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Lünerner "Leichenfund"-Gerücht ruft Polizei auf den Plan

Kurioser Dorfklatsch mit einschlägiger Wirkung: Das – eigentlich abstruse – Gerücht über den Fund einer skelettierten Leiche in Lünern rief am Freitagnachmittag in einem Eileinsatz die Polizei auf dem Plan.

Angeblich war in einem Wohnhaus an der Lünerner Kirchstraße bei Renovierungsarbeiten eine einzementierte Leiche „in Kauerstellung“ aufgetaucht. Was wie eine Episode aus einem uralten Edgar-Wallace-Schwarzweißschinken anmutet, nahm die Pressestelle der Polizei immerhin so ernst, dass sie binnen einer halben Stunde direkt mal zwei Zivilbeamte (allerdings bewaffnet natürlich) bei den Nachbarn des fragwürdigen Hauses vorbei schickte – um der Frage auf den Grund zu gehen, wer da in Lünern genau was und wann über eine Leiche erzählt hatte. Die Personalien der Nachbarn wurden aufgenommen und der Fall akribisch rekonstruiert.

Wie sich herausstellte, war das Gerücht in einer Ergotherapiepraxis in Hemmerde gesät worden und hatte sich quasi mit dem Westwind fröhlich wie ein Löwenzahnsamen in Lünern verbreitet. Des Rätsels Lösung verbarg sich in Form menschlicher Gebeine dann in der Tat an der Lünerner Kirchstraße – allerdings nicht in Hausmauern einzementiert, sondern unter der Scholle der Evangelischen Kirche, an der momentan Bauarbeiten im Gange sind: Das Gelände war in früheren Zeiten zu Bestattungszwecken genutzt worden, und die Gemeinde selbst hatte beim Auftauchen der Knochen direkt eilfertig die Polizei informiert.

Dieser Einsatz war jedoch in den Presseunterlagen der Polizei nicht mehr unverzüglich aufzufinden, weshalb am Freitag Zivilbeamte vor Ort die Sache ein für alle Mal klärten.
Das namenlose Skelett ruht inzwischen friedlich auf dem richtigen Friedhof.(sia)

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