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Lockerungsübungen: CDU zeigt sich wohlwollend gegenüber Sparbemühungen des Kulturzentrums

In der Frage „Wieviel Kultur kann, soll und darf sich Unna leisten?“ sind von Seiten der CDU Lockerungsübungen erkennbar.

„Wir begrüßen die Vorschläge der Verwaltung für den morgigen Kulturausschuss und sind sehr zuversichtlich, dass wir uns über alle Fraktionen hinweg einig werden“, ließ Parteisprecher Rudolf Fröhlich am heutigen Mittag erstaunliches Entgegenkommen seiner CDU erkennen, die sich zuvor ausgesprochen kritisch gegenüber der weiteren Subventionierung der Lindenbrauerei gezeigt hatte. Sogar einen Ratsbürgerbescheid hatte die Partei um ihren Vorsitzenden Gerhard Meyer vor der Wahl durchsetzen wollen – damals war klar geworden: Das Kulturzentrum benötigt zumindest in diesem Jahr noch weitere 75 000 Euro zusätzlich zu den 199 000, die es von der Stadt bereits bekommt. Und  Geschäftsführerin Regina Ranft ließ gegenüber Rundblick Unna schon vor Wochen keinen Zweifel daran: Ohne dauerhaft höhere Zuschüsse kann ein Kulturzentrum von der Größe der Lindenbrauerei faktisch nicht mehr überleben. Denn die einst so rentablen Discos – viele Jahre Haupteinnahmequelle der „Linde“ – ziehen nicht mehr. Die Jugend geht nicht mehr abtanzen.

Jetzt hat die Verwaltung für den morgigen Kulturausschuss eine Vorlage erarbeitet, die die Ergebnisse weiterer Einsparungsmöglichkeiten zwischen Lindenbrauerei, Stadthalle und städischem Kulturbereich zusammenfasst. 30000 Euro im Jahr sind – durch weitere Bündelung von Aufgaben, Konzentration von Veranstaltungen etc. – jährlich gespart werden, was die CDU als erste konkrete Zielaussage begrüßt. „Wir sehen darin die Chance, das Kultur- und Kommunikationszentrum Lindenbrauerei in der bisherigen Form zu erhalten und auch finanziell zukunftsfähig zu machen“, lautet das überraschend wohlwollende Fazit in der heutigen Presseerklärung. Wichtig sei „das Gesamtpaket. Über Detailfragen der Umsetzung und der inhaltlichen Ausgestaltung kann man reden“, erklärt Parteisprecher Fröhlich. Und stellt, wohl um der Diskussion die früheren Spitzen zu nehmen, für die CDU fest: „Uns war von Anfang an wichtig, dass zusätzliche Gelder für die Lindenbrauerei aus Kulturhaushalt zu erwirtschaften sind. Diese Bedingung sehen wir nun – zumindest in einem ersten Schritt – erfüllt.“ Unklar sei jedoch, wo weiteres Geld für das Kulturzentrum herkommen solle, sofern ein ständig höherer Zuschuss erforderlich werde: Die Stadt steckt bekanntlich in der Haushaltssperre. Für die CDU kann es deshalb in der nächsten Zeit sowohl bei der Kultur wie in anderen Bereichen ausschließlich darum gehen, nach weiteren Einsparmöglichkeiten zu suchen: „Neue Investitionen, die nicht unmittelbar dem Erhalt bestehender Einrichtungen dienten oder direkt zu Einspareffekten führten, verbieten sich nach unserer Ansicht von selbst.“

 

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