enkel, selbst Studienabbrecher, habe ein angespanntes Verhältnis zu seinem Großvater gehabt. Die Grausamkeit der Tat offenbart sich in einer Chat-Nachricht an einen Freund, bei der es einem kalt den Rücken hinunterläuft: „Opa nervt, Opa muss weg!“ Ein erneut eskalierter Streit um Geld sorgte dann für das Todesurteil des alten Mannes, der, so fürchteten seine Verwandten, der Familie den Geldhahn zudrehen wollte.

Sein Enkel schlug mehrfach mit einem mitgebrachten Brecheisen auf seinen Großvater ein, selbst dann noch, als er schon am Boden lag. Aus Sicht des Verteidigers habe sein – zur Tatzeit vermindert schuldfähiger – Mandant im Affekt getötet, er sei kurz zuvor auf menschenverachtende Weise beleidigt worden und dürfe nur wegen Totschlags verurteilt werden.

Dies sieht die Staatsanwaltschaft anders: Der Angeklagte soll wegen heimtückischen Mordes lebenslang hinter Gitter – forderte Staatsanwalt Jörg Schulte-Göbel vor dem Dortmunder Schwurgericht. Das Urteil wird voraussichtlich am 12. April verkündet.

 

Kommentare (6)

  • Andrea

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    Ich hoffe er bekommt eine lebenslange Haftstrafe!

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  • Heiko Blitz via Facebook

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    Brecheisen mitgebracht. Geplant. Vermeintliche Rache. Für mich kein Totschlag.

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  • Helmut Brune

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    Wie Furchtbar, wenn Familienbande in Hass ausarten und dann zu einer solchen Tat führen. Ich bekomme eine Gänsehaut davon.

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  • Frank Wertler

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    Affekt? Das wäre meiner Ansicht nach dann der Fall, wenn der Enkel bspw. bei einem Gespräch mit seinem Großvater „ausrastet“. Wenn er aber schon zuvor Mordgedanken via Chat gegenüber einem Freund postet und dann auch noch gezielt ein Brecheisen bei einem Besuch des Opas mit sich führt, dann ist die ganze Sache geplant. Es scheint mittlerweile fast der Normalzustand zu sein, dass Verteidiger ihren Mandanten „vermindert schuldfähig“ darstellen. In den USA würde das Urteil bei einem gleichgelagerten Fall sicherlich 50 Jahre + lauten ……

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  • Angelina Bergamo via Facebook

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    Marc Andre Bauer

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  • Andre Sander via Facebook

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    Unfassbar traurig.

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