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Leser zornig: Auflösung des Kurpark-Vereins „Armutszeugnis für unsere Stadt“

Als „Armutszeugnis für unsere Stadt“ kritisieren Unnaer Leser die Auflösung des Kurpark-Fördervereins, die auch für die Stadtverwaltung überraschend kam. Während das Rathaus den Entschluss bedauert und weiterhin auf aktive Einbeziehung der Bürger bei der Weiterentwicklung des grünen Kleinods setzt, fehlt kritischen Betrachtern derzeit eher der Glaube.
Hier (mit der Zustimmung der Diskutanten) einige Reaktionen auf das Aus des Kurparkvereins nach 18 Jahren. In verschiedenen  Facebookgruppen wird emotional diskutiert.
Oh Nein. Das kann doch wohl nicht sein, dass der Stadt so ein schönes Kleinod nichts wert ist, 😕😡“, kritisiert Wiebke Krampe. „Und da ist alles vollgeschmiert“, ergänzt Claudia Graul. Hans-Joachim Bretschneider widerspricht: „In letzter Zeit ist der Kurpark doch relativ gepflegt“, meint er beobachtet zu haben, „es wird jeden Tag an den Spielplätzen sauber gemacht und der Müll entfernt. Die Bewohner sollten aber auch Ihren Teil leisten und nicht alle so einfach wegschmeißen.“
Dass die Anwohner und Parknutzer ihren Teil zum Erhalt des großen Parks beitragen sollen, darüber herrscht grundsätzlich Einigkeit. Das ändert für die meisten Diskutierenden aber nichts am Grundproblem. „Ganz traurig von der Stadt Unna 😓“, bedauert z. B. Susanne Appelstiel. „Da werden wieder andere Dinge vorgeschoben, die für die Stadt sooooo wichtig erscheinen, dass sie eigentlich schon wieder unwichtig sind.“ – „Für die Lichtkunst, da wird Geld raus geballert“, nennt Jörg Limbach ein Beispiel aus seiner Sicht.
Lichtkunst

Richtig, stimmt Matthias Polzin zu, „is leider so, es wird immer irgendwas vorgeschoben, was für den Normalbürger nicht nachzuvollziehen ist. Wo man dann nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Die Herren da oben sollten mal bedenken, von wem sie gewählt werden.“ – „Genau! Die werden genau von denen gewählt, die ihren Müll dort entsorgen und Parkbänke zerstören“, wirft Andreas Büker bissig ein und spricht damit ein Grundproblem an, das vielen Kurparkbesuchern schon seit geraumer Zeit ins Auge sticht, der zunehmende Vandalismus.
Einige Diskutanten blicken in die Vergangenheit zurück und stellen eine besorgniserregende Entwicklung fest. Anja Bäthge, „mit dem Park groß geworden“, zieht ein kopfschüttelndes Fazit: „Ich hab´ viel Zeit in dem Park verbracht in meiner Jugend , als ich Ihn nach langer Zeit wieder sah , war ich entsetzt … Zu meiner Zeit gab es sogar noch den Parkwächter, der hat immer nach dem Rechten gesehen …. wenn manchmal auch mit Haaren auf den Zähnen … Schade, aber das ist auch einer der Gründe warum ich aus Unna fort bin. Auch der Bornekamp ist in einem schlimmen Zustand“, ergänzt sie kritisch.

Skulpturen im Bornekamp (2)

So schade!, bedauert Melanie Hollekamp. „Man könnte soviel daraus machen! Ob der Kurpark mit der Saline oder etwas für unsere Kinder auch im Bornekamp. Aber für Lichtkunst oder die Treppe ins Nichts (stand am Marktplatz, wurde wieder abgebaut) – dafür sind Gelder vorhanden. Wo bitte sollen denn die Kinder spielen ? Oder die Erwachsenen schön spazieren gehen ? Oder muss man immer in Ferne . … Dafür soll sich die Stadt mal was einfallen lassen.“
Eine Saline gibt es z. B. im benachbarten Kurpark Werl, sie wird von einem Förderverein betreut.

Florbela Dos Santos, die in Unna geboren wurde und in Unna aufwuchs, ist erschüttert darüber, wie sich die Grünflächen der Stadt entwickelt haben. „Ich bin entsetzt 😫!“, entsetzt sie sich. „Zu meiner Jugend Zeit war der Kurpark und der Bornekamp noch Orte, wo Kinder spielen und entdecken konnten… mein Kind schicke ich da nicht hin! Jetzt ist es eine Müllhalde und verwildert 😫😫.“
In Unna, kritisiert sie in ihrem Rundumschlag, „herrschen die Alten und Erstarrten. Man rühmt sich mit Veranstaltungen, die seit Jahrzehnten schon existieren,  selbst bekommt man nicht hin…
„Enttäuscht und wütend“ sei sie „über den Verfall unserer schönen Stadt. Aber unseren Stadtleuten ist es wichtiger, dass der 15te Handygeschäft eröffnet als unser Stadtbild zu verschönern. 😡 Eine Schande. Als gebürtige Unnaranerin bin ich echt enttäuscht von unseren Vertretern. 😡
Sie gehöre keiner Partei an, ergänzt sie, „somit hört dir ja auch nicht jeder zu… was echt schade ist.“ Etwa das brache Viktoriagelände an der Viktoriastraße. „Da könnte ich jedesmal ausflippen. Nun verkommt das und nichts passiert. Dabei könnte man daraus so tolle Sachen machen, die für unsere Stadt gut wären… sie wieder interessant machen für uns alle (Eltern und Kinder und Senioren).“

Viktoria-Gelände

Das Viktoria-Areal ist freilich im privaten Besitz, und einem Prviateigentümer kann die Stadt nicht vorschreiben, dass er sein Gelände wie zu bebauen hat und ob überhaupt. Dennoch, ziehen viele Leser frustriert Bilanz: Die zunehmende Verwahrlosung der großen Erholungsflächen und jetzt nach 18 Jahren mit einem Knalleffekt die Auflösung des Kurpark-Fördervereins sei „ein Armutszeugnis für unsere Stadt“. 

Kommentare (1)

  • Mike

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    Opherdicke wurde auch vor die Wand gesetzt, ich hoffe die Bürger merken endlich mal wen sie da wirklich gewählt haben und was deren Interessen sind.

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