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Mit wummernden Raps Skatepark eröffnet

Zur Eröffnung strahlten dann nun alle Friede, Freude, Eierkuchen um die Wette, einschließlich der hartnäckigsten Bedenkenträger aus der Politik; als hätten für das Endlosprojekt „Skatepark Unna“ nicht geschlagene 20 Jahre ganz dicke Bretter gebohrt werden müssen.

Gebohrt für „ihren“ Skatepark haben neben dem zuständigen Dezernenten Uwe Kutter und Jugendpolitikern allem voran die Jugendlichen in Unna selbst – unterstützt von einer Handvoll „zorniger Eltern“, wie sich ein Mitarbeiter des Kinder- und Jugendbüros am Freitagnachmittag bei der Eröffnung erinnerte.

Cooler Rap wummerte über die Hansastraße direkt gegenüber Stromag und Ceresit, mindestens 60 Jungs bzw. junge Männer preschten in irrem Tempo mit Skateboards und Bikes über die Piste und wirbelten mit halsbrecherischen Drehungen durch die Luft; sogar ein Rollstuhlfahrer sauste über die Bahn.

„Dass sie keine Helme tragen…“, wunderte sich eine junge Mutter kopfschüttelnd, während Söhnchen Karl, gerade vier zarte Jahre jung, mit weit aufgesperrtem Mund auf die akrobatikreifen Skater-Vorführungen starrte und juchzte: „Das will ich später auch mal! Mit meinem eigenen Skateboard hier rumfahren! Das ist cool!“

 Cool ist die Anlage auch in den Augen der „großen“ Skater, die am Eröffnungsnachmittag scharenweise über die Hansastraße pilgerten und immer wieder für leichte Verkehrsengpässe sorgten.

Zur Eröffnung um 13.30 Uhr ließen sich vornehmlich die Politiker blicken nebst Sponsoren, von denen es eine ganze Menge gibt: 100 000 Euro gewährte die Stadt für den Bau der Anlage, 67 000 trieben Sponsoren auf bzw. entfielen auf Eigenleistungen der Werkstatt im Kreis Unna.

Die Namen der Gönner und Geber sind auf einer Schautafel am Skaterbahn-Eingang verewigt und nennt neben Unternehmen und Initiativen auch Einzelpersonen, die 1000 Euro aufwärts gespendet haben: So wie Margarethe Strathoff, die sich als SPD-Jugendpolitikern unbeirrbar für die Skaterbahn einsetzte, zu einer Zeit, als das Gros der Politiker den Wunsch der Jugend nach einer Skaterbahn noch als Randnotiz behandelte. Wach gerüttelt wurde die Politik in Gesamtheit erst, als drei 13- bis 16-jährige Jungs vor drei Jahren mehr als 800 Unterstützungsunterschriften zusammen bekamen.

Heftig diskutierte man danach über Kosten und Standort, bis man schließlich auf den jetzt gefundenen Nenner kam: Die Skaterbahn wird an der Hansastraße umgeben von Gewerbe und Firmen angelegt, da können die Jugendlichen mit ihrem „Krach“ keinem Anwohner auf die Nerven gehen und sind unter sich, zugleich liegt der neue Skater-Treffpunkt verkehrsgünstig direkt an einer Buslinie. Auf Facebook „Skate Park in Unna“ ist die Entwicklung im Detail nachzulesen…

Nach der rappigen Eröffnung wird die Skaterbahn nun jederzeit offen zugänglich sein. Die Instandhaltung – Reinigung des pflegeleichten Ortbetons und Begrünung – wird die Werkstatt im Kreis Unna übernehmen.

 

 

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