Rundblick-Unna » Lichtblicke für Tafel: Kirche versichert Entgegenkommen – Fröhlich (CDU) bereitet „Tafelrunde“ mit WFG vor

Lichtblicke für Tafel: Kirche versichert Entgegenkommen – Fröhlich (CDU) bereitet „Tafelrunde“ mit WFG vor

Hinter der Tafel Unna, die zum 30. September ihr Quartier in Königsborn räumen muss, formiert sich breite Unterstützung. Die evangelische Kirchengemeinde wird die Tafel nicht kurzerhand auf die Straße befördern, falls bis zum Ablauf der Künstigungsfrist kein neues Domizil gefunden ist. Eine Verlängerung bis November oder Dezember wäre aus Sicht der Kirche kein Problem, versicherte Pfarrerin Susanne Stock gestern dem neuen Königsborner CDU-Vorsitzenden Rudolf Fröhlich.

Rudolf Fröhlich

Der Polizist und Parteisprecher ist seit Wochenbeginn rührig für die Tafel im Einsatz. Bei einem heutigen Besuch an der Fliederstraße hatte er Gelegenheit, mit Kunden der Lebensmittelausgabe und ausgiebig mit Tafel-Chefin Ulrike Trümper zu sprechen. „Bei der Gelegenheit durfte ich mir den Betrieb und die Organisation der Königsborner Tafel ausführlich erläutern und zeigen lassen“, beschreibt Fröhlich seinen langen und für ihn sehr aufschlussreichen Besuch.

Im Kontakt mit den Kunden und den Helfern der Tafel sei ihm nochmals sehr deutlich geworden, dass die Tafel eine ganz wichtige Funktion erfülle, resümiert der CDU-Politiker. „Für viele Menschen in unserer Stadt, die leider nur über wenig Geld verfügen, ist diese Einrichtung eine unschätzbare Hilfe, um über die Runden zu kommen. Dieser Besuch hat mich noch einmal in meiner Meinung bestärkt, dass die Tafel in Unna erhalten bleiben muss!“

Tafel Unna (3)

Die Ausgabestelle in Königsborn ist die einzige der kreisweit zehn Lebensmittelausgaben, an der sich Bedürftige zweimal pro Woche mit Nahrungsmitteln versorgen können. Jeder vierte Bewohner des größten Unnaer Stadtteils ist arm. Deswegen ist es für die Tafel so wichtig, dort bleiben zu können. (Fotos: Fröhlich)

 

Mit Ulrike Trümper führte Rudolf Fröhlich „ein in sehr konstruktives Vier-Augen-Gespräch“. „Wir haben verschiedene Optionen besprochen. Mein Vorschlag zielt darauf ab, in naher Zukunft ein ,Tafelgespräch´ zu organisieren“, kündigt der CDU-Politiker an. Daran teilnehmen sollen neben Ulrike Trümper und der ev. Kirchengemeinde Vertreter der Politik und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Kreis Unna. Erste Abstimmungen zu dieser „Tafelrunde“ traf Fröhlich bereits mit Pfarrerin Susanne Stock, der WFG und Sebastian Laaser (SPD). „Die wären alle im Boot.“

Tafel Unna (2)

Das Lebensmittellager der Tafel. Ehrenamtliche im vollen Einsatz.

 

Mit der Königsborner Pfarrerin Stock führte Fröhlich gestern gleich mehrere Telefonate. Ergebnis: kein Drandenken, die Tafel mit Ablauf der Kündigungsfrist am 30. 9. den Stuhl vor die Tür zu setzen.

Die Situation für die Einrichtung und ihre Mitarbeiter hat sich damit spürbar entschärft, nachdem Ulrike Trümper am Wochenende noch einen empfindlichen Rückschlag vermelden musste: Gleich drei erhoffte Raum-Optionen zerschlugen sich gleichzeitig – das Kinder- und Jugendhaus Taubenschlag, der frühere Aldi und der frühere Lidl an der Dorotheenstraße.

Jetzt gilt es laut Fröhlich zunächst abzuwarten, was die WFG erreichen kann, die mittlerweile mehrere Optionen „ausgegraben“ habe. „Wenn es gut läuft“, signalisiert Fröhlich, „könnte das Problem schon heute einer Lösung näher kommen.“ Eine der von der Wirtschaftsförderung „ausgegrabenen“ Optionen wäre, so bestätigte Ulrike Trümper am heutigen Morgen, wider Erwartung doch noch der frühere Lidl an der Dorotheenstraße. Diese Immobilie ist noch nicht verkauft.

Kommentare (11)

  • Rolf Simon via Facebook

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    Das hört sich doch gut an.

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  • Jama To

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    Es hört sich viel Versprechen an! Es muss auch an die Kunden gearbeitet, die müssen auch verstehen dass die Tafel Objekt keine Abfall Beseitigung Anlage ist und keine Kirmes! Um weitere Objekte zum bekommen und zu erhalten sollten sich vor dem Auge halten das diese Objekte auch gepflegt und erhalten sowie Umgebung soll sauber und ordentlich hinterlassen werden! Sonst wird immer wieder derselbe Problem aufkommen! Wenn ich an bzw: Oberadener Tafel Objekt zurück blicken lasse, es wurde schon oftmals darüber in Zeitung und andere Medien mit Bildern und Texten berichtet! So was will und braucht keine vor dem Haus oder Eigentümer zu dulden!

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  • Oskar B.

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    Jama To, dann kann man dem neuen Vermieter ja „gratulieren“….

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  • Helmut Schön

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    Wer macht den ersten Platz in der Kümmerer-Olympiade ?!?

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    • Rudolf Fröhlich

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      Der erste Platz wird erst nach dem Wettbewerb vergeben. Nur so viel ist sicher: SIE nicht, Herr Schön! :-)

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      • Helmut Schön

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        Und Sie auch nicht Herr Fröhlich ! Nach der heutigen Berichterstattung gewinnt (wie immer) die Stadtverwaltung !
        Der Einsatz für Bedürftige war bisher ja auch nicht die Disziplin der CDU…

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  • Rudolf Fröhlich

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    Herr Schön, es geht doch hier nicht um einen Wettbewerb! Es ist doch völlig gleichgültig, WER die Lösung findet, Hauptsache, sie wird gefunden. Ich frage mich nur, was solche Kommentare wie der Ihre bezwecken: Kümmert sich die Politik nicht, dann wirft man ihr Desinteresse und Untätigkeit vor. Kümmert sie sich, dann kommen SIE und kritisieren das auch. Was wollen Sie denn nun eigentlich?

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  • Helmut Schön

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    Nicht ?!? Ich denke doch. Wenn es nur ums helfen ginge und nicht auch noch um Profilierung von Parteien, würde man still helfen. Da aber sowas medial breitgetreten wird mit zahlreichen Bildchen von persönlichen Besuchen, scheint es ja wohl doch um Wettbewerb von Persönlichkeiten zu gehen.

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  • Rudolf Fröhlich

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    Hallo Herr Schön,
    natürlich lebt eine Partei auch immer davon, dass ihre Aktivitäten den Leuten bekannt werden., das ist doch völlig normal und das machen mehr oder weniger alle anderen Parteien auch so. Im konkreten Fall war es aber so, dass Frau Rinke mich ausdrücklich darum gebeten hatte, sie auf dem Laufenden zu halten. Das habe ich getan. Der Artikel selbst stammt aus der Feder von Frau Rinke.

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  • Ralf

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    Genau Herr Schön! Ich glaube auch, dass Sie die Motivation richtig erkannt haben. Frau Trümper kann sich vor lauter Hilfe doch kaum noch retten. Sie selbst wird das sicher auch sehr verwundern. Es war ja nicht immer so. Aber warum nicht? Man soll die Gunst der Stunde nutzen, wenn auch die CDU einmal ihr Herz für die benachteiligten Bürgergruppen entdeckt.

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  • Afferder

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    Dass der Tafel der Stuhl nicht vor die Tür gesetzt wird, ist keine Verdienst irgendwelcher politischen Gespräche. Bereits im Kündigungsgespräch ist die Möglichkeit von Übergangszeiten nach dem 30.9 deutlich gemacht worden. Der 30.9 ist halt der Termin der sich aus der vertraglichen Kündigungsfrist ergibt.

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