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Möglicher Subventionsbetrug: Staatsanwaltschaft nimmt Wissenschaftsprojekt im Kreis Unna ins Visier

Die Wirtschaftsgesellschaft Kreis Unna (WFG) hat offenbar unwissentlich ein ziemlich fragwürdiges Wissenschaftsprojekt mit unterstützt. Jedenfalls ermittelt die Staatsanwaltschaft Dortmund gegen den Projektbetreiber: Verdacht auf Subventionsbetrug.

Das besagte Projekt, als „herausragend“ für den Kreis Unna und die Region gepriesen, ist eine Teststrecke für Ladungssicherung auf auf einem 12,5 Hektar großen Wald-Areal bei Selm. Doch statt Wissenschaftlern ermitteln jetzt im Norden des Kreises Unna die Dortmunder Staatsanwälte – unter anderem wegen Subventionsbetrug. Denn für den Bau der „LaSiSe“ lassen EU und Land großzügige Fördermittel springen: Mit fast sechs Millionen Euro werden die Kosten des ambitionierten Projekts veranschlagt – rund drei Millionen, also schon die Hälfte der Gesamtsumme, zahlt die Europäische Union. Weitere 1,7 Millionen schießt das Land NRW zu. Im kommenden Jahr laufen die Subventionen aus.

Nach Informationen der „Welt am Sonntag“ sieht die Staatsanwaltschaft jedoch „einigen Klärungsbedarf“: Denn der Projektvollzug scheint nicht ganz lupenrein. Und dass, obwohl ein gern (eigen-)gelobtes Netzwerk den Erfolg des ehrgeizigen Projekts absichern sollte: Mit zu diesen Partnern gehören neben Landes- und Lokalpolitikern die Industrie- und Handeskammer (IHK) zu Dortmund und auch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Kreis Unna, deren Geschäftsführer Dr. Michael Dannebom sich am Mittag mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern wollte. Die WFG wisse selbst nur das, was die WELT online in ihrem Artikel vom Sonntag berichte, ließ sich Dannebom von seiner Pressesprecherin Julia Schmidt zitieren. Die „Unterstützung“ des Projekts durch die WFG sei keiner finanzieller Natur; die man habe keine Gesellschafteranteile an der LaSiSe, erklärt der WFG-Chef. Wohl aber sind laut Dannebom der Stadthafen Lünen und die Stadt Selm als Gesellschafter in das Projekt involviert.

Trotz aller namhafter Unterstützung und ungeachtet der Millionenfördergelder steckt die Betreiberin des Forschungs- und Technologiezentrums laut WELT-Recherchen tief in den roten Zahlen; die Staatsanwaltschaft Dortmund ermittele bereits seit 2013 unter anderem wegen Verdachts auf Subventionsbetrug. (Silvia Rinke)

 

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