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Lindenbrauerei braucht mehr Geld – von der Stadt

Die Lindenbrauerei Unna ist ein Spiegelbild der Kultur: Unheimlich kreativ, aber immer haarscharf am Existenzminimum herumknappsend.  Die finanziellen Probleme des Kulturzentrums – gerade in der Biergartenzeit – waren immer allseits bekannt; doch so schlimm wie in diesem Jahr war es noch nie: Wie berichtet, belebte die Politik das Zentrum eilig mit 200 000 Euro nochmals zum Leben und gewährte ihm damit eine Frist zumindest bis zum Ende des Jahres.

Was danach kommt, ist ungewiss.
Die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultureller Zentren in NRW (LAG) hat sich am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Kulturzentrum positioniert. Für die Lindenbrauerei, für den Beibehalt der freien Trägerschaft, für ein umfassendes Gutachten und schlüssiges Konzept – und, das Wichtigste, für mehr Geld von der Stadt.
Der LAG-Vorsitzende Brackmann hält die Situation der Lindenbrauerei für nicht sonderlich speziell. Diese Zentren seien grundsätzlich strukturell unterfinanziert. Trotzdem machte er in Unna einen Punkt deutlich: dass die Lindenbrauerei rund 83 Prozent der Kosten selbst schultert und die Stadt sich lediglich mit den verbleibenden 17 Prozent beteiligt, das scheint schon sehr speziell in NRW zu sein – normalerweise teilten sich Kommune und Trägerverein die Kosten 50 zu  50 auf.

Öffentlicher Kulturauftrag

„Die Zentren erfüllen den öffentlichen Kulturauftrag“, betont Brackmann. Ein Auftrag, den die Stadt eben auch in jenen sozio-kulturellen Milieus erfüllen sollte, die nicht die größte Lobby haben. In Unna sei die Stadthalle fast still und heimlich mit einer hohen fünfstelligen Summe bezuschusst worden, die Stadt Essen rettet ihre Messe mit 130 Millionen Euro auf Pump: „Da muss dann auch was für die soziokulturellen Zentren da sein“, ist sich der Vorstand einig. Gerade in Unna, wo das Kulturzentrum aus Sicht der Landesarbeitsgemeinschaft Vorbildliches leiste: „Mit so geringen Mitteln 100 000 Menschen jährlich in einer Mittelstadt für Kultur zu begeistern, nötigt Respekt ab“, unterstrich Brackmann
Natürlich müsse man mit Fingerspitzengefühl vorgehen: In Zeiten, in denen um jeden Kita-Platz gefeilscht werde, seien Subventionen für Kultur besonders schwer zu vermitteln.  „Auch dass die Kulturzentren selbst Geld verdienen, ist natürlich eine Selbstverständlichkeit und von uns gewollt“, unterstrich der LAG-Vorsitzende. „Aber nicht in dem Unnaer Maße.
„Politik darf Verantwortung nicht an Gutachter abgeben“
Nun soll wie berichtet ein externer Gutachter die Situation in der Lindenbrauerei analysieren und der Politik vor der entscheidenden Sitzung am 16. Dezember seine Ergebnisse vorlegen. „Diese Anlayse muss den Lokalpolitikern Handlungschancen bieten. Und die Politik muss sich ihrer Verantwortung stellen und darf sie nicht – wie so oft – an den Gutachter abschieben“, fordert die LAG.  Ganz deutlich: „Die Entscheider im Ratssaal müssen entscheiden.“ An der Umstrukturierung selbst möchte sich auch die LAG soziokultureller Zentren beteiligen.

 

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