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Lichtkunst braucht weiterhin sechsstelligen Zuschuss der Stadt

Der überregionale Bekanntheitsgrad des Lichtkunstzentrums wächst nach Aussage seiner Verantwortlichen stetig, und die Besucherzahlen steigen – nicht zuletzt dank der freien Zugänglichkeit jetzt einmal im Monat und der Extraprojekte für Familien und Kinder. Dennoch bleibt Unnas Leuchtturmprojekt weiter auf einen sechsstelligen Jahreszuschuss von der Stadt angewiesen.

Trotz fälligen Haushaltssicherungskonzepts für 2015 und 2016 warb der Vorsitzende des Lichtkunstvereins, Jochen Stemplewski, am Abend im Kulturausschuss um ein Weiterfließen der Mittel in bisheriger Höhe. Seit 2010 beträgt Unnas jährliche Geldspritze für die Lichtkunst 117 500 Euro im Jahr. Mehr kommt momentan schon allein deshalb nicht in Frage, weil Kämmerer Karl-Gustav Mölle im Haushaltsplanenwurf wie berichtet jedwede Zuschusserhöhungen rigoros augeklammert hat.

Jochen Stemplewski.

Weniger darf es aber bitte auch nicht werden, warb Stemplewski vor den Ausschussmitgliedern. Zusammen mit dem Zuschuss des Kreises bekommt die Lichtkunst 150 000 Euro aus Steuergeldern. „Wir brauchen diese Mittel“, unterstrich er für den Lichtkunstverein dringlich. „Wir akquirieren dazu immer auch erhebliche Drittmittel. Jährlich rund 200000 Euro.“

Drittmittel – also Sponsorengelder: Ein Hauptsponsor des Lichtkunstzentrums ist der Energieriese RWE, was Sinn macht: Ein Konzern, der „Licht verkauft“, fördert ein Museum, das sich mit Licht beschäftigt.

Die Besucherzahlen krankten in diesem Jahr an der ins Wasser gefallenen Nacht der Industriekultur, so Stemplewski. Bis September schauten sich 15500 Lichtkunstinteressierte die Installationen im Keller der Lindenbrauerei an. Die Verantwortlichen fürs Lichtkunstzentrum – Jochen Stemplowski und der künstlerische Direktor John Jaspers – gehen jedoch optimistisch davon aus, dass die besucherstarken Wochen jetzt bis zum Jahresende noch einen kräftige Schwung Besucher ins Museum und Geld in die Kasse spülen werden.

Nacht der Industriekultur

Die diesjährige Nacht der Industriekultur mit gleichwohl mystischen Installationen am Turrell-Trichter fiel wettertechnisch leider ins Wasser, was sich auf die Besucherzahlen schlug.

Geldsorgen werfen indessen keinen übermächtigen Schatten mehr über die Lichtkunst, unterstreicht der Vereinsvorsitzende. Seit das Rechnungswesen in die Verantwortung der Stadt übergegangen ist, liefen die Finanzgeschäfte sehr viel geordneter, räumte er offen im Kulturausschuss ein. „Die Geschäftsführung ist enger in das Finanzielle eingebunden. Ein neues Miteinander, mehr Transparenz gegenüber der Stadt.“

Das ist auch nötig, denn nach wie vor ist die strahlende Lichtkunst mit Schulden befrachtet. Aktuell belaufen sie sich laut Stemplewski auf 36000 Euro; damit wurden seit Ende 2013 rund 12 000 Euro abgebaut, durch Spenden und Sponsoring. Etwas erstaunlich mutet es daher an, dass der Lichtkunstchef das Ziel einer „Schwarzen Null“ bereits für Ende 2014 ausgab. Realistischer wäre Ende 2015 – was er denn vermutlich auch meinte.

(Foto rechts oben: Zentrum für Internationale Lichtkunst)

 

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