Rundblick-Unna » Massentierhaltung mit Auschwitz verglichen: Stadtrat soll Suspendierung des Lehrers per Resolution mittragen

Massentierhaltung mit Auschwitz verglichen: Stadtrat soll Suspendierung des Lehrers per Resolution mittragen

Er sagte im WDR-Rundfunk: 70 Jahre nach Auschwitz gehe ihm die Massentierhaltung emotional näher als die Judenvernichtung im Dritten Reich, und es müsse „irgendwann genug“ sein. Dafür erntete der Lehrer, der am Weiterbildungskolleg Unna unterrichtete, vorige Woche einen Sturm der Empörung. Regierungspräsident Gerd Bollermann (SPD) suspendierte ihn keine 24 Stunden später vom Dienst. Unsere Leser haben den Fall lebhaft und durchaus kontrovers kommentiert.

Der Stadtrat soll jetzt in seiner Sitzung am 26. Februar eine Resolution verabschieden, in der er sich uneingeschränkt hinter die Suspendierung stellt. Die direkte Entfernung dieses Lehrers sei das einzig Richtige gewesen, da die Bezirksregierung sich damit klar gegen jegliche Form von Rassismus und Intoleranz positioniert habe. Im Schulausschuss trugen bereitss alle Fraktionen den Antrag mit. Hier die Resolution im Wortlaut:

„Nahezu zeitgleich mit der bemerkenswerten Gedenkfeier, die anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, die von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 13 der Peter-Weiss-Gesamtschule Unna kreativ und berührend im Ratssaal gestaltet wurde, leistete sich ein Pädagoge, der am Weiterbildungskollegs Unna unter anderem Politik unterrichtet, eine verbale Entgleisung, als er sich in aller Öffentlichkeit im „Tagesgespräch“ des WDR 5 zum Thema „Auschwitz-Gedenkfeiern“ äußerte.

Hier seien seine empörenden Einlassungen noch einmal wiederholt, um jeden Zweifel an ihrer Verwerflichkeit zu beseitigen: „Mich persönlich interessiert Auschwitz privat überhaupt nicht. Ich beschäftige mich lieber mit dem IS-Terrorismus, mit dem Islamismus. Mir geht sogar die Massentierhaltung emotional näher als Auschwitz. Alle 20 Minuten sterben sechs Millionen Tiere, das geht mir emotional viel näher!“

Und das aus dem Munde eines Unnaer Lehrers, der jungen Menschen als Lehrender ein Vorbild sein sollte und ihnen Orientierung geben müsste. Diese Entgleisung ist nicht hinnehmbar, zumal dieser Lehrer bereits einmal mit fragwürdigen Äußerungen und bei ebenso fragwürdigen Gruppierungen öffentlich aufgetreten war.

Die Mitglieder des Schulausschusses im Rat der Kreisstadt Unna halten diese ungeheuerlichen Äußerungen eines Lehrers für inakzeptabel und stehen uneingeschränkt hinter den nun ausgesprochenen disziplinarischen Maßnahmen des Regierungspräsidenten Dr. Gerd Bollermann.

Unna ist eine Stadt, die jeder Form von Rassismus keinen Raum gibt und Diskriminierung und Intoleranz entschiedenen Widerstand entgegensetzt.

Hier stehen alle Unnaer Parteien zusammen – gegen jeden, der glaubt Parolen, die er unter dem Mantel der freien Meinungsäußerung geschützt sieht, verbreiten zu können. Toleranz kann nur gegenüber Toleranten geübt werden. Intoleranz hat keine Toleranz zu erwarten.“

Verabschiedung in der Ratssitzung am Donnerstag, 26. 2., 17 Uhr, im Ratsaal.  

 

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