Rundblick-Unna » „Mit knapperen Ressourcen effizient umgehen“: Polizei Unna und Staatsanwaltschaft schließen Vertrag

„Mit knapperen Ressourcen effizient umgehen“: Polizei Unna und Staatsanwaltschaft schließen Vertrag

Was diese Vereinbarung nun im konkreten Polizeialltag bedeuten wird, bleibt noch das Geheimnis der Akteure. Jedenfalls haben die Kreispolizeibehörde Unna und die Staatsanwaltschaft Dortmund heute einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Um, so heißt es in der Presseerklärung der Unnaer Polizei, „eine effektive und effiziente Strafverfolgung sicher zu stellen“.

Wieso es dafür extra einer schriftlichen Vereinbarung bedarf, erklären die Partner wie folgt:

„Mit Blick auf die stetig wachsenden Herausforderungen an Staatsanwaltschaft und Polizei ist der sachgerechte Umgang mit den knapper werdenden Strafverfolgungsressourcen umso bedeutungsvoller.“

Was offenbar aussagen will: Die Kriminalität steigt, die „Strafverfolgungsressourcen“ (Polizeibeamte, Justizmitarbeiter) werden knapper. Deswegen nehmen sich die beiden Behörden nun gegenseitig in die Pflicht, „Qualität und Effizienz von Ermittlungen zu verbessern“.

Mit ihrer Unterschrift haben sich beide Vertragspartner dazu verpflichtet, „erkannte Problembereiche zu minimieren und so ein konfliktarmes, zielorientiertes Arbeiten zu ermöglichen. Mit der Verbindlichkeit der Vereinbarung basiert die Qualität kriminalpolizeilicher und staatsanwaltlicher Sachbearbeitung auf einem festen Fundament und wird dadurch auch in Zukunft weiter gefördert.“

Daneben stelle das Abkommen eine „lebende“ Vereinbarung dar, die es ermögliche, bei erkannten Defiziten schnell, flexibel und nachhaltig zu reagieren.

polizei-staatsanwaltschaft-kooperationsvereinbarung

Im Foto (Bildrechte bei der Polizei Unna): Leitender Oberstaatsanwalt Volker Schmerfeld-Tophof, Leiter der Staatsanwaltschaft Dortmund und Landrat Michael Makiolla, Leiter der Kreispolizeibehörde unterzeichneten die Zusammenarbeitsvereinbarung ihrer beiden Behörden. Dahinter v.l.n.r. Kriminaloberrat Volker Kleisa (Leiter der Direktion Kriminalität) und Leitender Polizeidirektor Hans-Dieter Volkmann (Abteilungsleiter Polizei) von der Kreispolizeibehörde Unna sowie Oberstaatsanwältin Susanne Bastians und Oberstaatsanwalt Christian Petlalski von der Staatsanwaltschaft Dortmund.

 

Kommentare (11)

  • Dagobert

    |

    Anders formuliert: Wir wissen eigentlich nicht so genau, was wir gerade tun. Eigentlich sollte eine gute Kooperation ja selbstverständlich sein und keiner „Vereinbarung“ bedürfen.
    So eine „Vereinbarung“ ist aber eine schöne Gelegenheit für ein schönes Foto mit schönen Stiften in der Hand.
    Somit : Dickes Lob von mir für das hübsche Foto. Dieses nette Lächeln von Herrn Makiolla ist wirklich toll. Damit die Stimmung in NRW besser wird, sollte man viel häufiger lächelnde Politiker fotografieren. Bekämpfung von Kriminalität ist nicht so wichtig und wird sowieso überbewertet.

    Antworten

  • Mike

    |

    D.h. es gibt also bekannte Probleme bei der Kommunikation untereinander und bei der Zusammenarbeit und um diese zu beheben braucht es eines Vertrages ? Autsch.

    Wie wäre es denn wenn sich die Mitarbeiter von Polizei und Staatsanwaltschaft mal direkt zusammen setzen und die Probleme klären und die Chefetagen aussen vor lassen ? Sowas ist seit Jahren bei besseren Firmen gelebter Standard. Letztendlich wissen die Mitarbeiter untereinander am Besten was jeder braucht und wie es geht und da Chefs einschalten ist fast immer Kontraproduktiv.

    Antworten

  • Caradoc

    |

    Na wenigstens hat Herr Makiolla wieder ein Foto in der Presse. Dafür reicht es.

    Antworten

  • fürst

    |

    Bei der formalen Abfassung des Kooperationsvertrages und dessen Intention bedenkend, ist vermutlich auf dem „kleinen Dienstweg“ (also eben nicht in Schriftform dokumentiert) vereinbart worden,
    vieles und besonders Handlungen bestimmter Personengruppen ganz einfach „unter den Tisch zu kehren“. – Macht weniger Arbeit, bindet weniger Personal. „Zielorientiert“ Ziel erreicht = fröhliche Gesichter. Volksverdummung.

    Antworten

    • Wierumer

      |

      auch eine Betrachtungsweise. Könnte sogar der Wahrheit entsprechen.
      So oder so, hochnotpeinlich mit solch einer Sache auch noch an die Öffentlichkeit zu gehen. Wenn man dann noch berücksichtigt dass diese Leute einen Amtseid abgelegt haben …….

      Antworten

      • fürst

        |

        Ein Amtseid hat doch bloß Feierlichkeitscharakter. Er wird zelebriert, mehr nicht.

        Antworten

  • Wierumer

    |

    Noch peinlicher geht es nicht mehr. Wenn ich bei meiner Arbeit innerhalb des Konzerns mit anderen Abteilungen oder extern mit anderen Firmen zusammenarbeite dann doch auf Augenhöhe in einem professionellen Umgang und im Interesse aller Beteiligten so effizient und effektiv wie möglich. Würde ich anders agieren: weiß nicht was mein Chef dann sagen würde. In der Politik und bei den Beamten bedarf es einer eigenen Vereinbarung?? Bedeutet natürlich im Rückkehrschluss dass die Leute ihren Job nicht machen, „Kollegen“ ignorieren oder bewusst Prozesse verlangsamen oder behindern. Wenn es nicht so traurig wäre könnte man darüber lachen. Vor allem unser Landrat zeigt durch so eine Vorgehensweise mit anschließendem „Foto“ in einer Pressemitteilung mal wieder Einblick in seine Arbeit die ich jetzt nicht weiter kommentieren möchte.

    Antworten

    • Silvia Rinke

      |

      Hallo Wierumer, eine Antwort über Facebook an dich:

      Greta Berger Das mit Augenhoehe, Zusammenarbeit intern und extern und Chef waren auch meine Gedanken … danke fuers aussprechen!!!

      Antworten

  • Oskar B.

    |

    Na, vielleicht wollen sie Kraft demonstrieren, die nicht vorhanden ist. Beruhigungspille für die Bürger, bevor wieder hunderte nach Massen kommen. Mal schauen, ob der Polizeichef dann noch alles im Griff hat. Mehr Polizisten gibts ja nicht. Schon Pfefferspray gekauft ?!

    Antworten

  • Hans Bergmann

    |

    Diese tollen Vereinbarungen sind das Papier nicht wert…

    Die letzten, an die ich mich erinnern kann, sind Vereinbarungen über einen Ordnungsdienst (gibts den noch ?!?) oder die Vereinbarung zwischen Land und Stadt über Flüchtlingsaufnahme, die nach wenigen Monaten schon gebrochen wurde….

    Antworten

  • Hans-Otto Dinse

    |

    Auf dem Marsch durch die Institutionen haben sich die alt 68er wohl etwas aus den Augen verloren. Nun gilt es Loyalitäten wieder herzustellen um den Kampf gegen Räääächts wieder besser koordinieren zu können!

    Antworten

Kommentieren