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LaSiSe verliert ersten Gerichtsprozess

Das Vorzeige-Modellprojekt für Ladungssicherheit in Selm – LaSiSe – macht weiter mit Negativschlagzeilen von sich reden. Während der Verdacht auf millionenschwerem Fördergeldbetrug über der Trägergesellschaft schwebt und die Staatsanwaltschaft weiter ermittelt, verlor der Geschäftsführer heute Morgen seinen ersten Gerichtsprozess.

Vor dem Arbeitsgericht Dortmund klagte ein früherer Betriebsleiter erfolgreich seine Nachzahlung geleisteter Überstunden ein, die ihm die Geschäftsführung nach seinem Hinauswurf hatte verwehren wollen. Der Vorsitzende Richter befand es für eindeutig, dass LaSiSe dem gekündigten leitenden Angestellten seine gesamte Mehrarbeit rückwirkend für drei Monate vergüten muss. Der erfolgreiche Kläger war bereits der dritte Betriebsleiter unter Ralf Dambergs Geschäftsführung: Zwei wurden im kurzen Zeitraum von nur zwei Jahren wieder entlassen.

Auch für die Industrie- und Handeskammer (IHK) zu Dortmund ist es im Zuge ihres Engagements für das Vorzeige-Forschungsprojekt  (Gesamtfördervolumen: 4,3 Mio. Euro) zunehmend ungemütlich geworden. Gegen ihren Präsidenten Uwe Dolezych und Geschäftsführer Reinhard Schultz läuft eine Strafanzeige, gestellt vom Bundesverband der freien Kammern (BffK). Vorwurf: Verdacht auf Untreue. Namentlich Dolezych habe „auf Kosten der Allgemeinheit skrupellos seine Interessen durchgesetzt“, und das Engagement der IHK für LaSiSe übersteige massiv die Grenzen des Zulässigen: Der IHK-Präsident und sein Sohn sind über zwei Unternehmen an der LaSiSe gGmbH beteiligt und haben demnach ein persönliches wirtschaftliches Interesse an der Forschungsstrecke für Ladungssicherung, erinnert die Welt. LaSiSe-Geschäftsführung und IHK weisen sämtliche Vorwürfe zurück. Die IHK-Gesellschafterversammlung mit vielen Repräntanten aus der Wirtschaft im Kreis Unna sprach ihren in die Schusslinie geratenen Chefs erst vor drei Wochen ihr vollstes Vertrauen aus.

 

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