Rundblick-Unna » Lebhafte Diskussionen um einen „Michael-Hoffmann-Platz“ – Erste Reaktionen aus der Unnaer Politik

Lebhafte Diskussionen um einen „Michael-Hoffmann-Platz“ – Erste Reaktionen aus der Unnaer Politik

Einen Michael-Hoffmann-Platz soll Unna bekommen – in Erinnerung an jenen Politiker und Menschen, der Unna jahrzehntelang wie kaum ein anderer geprägt hat. Den Bürgerantrag zur Umbenennung des Lindenplatzes gaben Initiatorin Gabriele Köhnemann und Prof. Dr. Christian Jänig gestern mit 230 Unterschriften versehen beim Bürgermeister ab (Rundblick berichtete) – im Hauptausschuss in drei Wochen soll darüber beraten werden.

Michael Hoffmann Platz Antrag

Gabriele Köhne mit Prof. Dr. Christian Jänig (li.) gestern bei Bürgermeister Werner Kolter, dem sie die Liste mit über 230 Unterschriften für eine Umbenennung des Lindenplatzes überreichten. Kolter zeigte sich über dieses bürgerschaftliche Engagement erfreut und kündigte an, den Antrag im Hauptausschuss in drei Wochen beraten (und beschließen) zu lassen.

Bei unseren Lesern löste der Bericht unverzüglich eine Welle von Kommentaren aus. Bis in die Abendstunden diskutierten die Unnaer in Internetforen die Frage, ob der Platz vor dem ZiB den Namen des langjährigen SPD-Fraktionsvorsitzenden und Unnaer „Kultur-Motors“ tragen sollte. Michael Hoffmann war am 29. Oktober völlig unerwartet im Alter von 61 Jahren gestorben.

Initiatorin Gabriele Köhnemann, die mit Michael Hoffmann eine tiefe persönliche Freundschaft verband, ist es wichtig, auf die Überparteilichkeit dieses Antrags hinzuweisen. Sie selbst ist in keiner Partei Mitglied. Für die Sammlung von Unterschriften sei sie tagelang „quer durch die Stadt gelaufen“ und habe im Gespräch mit den Menschen erneut intensiv erfahren, welch tiefe persönliche Lücke Michael Hoffmanns früher Tod bei so vielen Unnaern hinterlassen hat.

„Kaum einer unterschrieb, ohne mir vorher noch einmal ein besonderes Erlebnis mit Michael oder eine Anekdote zu erzählen. Wunderschöne, sehr berührende Erinnerungen waren das“, sagte Gabriele Köhnemann am heutigen Nachmittag im Gespräch mit unserer Redaktion. „Michael war eben nicht nur Politiker. Er war Seelentröster, Kümmerer, Psychologe. Er hat 25 Jahre nur für seine Stadt und ihre Menschen gelebt.“

Michael Hoffmannn

Michael Hoffmann

Michael Hoffmann

Natürlich gebe es auch Stimmen gegen einen „eigenen Platz“ für Michael Hoffmann. Das respektiere sie, unterstreicht Initiatorin Köhnemann. „Ich habe aber auf meine Frage nach einer Unterschrift nur zwei Absagen bekommen. Das zeigt mir, dass schon eine große Zahl von Unnaern unseren Vorschlag befürworten würden.“


Die Entscheidung trifft der Rat. Hier erste politische Stellungnahmen, die unsere Redaktion am Nachmittag einholte:

Gabriele Meyer, stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende:

„Das Ehrenamt kommt grundsätzlich zu kurz. Deshalb begrüße ich es sehr, dass es auf diese Weise einmal eine Würdigung erfahren soll. Ob es jetzt in Form einer Straße – eines Platzes – geschehen sollte, darüber werden wir am Donnerstag in der Fraktionssitzung diskutieren. Persönlich meine ich – bei allem Respekt für das, was Michael Hoffmann geleistet hat: Man sollte nicht vergessen, dass auch andere Politiker für Unna schon Großes geleistet haben. Manfred Wißelmann – der ebenso schockierend plötzlich verstarb – fällt mir ein; oder Dorothea Weidner, die erste weibliche Fraktionsvorsitzende. Oder auch Wilhelm Dördelmann. Wir werden uns darüber am Donnerstag unsere Meinung bilden.“

Klaus Göldner, Fraktionsvorsitzender FW/FLU:

„Wir haben gestern in der Fraktion über das Thema gesprochen. Es bestand Einigkeit darüber, dass die Umbenennung des Lindenplatzes zu Ehren von Michael Hoffmann grundsätzlich eine gute Idee zur Würdigung seiner Verdienste wäre. Gleichwohl sind wir der Meinung, dass das Anliegen von der zuständigen Ortsvorsteherin vorgebracht werden sollte. Überdies sollte ein gewisser Zeitraum zwischen dem Tod des zu Ehrenden und der Umbenennung abgewartet werden. Auch in solchen Fällen sollte das ,Trauerjahr` eingehalten werden.“

Andreas Tracz, stellvertretender FDP-Fraktionsvorsitzender:

„Meine Meinung wäre, das Schwimmbad nach ihm zu benennen , so wie bei der Stadthalle. Erich-Göpfert-Stadthalle, Michael-Hoffmann-Bad. Ich persönlich finde den Namen Lindenplatz einfach schön.“

Christoph Tetzner, Fraktionsvorsitzender der Piratenpartei:

„Ich denke, dass er nach diesem Lebenswerk, welches er uns in Unna zurück gelassen hat, auch diese Ehre verdient! Er hat immer 200 % gegeben, über eine verdammt lange Zeit fuer Unna. Da ist ein Michael-Hoffmann-Platz eine eher kleine Würdigung!“

Charlotte Kunert, Fraktionsvorsitzende B90/Die Grünen:

„Wir sind gegen eine sofortige Umbenennung des Platzes. Die wahren Verdienste von Michael Hoffmann lassen sich erst mit der Zeit einschätzen. In fünf Jahren sollte das Thema nochmals aufgegriffen werden.“

Margarethe Strathoff, SPD-Ortsvereinsvorstand Oberstadt:

„Als alte Bekannte sowie auch als Freundin von Michael kann ich nur bestätigen, dass Michael Hoffmann eine besondere Würdigung für unsere Stadt verdient hat. Nicht nur, dass er sehr sozial war und sich u.a. für das ZiB/Lichtkunst sowie immer für die Werkstatt Unna eingesetzt hat. Er hat viele weitere Dinge für diese Stadt erreicht und auch im Rat durchgesetzt.

Natürlich hatte er auch Widersacher, Neider und politische Gegner, aber seine Stadt Unna und dessen Bewohner lagen ihm immer am Herzen. Ohne seine Hilfe/Unterstützung würde bis heute keine Skateranlage existieren sowie vieles mehr! Eine Unbenennung von großen Straßen oder gar großen Plätzen – die wäre sehr teuer. Nach meiner Kenntnis handelt es sich um einen kleinen Platz vor dem ZiB mit keinen weiteren Anwohnern pp… Hier geht es um eine Geste und für ein Dankeschön, dass er sich mehr als 40 Jahre für diese Stadt und die hier lebenden Menschen eingesetzt hat. Wer kann das schon von sich behaupten?“

Jörg Hißnauer, fraktionsloses Mitglied der FW/FLU im Rat:

„Agree“ (zu Margarethe Strathoffs Kommentar.)

Die umfangreichste – und kontroverseste – Diskussion über einen „Michael-Hoffmann-Platz“ lief (und läuft) in einer geschlossenen Unnaer Facebook-Gruppe. Mit der Zustimmung der Kommentatoren werden wir Auszüge der dortigen Statements morgen in einem gesonderten Bericht vorstellen.

 

Kommentare (1)

  • Helmut Brune

    |

    Wie ich sehe, sind die Befürworter doch in Überzahl.

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